Kaum zu glauben!

Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten: Es ist der Herr. (Johannes 21,12)

Nachdem Jesus auferstanden ist, zeigt er sich immer wieder seinen Jüngern. So auch an jenem Tag, als sieben von ihnen am See Tiberias fischen sind, ihnen aber nichts ins Netz gehen will. Da kommt ein Mann auf sie zu und sagt ihnen, sie sollen die Netze nochmal auf der anderen Seite auswerfen. Und es stimmt! Plötzlich fangen sie so viele Fische wie selten. Mit einem Mal erkennen die Jünger: das ist Jesus! Freudig eilen sie ihm entgegen. Und wie Jesus es immer getan hat, isst er mit ihnen und teilt mit ihnen das Brot.

Wie schwer fällt es uns – aber auch den Jüngern damals – einfach zu glauben ohne jeglichen Beweis. Aber versetzen wir uns mal in die die Lage der Jünger und Jüngerinnen damals. Sie erleben hautnah mit, wie Jesus ermordet wird. Und dann plötzlich soll da wieder Hoffnung sein? Jesus ist gar nicht tot, sondern ist auferstanden? Das ist schwer zu glauben. Dann zeigt sich Jesus seinen Jüngern auf dem See Tiberias. Aber etwas scheint anders, sie erkennen den Freund nicht sofort. Etwas hat ihn verändert: der Tod, das Erlebte? Wir wissen es nicht genau. Weiterlesen

Durch die Auferstehung ist uns die Zukunft offen

Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? (Johannes 20,14-15)

Immer wenn ich diese Verse lese, versuche ich, mich in Maria hineinzuversetzen und fühle dabei erst einmal Traurigkeit und dann Verwunderung. Stellen Sie sich vor, Sie wollen einen verstorbenen Verwandten auf dem Friedhof besuchen. Doch als Sie an dem Grab ankommen, ist es offen, leer. Und mehr noch. Sie drehen sich um und da steht der Verstorbene, lächelt Sie an und spricht mit Ihnen. Also ich hätte mich, ganz ehrlich, erst einmal zu Tode erschrocken!

Die Auferstehung. Ein so wunderbares Ereignis. Eine so wundervolle Hoffnung. Aber mal ehrlich: was ist damit eigentlich gemeint? Dass wir leiblich wieder von den Toten aufstehen? Dass unser Geist aufersteht? Warum erkennen seine Freunde Jesus manchmal und manchmal auch nicht? Weiterlesen

Der Ruf gilt uns

Fürchtet euch nicht! Jesus lebt. Er ist auferstanden. (Markus 16,6)

Es war ein fürchterlicher Tag gewesen, den die Frauen, den Maria Magdalena, Maria, die Mutter des Jakobus und Salome erlebt hatten: Die Verurteilung und dann die Kreuzigung ihres Freundes Jesus. Der Tod des Menschen, den sie so sehr liebten und den sie dann so schrecklich leiden sahen und verloren glaubten. Es war dunkel in ihnen drinnen und dann wurde es Nacht. Der Schlaf ist zwar irgendwann gekommen, hat aber keine Erholung gebracht. Weiterlesen

Der Apostel Paulus war ein Körnerpicker wie wir alle

„Der Apostel Paulus war ein Körnerpicker wie wir alle“ – was soll das heißen? Ein einziges Mal wird Paulus im Neuen Testament so genannt, „Körnerpicker“, griechisch spermológos. Das berichtet oder denkt sich der Evangelist Lukas, des Apostels erster Biograph, aus und erzählt lebendig davon in seiner Apostelgeschichte, im Kapitel 17. Davon will ich jetzt berichten, so kurz es geht.

Als der Apostel Paulus in die berühmte Stadt Athen gekommen war, um hier Jesus Christus zu verkündigen und wo sein missionarischer Erfolg fast gleich Null gewesen ist, versäumte Lukas die Gelegenheit nicht, die Kenntnisse des Apostels in der jüdischen und hellenistischen Tradition auf diesem besonderen Terrain auszubreiten. Und der Evangelist weiß, warum! Auf der Agorá, dem Forum, dem Markt Athens, stellten weise Häupter wie Sokrates und andere ihre philosophischen Fragen und versuchten die Bürger zum Nachdenken zu bringen. Weiterlesen

Kleines Osterfest

Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. (Johannes 12,23-24)

Es ist immer ein schlimmer Moment, wenn man auf einmal merkt, dass zwei Seiten, die ein Ganzes ergeben haben, nicht mehr zusammenpassen. Menschen, die sich einmal geliebt haben, merken: es geht nicht mehr. Ein gemeinsames Leben ist nicht mehr möglich. Wenn ein Streit so nachhaltig gewesen ist, dass der Bruch in der Beziehung einfach nicht mehr repariert werden kann. Vielleicht hat man vertraut, dass Gott seinen Segen dazugibt. Aber jetzt ist alles dahin. Weiterlesen

Hören und Handeln

Wer sich meine Worte nur anhört, aber nicht danach lebt, der ist so unvernünftig wie einer, der sein Haus auf Sand baut. (Matthäus 7,26)

Christinnen der Republik Vanuatu haben dieses Jahr den Weltgebetstag vorbereitet. Vanuatu ist ein kleines Land im Pazifischen Ozean. Es sind 83 Inseln. Sie liegen in etwa zwischen Australien und Neuseeland. Nicht auf allen Inseln leben Menschen. Nur 67 Inseln sind bewohnt. Vanuatu ist ein Südseeparadies. Doch dieses Land ist in Gefahr: Durch den Klimawandel steigt der Meeresspiegel. Vanuatu droht zu versinken. Furchtbare Wirbelstürme verwüsten das Land. Erdbeben zerstören immer wieder die Dörfer und Städte. Auf Vanuatu gibt es auch noch sieben aktive Vulkane. Daher fragen die Frauen aus Vanuatu: Worauf bauen wir? Was trägt unser Leben? Weiterlesen

Der Apostel Paulus als Architekt der Mitarbeitenden und die Zukunft der Kirche

Durch den Apostel Paulus, den Architekt der Mitarbeitenden (vgl. 1. Korinther 3,10), lernt die Kirche immer wieder neu, dass sie, also wir, ein Gemeinschaftswerk ist. Paulus und seine etwa 19 Mitarbeitenden haben uns das im 1. Jahrhundert vorgemacht. Das wollen wir uns durch diesen Beitrag näher anschauen.

Sein liebster, wichtigster und ältester Mitarbeiter (Römer 16,21 „mein synergós“) ist Timótheos/us mit dem schwer auszusprechendem Namen. Er wurde in Lystra (Lykaonien) in Kleinasien geboren als Sohn eines heidnischen Vaters und einer jüdischen Mutter Eunika. Sie und seine Großmutter erzogen ihn in der Gottesfurcht und in der Liebe zu den heiligen jüdischen Schriften. Weiterlesen

Gottes bedingungsloses ‚Ja‘

Wie gerne hätten wir auch in diesem Jahr einen ökumenischen Gottesdienst zum Buß- und Bettag gefeiert! In vielen Gemeinden sind diese Gottesdienste eine gute alte Tradition. Deshalb schadet es nicht, wenn wir uns noch einmal erinnern: diese ökumenischen (!) Gottesdienste am Buß- und Bettag blühten in besonderer Weise auf und wurden zum Symbol ökumenischer Solidarität, als der evangelische (!) Buß- und Bettag 1994 zugunsten der Pflegeversicherung als gesetzlicher Feiertag aufgehoben wurde. Damals zu spüren: „das ist auch unseren katholischen Geschwistern nicht gleichgültig“, das war eine Wohltat. Weiterlesen

Von Scherben, Chancen und Neuanfang

Da liegt sie, die wunderbare Keramikschale, zerschellt in tausend Teile. Die schöne Urlaubserinnerung ein Haufen Scherben. Dabei war sie so stabil, so sicher im Stand, strahlend in ihrer Bemalung, ein echt gutes Stück. Durch eine einzige unvorsichtige Bewegung ist davon nicht mehr viel übriggeblieben. Nun liegen die Scherben auf dem Boden.

Auch im Leben kennen wir Brüche. Vorstellungen, Beziehungen, Lebensgrundlagen geraten ins Wanken und zerbrechen. Nicht selten sagen Menschen: „Ich stehe vor einem Scherbenhaufen.“ Die zerborstene Keramikschale und der Scherbenhaufen des Lebens, was ist zu tun? Zusammenkehren und entsorgen? Weiterlesen

Gut vorbereitet?

Der Deutsche an sich scheint ein reinliches Wesen zu sein. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass wir nun, mit Eintritt in die zweite Welle der Pandemie, schon wieder über einen Mangel an Toilettenpapier klagen müssen. Mich hat es schon im März und April irritiert, dass die Deutschen sich mit diesem besonderen Papier so eindecken, obwohl es bei Covid-19 nicht um eine Durchfallerkrankung geht. Aber so ist das halt, da ist eine große Sorge in vielen Menschen, dass die Umstände einen überraschen könnten. Die meisten von uns möchten vorbereitet sein, wenn sie womöglich eine Quarantäne trifft oder sie über einen längeren Zeitraum wegen eines Lockdowns die Wohnung nicht verlassen dürfen.

Und so erlebe ich auch viele Mitmenschen von mir: Man möchte vorbereitet sein auf den Fall der Fälle, man möchte sein Leben planen und nicht überrascht werden, man hat die Dinge, die einen selbst betreffen, am liebsten alle auch selbst im Griff. Weiterlesen