1.) Ein Mann trifft in New York in einem Café eine Frau, die exakt so aussieht wie seine Ex-Freundin Debbie. Es stellt sich heraus, dass sie tatsächlich eine Version von Debbie ist, allerdings stammt diese Debbie aus einem Paralleluniversum. Die „echte“ Debbie war nach Australien ausgewandert. Ihre Doppelgängerin nimmt in ihrem Paralleluniversum an einer bizarren TV-Show teil. Sie wurde auf unsere Erde geschickt, um die eine Sache zu finden, die ihre Welt von unserer unterscheidet. Findet sie diese Besonderheit, gewinnt sie eine Million Dollar. Wenn nicht, muss sie für immer in unserer Realität bleiben. In der letzten Runde der Show waren es die Selfie-Sticks, die in ihrer Welt fehlten. Weiterlesen
Schlagwortarchiv: Religion
Klarheit statt Eindeutigkeit
Sehr verehrte Damen und Herren, und alle dazwischen und außerhalb! Wer das Format „ZDF Magazin Royale“ kennt, kennt auch die Anrede, mit der Jan Böhmermann die Zuschauer wöchentlich begrüßt. Das klingt umständlich, vor allem wenn er in einer Sendung die Redewendung mehrmals verwendet. Sehr verehrte Damen und Herren, und alle dazwischen und außerhalb! Was ist das? Provokation, Ironie? Wahrscheinlich beides. Längst haben wir uns daran gewöhnt, wenn bei einer Stellenausschreibung in Klammern die Kürzel w, m, d für weiblich, männlich, divers stehen. Weiterlesen
Don’t panic!
Es ist erfrischend, wenn jemand außerhalb der eigenen Tradition die Botschaft des Evangeliums aufgreift – wie Jonathan Rauch. Der preisgekrönte US-Journalist (u. a. für The Atlantic) diskutiert im Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Sasha Mounk, in welcher Beziehung das Christentum zu Gesellschaft und Demokratie steht. Seine Gedanken erinnern an den Satz von Ernst-Wolfgang Böckenförde: Die Demokratie lebt von Voraussetzungen, die sie selbst nicht schaffen kann.
Rauchs Aussagen sind umso bemerkenswerter, als er sich selbst als jüdischen Atheisten bezeichnet. Er beleuchtet drei christliche Grundpfeiler, die von der religiösen Rechten oft ins Gegenteil verkehrt werden – und die für Christen wie Nichtchristen gleichermaßen gelten sollten. Weiterlesen
Happy Birthday, Grundgesetz!
Heute feiern wir den 77. Geburtstag unseres Grundgesetzes. 77 Jahre Freiheit. 77 Jahre Menschenwürde. 77 Jahre Demokratie in Deutschland. Ich spreche heute zu Ihnen als Superintendentin der Evangelischen Kirche in Essen und als Sprecherin der Allianz für Weltoffenheit, Solidarität, Demokratie und Rechtsstaat – gegen Intoleranz, Menschenfeindlichkeit und Gewalt.
Wer sind wir, die Allianz? Wir sind ein Bündnis der Zivilgesellschaft in Essen. Gegründet im Jahr 2016 – in einer Zeit, in der viele Geflüchtete nach Deutschland kamen und manche versuchten, Ängste gegeneinander auszuspielen. Damals haben wir gesagt: Nicht mit uns. Weiterlesen
Sternenregen
Im digitalen musikalischen Adventskalender unserer Kirchengemeinde Haarzopf erklang am 7. Dezember die Tatort-Melodie. Und es wurde gefragt: was hat denn ein Krimi mit Weihnachten zu tun? Wie sich herausstellt: eine ganze Menge. Weihnachten ist nämlich auch ein Krimi: das Licht ermittelt gegen die Dunkelheit. Die Liebe versucht das Böse im Zaum zu halten. Das ist spannend wie ein Krimi bis auf den heutigen Tag. Und spannend ist es schon ziemlich lange: In keiner uns bekannten Zeit fand dieser Krimi nicht statt. Weiterlesen
Ihr seid geliebt
Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge. (Apostelgeschichte 26,22)
Seit 125 Jahren wird in unserer Thomaskirche das biblische Wort gehört und bedacht, feiern Menschen Taufe, Konfirmation und Trauung, auch manche Trauerfeiern. Viele von Ihnen verbinden Erinnerungen mit dieser Kirche.
Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag und stehe nun hier und bin sein Zeuge – diese Worte soll der Apostel Paulus gesprochen haben, als er befragt wurde, um zu klären, ob er in Haft und vor Gericht muss. Der Apostel Paulus war wohl der erfolgreichste Missionar der jungen christlichen Gemeinden, ohne sein Wirken wäre das Christentum vielleicht nie zur Weltreligion geworden. Weiterlesen
Pfingsten – auch für dich!
Es heißt, die meisten Menschen können immer weniger etwas mit den christlichen Fest- und Feiertagen anfangen. Weiterlesen
Glaubwürdigkeit ist das Schwerste – Zum 80. Todestag von Dietrich Bonhoeffer
1. „14.4.1943. Liebe Eltern! Vor allem müsst Ihr wissen und auch wirklich glauben, dass es mir gut geht. Leider kann ich es Euch erst heute schreiben, aber es war wirklich die ganzen zehn Tage so.“
So unspektakulär, so privat beginnt der erste Brief Dietrich Bonhoeffers aus der Militärabteilung des Gefängnisses Berlin-Tegel. Dorthin war er nach seiner Verhaftung am 5. April 1943 gebracht worden. Er wäre sicher überrascht gewesen, hätte ihm damals jemand gesagt, welche Wirkungen seine Briefe an seine Eltern und an seinen besten Freund Eberhard Bethge einmal haben würden. Dietrich Bonhoeffer wurde am 9. April 1945 im Alter von 39 Jahren wegen seiner Beteiligung an der Vorbereitung des gescheiterten Attentats vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet. In diesem Jahr gedenken wir seines 80. Todestages. Weiterlesen
Begegnungen
Unter der Überschrift Begegnung sind einige meiner großformatigen Bilder bis zum 28. Februar in der Essener Marktkirche zu sehen. Das Thema hat eine echte Tiefendimension. Zunächst einmal geht es um Begegnungen mit Kunst in der ältesten protestantischen Kirche in der Innenstadt. Doch schauen wir etwas tiefer.
Kunst hat immer viele Aspekte und Dimensionen, ästhetische natürlich, aber auch wirtschaftliche, therapeutische, politische und eben auch spirituelle, nicht unbedingt im Sinne einer bestimmten religiösen Tradition und doch – ohne ein Momentum des Spirituellen würde der Kunst, egal wie sie sich versteht etwas fehlen. Weiterlesen
Ist Blut dicker als Wasser?
Vor 25 Jahren habe ich bei meiner Antrittspredigt in der Psychiatrie hier in Essen über eine Frage nachgedacht, die mich immer mal wieder beschäftigt hat; nämlich die Frage: Ist Blut wirklich dicker als Wasser?
Vielleicht kennen sie die Redewendung: „Blut ist dicker als Wasser“. Damit ist gemeint, dass Bindungen innerhalb der Familie immer stärker, prägender und letztlich wichtiger bleiben als spätere Bindungen oder Beziehungen mit nicht verwandten Menschen. Weiterlesen