Du bist ein Gewinn!

Im Rahmen eines Pastoralkollegs haben 23 Teilnehmende aus Essen fünf Tage lang Erfahrungen in Wittenberg und Berlin gesammelt – auf der Suche nach Anregungen für die Zukunft unserer Kirche in Essen. Ein Vorbereitungsteam hatte zwischen Wittenberg und Berlin in Ost und West Orte und Projekte aufgespürt, die eine Kirche ahnen ließ, die sich zukünftig nicht mehr darauf verlassen kann und will, dass eine Mehrheit sie mit Kirchensteuern trägt.

Dabei haben wir Menschen getroffen, die von einer neuen Gestalt von Kirche erzählten, jenseits vertrauter und bekannter Pfade. Von einer Kirche, die in Lücken und aufgegebene Orte hinein das Träumen und Hoffen nicht lässt – gerade auch heute, angesichts der jüngsten Wahlergebnisse und ihrer Folgen für Politik, Kultur und Gesellschaft. Weiterlesen →

Klarheit statt Eindeutigkeit

Sehr verehrte Damen und Herren, und alle dazwischen und außerhalb! Wer das Format „ZDF Magazin Royale“ kennt, kennt auch die Anrede, mit der Jan Böhmermann die Zuschauer wöchentlich begrüßt. Das klingt umständlich, vor allem wenn er in einer Sendung die Redewendung mehrmals verwendet. Sehr verehrte Damen und Herren, und alle dazwischen und außerhalb! Was ist das? Provokation, Ironie? Wahrscheinlich beides. Längst haben wir uns daran gewöhnt, wenn bei einer Stellenausschreibung in Klammern die Kürzel w, m, d für weiblich, männlich, divers stehen. Weiterlesen →

Befreiung. Vergebung. Frieden.

Israelsonntag. Meine spontane Reaktion ist: Ich mache im Gottesdienst einfach etwas anderes. Bloß dieses Thema nicht. Vermintes Gelände. Kann ich dazu irgendetwas sagen, ohne dass ein Shitstorm mich trifft? Woher auch immer? Aber dann: Meine Furcht vor dem Thema zeigt ja eigentlich – dass wir drüber reden müssen. Gerade WEIL es so schwierig ist.

Und ich sah ein Interview mit Joachim Gauck bei Markus Lanz. Lanz fragt ihn nach seiner Position nach Israel. Gauck holt tief Luft. Er sagt, dass es natürlich nicht geht, was Israel in Gaza macht. Er sagt aber auch: Diese Worte presse ich aus mir hervor, ich bringe es kaum über die Lippen. Man sieht, wie er körperlich damit ringt, es auszusprechen. So geht es mir auch. Ich presse es aus mir heraus: Kritik an Israel. Weiterlesen →

Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden

Ich habe auf das richtige Pferd gesetzt, aber es hat nicht gewonnen. Mit diesen Worten beginnt der Film „Gundermann“ über einen Künstler der DDR. Schon oft wurde im Lauf der Zeiten diese Erfahrung gemacht: auf etwas zu setzen, was nicht gewinnt. In der deutschen Geschichte hat es diese Erfahrung im vergangenen Jahrhundert gleich zweimal gegeben: 1945 und 1989.

Ich hatte vor ein paar Tagen ein Gespräch mit einer alten Dame. Sie erzählte mir sehr eindrücklich, wie schwer es für sie als junge Frau war zu verstehen, dass sie an etwas geglaubt hatte, das nicht nur verloren hatte, sondern grundfalsch war. Was sie nach 1945 über das Deutschland erfuhr, für das sie so begeistert gewesen war, entsetzte sie nachhaltig. Und dafür hatten ihre beiden Brüder und ihr Vater ihr Leben gegeben. Weiterlesen →

Jesus ist auferstanden? Das glaubt doch kein Mensch!

Es ist normal, dass sich die Bedeutung von Festen ändert, oder dass die Menschen mit der Zeit etwas damit verbinden, was ursprünglich gar nicht dazu gehörte. Jeder weiß, dass Schokoladen-Osterhasen oder Osternester mit Süßigkeiten oder anderem Inhalt nicht den Ursprung des Osterfestes ausmachen. Weiterlesen →

Wir müssen sprachfähiger werden

Seid allezeit bereit, Rede und Antwort zu stehen vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist. (1. Petrus 3,15)

Wer diese Worte aus dem ersten Brief des Apostels Petrus liest, wird wohl zuerst an den Worten „Rede und Antwort“ und „Rechenschaft“ hängen bleiben und sie mit den Veröffentlichungen der Missbrauchsstudie der Evangelischen Kirche in Deutschland verbinden. In ihr wird sehr klar die Schuld von Institution und Menschen der Kirche benannt. Die Betroffenen kommen deutlich zu Wort und es wird offenbar, wie groß das Versagen der Evangelischen Kirche ist. Weiterlesen →

Jahreslosung #4: Lasst uns damit anfangen!

Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe. (1. Korinther 16,14)

Die Jahreslosung ist für mich ein Bibelwort, an dem wir uns immer wieder orientieren sollen und das wie ein roter Faden für das Jahr ist. Die Losung soll uns helfen, soll uns stärken, uns unterstützen – bei all dem, was im Jahr auf uns zukommt. Sie soll dem Jahr eine Richtung weisen.

„Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe“ – da höre ich einen enorm hohen Anspruch und denke: wie schön wäre es, wenn wir das schaffen könnten, wenn wir schon auf diesem Weg wären, wenn Menschen so miteinander umgehen würden. Doch die Realität sieht leider an vielen Punkten anders aus. Weiterlesen →

Zeit für Gott, Zeit für dich

Alles hat seine Zeit und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde. (Prediger 3,1)

Die meisten von Ihnen werden dieses biblische Wort kennen. Die Gesamtpassage, die dieser Vers einleitet, wirbt für ein „carpe diem“ (lat. „Nutze den Tag“) – man solle sich des Schönen freuen, denn das Schwere kommt bestimmt auch. Mancher hat im Leben die Erfahrung machen müssen, dass das Vertagen von Plänen und Wünschen in die Zukunft, dazu führte, dass die Pläne nicht mehr umgesetzt und die Wünsche nicht mehr erfüllt werden konnten. Weiterlesen →

Friedensgruß zum Arche Noah-Fest

Der Krieg in der Ukraine ist schrecklich – und er ist gleichzeitig nicht der einzige Krieg in der Welt. Er hat die Berichte über die anderen Kriege weitgehend verdrängt, weil er in Europa stattfindet. Nur wenige Flugstunden von hier. Die Bilder zerbombter Häuser, zerstörten Lebens und flüchtender Menschen machen mich oft sprachlos.
Angesichts dieser Gewalt erscheint mir persönlich in diesem Jahr unser Arche Noah-Fest so wichtig wie nie: ein Fest, das die Verständigung und das Miteinander verschiedener Religionen und Kulturen feiert! Weiterlesen →

Tue Gutes und rede darüber – aber richtig!

Tue Gutes und rede darüber. Diese Lebensweisheit wird gerne zitiert. Gerade in der Werbung überbieten sich manche Konzerne damit, was sie alles Gutes tun. Beim Evangelisten Matthäus hat diese Aussage ein anderes Gepräge. So heißt es im 5. Kapitel, Verse 15 und 16: Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. Weiterlesen →