Afghanistan zeigt, wohin eine Politik ohne Demut führen kann

Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. (1. Petrus 5,5)

1989 – ich erinnere mich noch an das Aufatmen, als die Sowjetunion ihre widerrechtliche Besetzung Afghanistans zehn Jahre nach ihrem Einmarsch beenden musste. Es war das Aufatmen über die Grenzen der scheinbar Übermächtigen Nachbarn, der in seinem Hinterhof keinen Widerspruch duldete. Der Rückzug war Teil des Zerfalls der Sowjetunion und ihres überlebten staatssozialistischen Systems. Doch was für eine seltsame Koalition errang in den nächsten Jahren die Macht mit den von den Vereinigten Staaten, Saudi-Arabien und Pakistan unterstützten islamischen Guerillas, den sogenannten Mudschahedin? Weiterlesen

Freiheit

Kommt zu mir, alle, die ihr euch abmüht und belastet seid! Ich will euch Ruhe schenken.“ (Matthäus 11,28)

„Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Alle Ängste, alle Sorgen sagt man blieben darunter verborgen und dann würde was uns groß und wichtig erscheint plötzlich nichtig und klein“ lautet der Refrain eines bekannten Liedes von Reinhard Mey. Freiheit – danach sehnten und sehnen sich viele Menschen, besonders auch in der Coronakrise: frei sein von Einschränkungen und Hygieneregeln. Weiterlesen

Gottes Geist erfüllt uns mit Leben

Am letzten Tag, dem Höhepunkt der Festwoche, trat Jesus wieder vor die Menschenmenge und rief laut: „Wer Durst hat, der soll zu mir kommen und trinken! Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen.“ Damit meinte er den Heiligen Geist, den alle bekommen würden, die an Jesus glauben. Den Geist bekamen sie erst, nachdem Jesus in Gottes Herrlichkeit zurückgekehrt war. (Johannes 7,37-39)

In Jerusalem wird das Laubhüttenfest gefeiert. Die Menschen danken Gott für die Ernte und bitten um Regen und ein gutes Leben für das kommende Jahr. Jesus platzt lautstark in diese Feierlichkeiten hinein:

Hierher, kommt hierher! Das Wasser, um das ihr bittet, ist schon da. Ich bin da. Gott hat euch schon alles gegeben, was ihr zum Leben braucht, denn er hat mich auf die Erde gesandt. Gott ist hier gegenwärtig, mitten unter euch. Und auch ihr könnt so lebendig und lebensspendend werden, wie ihr es bei mir erlebt. Ihr müsst nicht auf das Ende der Zeiten warten, wie es die Schriften sagen. Gottes Kraft und Geist sind bei euch. Weiterlesen

Wer Jesus war und wer er für uns sein kann

Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes. Als sein Sohn steht er über der ganzen Schöpfung und war selbst schon längst vor ihr da. (Kolosser 1,15)

Lassen Sie diesen Vers einen Moment auf sich wirken. Vielleicht ahnen Sie, dass er nicht so einfach dahin geschrieben worden ist. Dieser Vers aus dem Kolosserbrief leitet einen Hymnus ein, indem beschrieben ist, wer Jesus war und wer er für uns sein kann. Die Worte sind überschwänglich. Sie setzen gedanklich Himmel und Erde in Bewegung, um zu beschreiben, welch zentrale Stellung Jesus für Menschen einnimmt, die ihm vertrauen und glauben. Sogar bei Erschaffung der Erde waren Liebe und Hingabe Jesu Christi schon zugegen. Weiterlesen

Mit Gott das Tuch des Lebens weben

Denn in ihm leben, weben und sind wir. Wir sind seines Geschlechts. (Apostelgeschichte 17,28)

Diese Worte stammen aus der berühmten Rede des Apostels Paulus in Athen. Als Paulus dort die vielen Götterstatuen sieht, wird er wütend, und er versucht, den Menschen den wahren Gott, unseren Gott, vorzustellen. Gott, der mit seinen Menschen ständig in Kontakt sein will. Der nicht als Statue in einem Tempel angebetet werden möchte. Der möchte, dass wir ihn fühlen und finden können. Der immer da ist. Damals wie heute. Mitten unter uns.

Paulus war Tuchweber von Beruf und deshalb wählt er ein Bild, das ihm gut bekannt ist und mich immer wieder fasziniert: In ihm leben und weben und sind wir. Wir leben nicht nur durch Gott oder von ihm, sondern in ihm. Er ist in uns, bei uns und mit uns. Überall, wo wir sind. Egal, was um uns herum geschieht. Er lässt uns nicht allein. Wir können ihn spüren, in unseren Herzen, in unserer Seele. Weiterlesen

Der gute Freitag

Martin Luther hat den Karfreitag einen „guten Freitag“ genannt. Was ist denn gut an Karfreitag? Martin Luther beschreibt es so: „Wir laufen weg vor Gott, wenden uns ab von der Quelle des Lebens und „er läuft uns nach, durch alles Leiden wie durch ein Feuer“. Seit Karfreitag ist alles anders! Denn an diesem Tag hat Gott mit uns nicht nur die Kleider, sondern die Plätze getauscht. Weiterlesen

Zeit der Sehnsucht

Denn ihr sollt in Freuden ausziehen und im Frieden geleitet werden! (Jesaja 55,12a)

Geht es Ihnen auch so, dass die Sehnsucht immer größer wird? Endlich wieder einmal raus, endlich weg von diesem Virus, in ein unbeschwertes Leben? Einfach mal wieder in einen Zug steigen und dahin fahren, wo es schön ist. Vielleicht mit einem IC, der den Namen „Seeschwalbe“ trägt, von Köln nach Kiel… Ich höre schon das Meer rauschen und die Möwen ihre unverwechselbaren Rufe in die Luft schreien. Aber wir müssen uns wohl noch ein Weilchen gedulden. Weiterlesen

Vom Splitter und vom Balken

Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? (Matthäus 7,3)

Vor fünf Wochen haben wir Weihnachten gefeiert. Kommt es Ihnen auch schon länger vor? Trotzdem ist es schön, sich noch einmal bewusst an Weihnachten zu erinnern. An das, was wir den ganzen Dezember über, ja eigentlich immer, herbeisehnen – Jesu Ankunft in dieser Welt, den Frieden, der damit einhergeht. Das alles erwarten wir und vielleicht finden wir es auch für einen kurzen Moment.

Aber jetzt? Sind Sie noch in weihnachtlicher Stimmung? Wenn ich mich umschaue, dann sehe ich eher Frust und steigende Ungeduld. „Hätte der oder die doch mal besser gearbeitet, dann wären wir jetzt schon viel weiter!“ In Matthäus 7 denkt Jesus konsequent weiter, wie ein gutes Zusammenleben aussehen sollte. Weiterlesen

Mein Wunsch: Frieden auf Erden!

Weihnachten wird als das große Fest des Friedens gefeiert. Doch was bedeutet die Hoffnung von Weihnachten in einer friedlosen Welt? Was würde fehlen, wenn es Weihnachten nicht gäbe? Und welche Provokation bedeutet Weihnachten? Auch, wenn die Engel auf den Feldern Bethlehems den „Frieden auf Erden“ ausrufen, verweist dieser weihnachtliche Frieden auf den andauernden Skandal, dass diese Sehnsucht auch im 21. Jahrhundert an vielen Orten der Erde noch immer unerfüllt ist, obwohl alle Mitglieder der Staatengemeinschaft mit der Unterzeichnung der Charta der Vereinten Nationen feierlich eine universale Ächtung des Krieges ausgesprochen und auf den Einsatz jeder Art von militärischer Gewalt verzichtet haben.

Was ist Frieden? Wie wird Frieden? Wo in unserer Bibel Frieden steht, da finden wir in der hebräischen Bibel das Wort Schalom. Und davon singen und reden die Engel der Weihnacht, wenn sie verkünden: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden (Schalom) auf Erden!“ (Lukas 2,14). Weiterlesen

Jauchzet, frohlocket?

Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage, rühmet, was heute der Höchste getan! (Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, BWV 248)

Zum Jauchzen und Frohlocken ruft uns die erste Kantate des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach auf. In jedem Jahr gehört für mich dieses Bachstück zur Einstimmung in diese besondere Zeit des Advents und der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest einfach dazu. Advent heißt Ankunft. In der ersten Kantate geht es um die Zeit vor Jesu Geburt. Die Christenheit preist seine Ankunft („Jauchzet, frohlocket“) mit Pauken und Trompeten und jubelndem Eingangschor. Doch können wir das so einfach, wenn wir uns am Ende dieses Jahres ansehen, was uns das Jahr 2020 so alles gebracht hat? Weiterlesen