Wunderbar tröstlich

Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. (Römer 6,8)

Vor einiger Zeit erreichte mich ein Ultraschallbild über WhatsApp. Erkannt habe ich darauf mal überhaupt nichts. Drunter stand, mit einem lachenden Smiley, nur der schlichte Satz: Es kommt Arbeit auf Dich zu! Ich musste lächeln, weil das bisher die kürzeste Anfrage für eine Taufe war, die ich bekommen habe. Selbst mein Stiefsohn, der nicht einer Redseligsten ist, hat mehr Worte gebraucht um mich zu fragen, ob ich meinen Enkel taufen würde. Weiterlesen

Unendlich tröstend und stärkend

Würde ich hochfliegen, wo das Morgenrot leuchtet, mich niederlassen, wo die Sonne im Meer versinkt: Selbst dort nimmst du mich an die Hand und legst deinen starken Arm um mich. (Psalm 139,9+10)

Ich weiß nicht, ob Sie schon Pläne für diesen Sommer geschmiedet haben. Einfach mal raus aus der Stadt und ins Grüne, in die Berge oder ans Meer. Das 9-Euro-Ticket kann ja helfen, Wünsche und Träume wahr werden zu lassen. Einfach mal irgendwo anders hin, frische Luft schnuppern – auch wenn sich die Luftqualität in Essen ja in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert hat. Weiterlesen

Bereit für die Nachfolge

Ihr werdet mit dem Heiligen Geist erfüllt werden, und dieser Geist wird euch die Kraft geben, überall als meine Zeugen aufzutreten. (Apostelgeschichte 1,8)

Es muss eine ziemlich belastende Zeit gewesen sein damals für die Jünger*innen. Ein ständiges hin und her der Gefühle. Jesus, ihr Lehrer und Freund, hatte ihnen nicht nur von einem neuen Leben erzählt, er hatte sie auch immer schon ein Stückchen daran teilhaben lassen.

Immer wieder holte er für sie „den Himmel auf die Erde“, wenn sie beieinander waren und er ihnen Geschichten von Gottes Liebe erzählte, wenn sie miterleben durften, wie er anderen wieder auf die Füße half, wenn sie sahen, dass Traurige langsam ihre Lebensfreude zurückfanden oder sie Zeugen wurden, wie Menschen, die vorher niemand beachtet hatte, plötzlich mit Achtung und Respekt behandelt wurden. Und auch sie selbst fühlten sich ja angenommen, so wie sie waren; und so wollten sie mit Jesus einen neuen Weg gehen. Weiterlesen

Pfingstwunder, 2022

Die Geburt eines Kindes zu Weihnachten, Auferstehung zu Ostern – und Pfingsten? Pfingsten ist ein Fest, das hinter Weihnachten und Ostern deutlich in den Hintergrund tritt. Dabei ist es unter den drei großen Festen das „geistreichste“.

Die Bibel erzählt von einem Pfingstwunder, das wir fünfzig Tage nach Ostern feiern: Nach dem Tod Jesu sitzen die Jüngerinnen und Jünger voller Trauer in ihren Häusern. Da erfüllt ein mächtiges Rauschen den Raum, Feuer zerteilt sich und lässt sich auf den Köpfen der Jünger nieder. Sie werden vom Geist Gottes erfüllt, der ihnen Kraft und Mut gibt. Und sie lassen sich begeistern, sind bewegt, drängen nach draußen – gehen auf fremde Frauen und Männer zu, kommen in Kontakt, verstehen einander. In einem sind sie sich sicher: das alles bewirkt der Heilige Geist – er ist dynamisch, kraftvoll, belebend. Weiterlesen

Emmaus

Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, brach’s und gab’s ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. (Lukas 24,31-32)

Am 14. und 15. Mai fanden in Rüttenscheid die Konfirmationen statt. Endlich wieder an einem Maiwochenende, so wie wir es gewohnt waren. Wir hatten eine intensive Zeit mit vielen verschiedenen Themen und die Jugendlichen haben sich wunderbar mit all ihren Ideen, Fragen und Gedanken eingebracht. Was dann Mitte Februar in Europa geschehen ist, hat uns natürlich auch in der Gruppe sehr beschäftigt.

Aber gerade in dieser politischen Situation, in der wir uns befinden, war es den Konfirmand*innen absolut wichtig, ein besonderes Zeichen zu setzen. So hatten sie sich ausdrücklich als Thema – oder ich könnte auch sagen als Motto – für ihre Konfirmationsgottesdienste „Hoffnung“ gewünscht. Sie sind der Meinung: Hoffnung ist überall. Hoffnung begleitet uns jeden Tag. Weiterlesen

Auferstehung

Und unsere Hoffnung steht für euch auf festem Grund, weil wir wissen: Wie ihr das Leiden teilt, so teilt ihr auch die Tröstung. (2. Korinther 1,4-7)

Als Jesus von Nazareth vor 2000 Jahren gekreuzigt wurde, da brach dieses schreckliche Ereignis denen, die ihn liebten, das Herz. Alles, woran sie geglaubt, was sie gehofft hatten – es lag vor ihren Augen brutal und unwiederbringlich in Scherben. Nackte Gewalt beendete den Traum vom besseren Leben, von einer gerechten und friedlichen Welt. Nackte Gewalt zerstörte, was sie liebten.

Ich glaube, in diesem Jahr hören wir die Erzählung von dieser Katastrophe anders als in der Vergangenheit. Die täglichen Bilder und Berichte aus der Ukraine gehen uns unter die Haut. Wir erleben mit, was es heißt, wenn eine Hoffnung zerplatzt und die rohe Gewalt herrscht. Der europäische Frieden, an den viele von uns glaubten – die neue Welt, auf die wir nach dem Mauerfall hofften – das alles wurde von diesem Krieg regelrecht platt gemacht. Weiterlesen

Ostern heißt: Gott lässt Leid und Tod nicht siegen

In diesem Jahr fällt mir der lautstarke Osterjubel schwer. Suchend und tastend gehe ich den Weg von Karfreitag hin zum Osterfest. Während der brutale Angriffskrieg auf die Ukraine weiter tobt, befohlen von Wladimir Putin, ausgeführt von der Armee Russlands. Täglich sterben Soldaten, Zivilisten, Frauen und Kinder. Dankbar leihe ich mir Worte aus der Bibel, weil mir selbst die Worte fehlen. Weiterlesen

Jede*r hat das Recht auf einen Platz zum Leben

Sondern wer von euch groß sein will, soll den anderen dienen. (Markus 10,43)

Erste*r sein wollen. Ist das etwas, worum nur Kinder in der Kita oder in der Schule streiten oder ist das vielleicht etwas Urmenschliches? Ist das nicht normal, sich für die eine oder andere Gelegenheit schon einmal frühzeitig um einen (guten) Platz zu bemühen? Langsam ist ja so manches wieder möglich – und da muss man oft schnell sein, wenn man für das eine oder andere z.B. noch Karten bekommen möchte.

Und überhaupt ist es ja auch grundsätzlich im Leben wichtig, einen Platz zu finden. Einen Platz zum Wohnen, einen Arbeitsplatz, einen Platz, an dem ich mich sicher, wohl und geborgen fühle. Weiterlesen

Trau dich, hab keine Angst!

Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn. (Matthäus 14,31)

Das traust du dir nie! Angsthase! – Na klar kann ich das! Wenn du das schaffst, schaffe ich es erst recht! – Kennen Sie solche Szenen? Können Sie sich daran erinnern, an diese Wettkämpfe unter Kindern? An das Springen vom Fünf-Meter-Brett? Wenn ich heute daran denke, wird mir richtig schlecht. Das Drei-Meter-Brett hatte mir schon Hochachtung abgerungen – da musste ich natürlich runter, weil ich das Jugendschwimmer-Abzeichen haben wollte. Aber jetzt der Fünfer? Was hatte ich Angst. Alter Schwede, war das hoch! Beim Hinuntergucken kamen ja noch die Wassertiefe dazu und mein eigener Meter. Warum nur hatte ich den Mund so voll genommen? Weiterlesen

Vorbild des Glaubens

Da das Jesus hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich ich sage euch: Solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden! (Matthäus 8,10)

Vor kurzem noch das Kind in der Krippe und die Eltern, die in ihre neue Rolle hineinwachsen müssen – eigentlich wie alle Eltern auf der Welt. Von Anfang an viel Besuch – auch nichts Ungewöhnliches, die Freude über das Neugeborene, aber eben auch schon mehr als das. Immer verbunden mit Hoffnung auf Zukunft, auf Veränderung, auf Frieden. Und so lässt auch die Vielfalt der Gäste schon Besonderes erwarten, einfache Hirten mit ihren Tieren und am Ende weitgereiste ehrwürdige Wissenschaftler – vielleicht sind es sogar Könige. Weiterlesen