Tu’s trotzdem!

Jesus war in Betanien. Er war zu Gast bei Simon, dem Aussätzigen. Als er sich zum Essen niedergelassen hatte, kam eine Frau herein. Sie hatte ein Fläschchen mit Salböl dabei. Es war reines kostbares Nardenöl. Sie brach das Fläschchen auf und träufelte Jesus das Salböl auf den Kopf. (Markus 14,3)

„Soll ich? Oder soll ich nicht?“ Ich stelle mir vor, dass sie da draußen vor dem Haus des leprakranken Simon steht, bei dem Jesus mit seinen Jüngern gerade zu Gast ist. Und sich jetzt entscheiden muss, ob sie wirklich hineingeht oder nicht. Wenn sie zögert, dann nicht, weil sie Zweifel wegen der Gesundheit des Hausherrn hat. Sondern weil sie eine Frau ist, die da nicht hingehört. In diese Männerrunde. Weiterlesen

Aus Verlust entsteht wieder Neues

Liebe Gemeinde, heute, am 26. Oktober, nehmen wir Abschied von der Apostelkirche. Wir feiern einen letzten Gottesdienst. Und wir alle sind mit gemischten Gefühlen hier, ob als Glieder der Gemeinde, als Mitglieder des Presbyteriums, als Christ*innen oder als Bürger*innen dieses Stadtteils.

Manche erinnern sich an wichtige Gottesdienste in dieser Kirche und sind traurig, bei anderen überwiegen vielleicht Schuldgefühle, dass sie diesen Abschied in die Wege geleitet haben. Manche hier spüren heute weniger Aufbruch als Verlust. Bei wiederum anderen mischt sich Hoffnung hinein, neue Wege gehen zu können. Weiterlesen

Abschied und Neubeginn

Seit 1913 hat die Apostelkirche im Essener Westen Geschichte geschrieben. Heute, im Jahr 2025, wird die Kirche entwidmet und dieses wertvolle Kapitel der Gemeindegeschichte geschlossen. Eine schmerzhafte Erfahrung für viele, die mit diesem Ort tief verbunden sind – während gleichzeitig ein neues hoffnungsvolles Kapitel der Gemeindegeschichte aufgeschlagen wird. Weiterlesen

Zehn Jahre „Wir schaffen das“

Wir schaffen das!“ ist in diesen Tagen medial wieder in aller Munde. Der Ausspruch stammt von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Bundespressekonferenz am 31. August 2015 im Hinblick auf die extrem hohe Zahl von Flüchtlingen in Europa in 2015 und 2016 und deren Aufnahme in Deutschland. Wörtlich sagte die Bundeskanzlerin: „Deutschland ist ein starkes Land. Das Motiv, mit dem wir an diese Dinge herangehen, muss sein: Wir haben so vieles geschafft – wir schaffen das!“ Ihr Satz hat eine unglaubliche Karriere gemacht.

Um zwei Extreme aus der Anfangszeit zu benennen: Der Journalist Deniz Yükcel erklärte die Worte der Kanzlerin im Februar 2020 „zum schönsten Kanzlersatz seit Willy Brandts ‚Mehr Demokratie wagen‘.“ Alexander Gauland, Spitzenkandidat der AfD für die Bundestagswahl 2017, hingegen verkündete schon im Oktober 2015 “Wir wollen das gar nicht schaffen“. Weiterlesen

Sommer – Sonne – Segen

Seht die Blumen auf dem Felde, seht die Vögel am Himmel! Gott sorgt für sie, sagt Jesus. Guckt euch um, die Pflanzen, die Tiere, diese Welt – voller Leben. Die ganze Schöpfung ein einziges Danklied für unseren Gott. Weiterlesen

Pfingsten – einen neuen Blick auf die Zukunft wagen!

Heute feiern wir Pfingsten. Ein wunderbares Fest, das die Dynamik und Kraft des Heiligen Geistes zum Thema hat. Und gleichzeitig ein Fest der Symbole, mit dem sich viele schwertun.

Da gibt es den Heiligen Geist, der von den alten Meistern als Taube gemalt wird; auf ihren Bildern sieht man Strahlen, die von dieser Geisttaube ausgehen und zu den Menschen führen. Da gibt es Bilder von Feuerzungen, die sich auf die Menschen herabsenken. Und da ist himmlisches Brausen in der Luft, das anzeigt, dass sich Besonderes tut. Weiterlesen

Das Kriegsende in Essen, Teil 3: Die Kreissynode vom 13. Mai 1945

Schon unmittelbar nach Kriegsende, am 13. Mai 1945, tagte in Essen die Kreissynode der Essener evangelischen Kirchengemeinden. Es war vermutlich die erste Versammlung einer evangelischen Synode in Deutschland nach Ende der Naziherrschaft. Am 27. April 1945, also noch vor der endgültigen Kapitulation des Deutschen Reiches, wurden die Kirchengemeinden zu dieser Synode eingeladen. Weiterlesen

#Osterimpuls: Aus der Dunkelheit heraustreten

Ostern feiern. Wunderbar, die Schokoladenhasen in Goldpapier und roter Schleife. Bunte Eier und alles blüht und grünt. Im besten Fall scheint sogar die Sonne. Ostern ist ein schönes, fröhliches Fest. Zu recht: es geht um Leben, Auferstehung, Befreiung. Weiterlesen

Niemals aufhören zu hoffen

Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest! (Psalm 31,25)

Fünf Jahre ist es her, dass wir bangend die Nachrichten verfolgt haben und von einem kleinen Virus erfuhren, das zunächst langsam und dann immer schneller um die ganze Welt ging. Vor fünf Jahren haben wir hier in Rüttenscheid zunächst noch ausgelassen gefeiert, saßen im Familiengottesdienst Eisbären, Indianer, Dinosaurier und Prinzessinnen friedlich nebeneinander in den Bänken der Reformationskirche. Weiterlesen

Die Jahreslosung ist unser Kompass

Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thessalonicher 5,21)

Die biblische Jahreslosung für das Jahr 2025 höre ich als klaren Auftrag an uns als Kirche, innezuhalten und alles sorgsam auf den Prüfstand zu stellen. Was brauchen die Menschen von uns als Kirche im kommenden Jahr? Auf welche Weise können wir als Kirche segens- und seelenvoll für die Menschen da sein? Wovon müssen und dürfen wir uns verabschieden, weil sich Ansprüche und Bedürfnissen verändert haben? Weiterlesen