Sehr verehrte Damen und Herren, und alle dazwischen und außerhalb! Wer das Format „ZDF Magazin Royale“ kennt, kennt auch die Anrede, mit der Jan Böhmermann die Zuschauer wöchentlich begrüßt. Das klingt umständlich, vor allem wenn er in einer Sendung die Redewendung mehrmals verwendet. Sehr verehrte Damen und Herren, und alle dazwischen und außerhalb! Was ist das? Provokation, Ironie? Wahrscheinlich beides. Längst haben wir uns daran gewöhnt, wenn bei einer Stellenausschreibung in Klammern die Kürzel w, m, d für weiblich, männlich, divers stehen. Weiterlesen
Schlagwortarchiv: Evangelium
Don’t panic!
Es ist erfrischend, wenn jemand außerhalb der eigenen Tradition die Botschaft des Evangeliums aufgreift – wie Jonathan Rauch. Der preisgekrönte US-Journalist (u. a. für The Atlantic) diskutiert im Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Sasha Mounk, in welcher Beziehung das Christentum zu Gesellschaft und Demokratie steht. Seine Gedanken erinnern an den Satz von Ernst-Wolfgang Böckenförde: Die Demokratie lebt von Voraussetzungen, die sie selbst nicht schaffen kann.
Rauchs Aussagen sind umso bemerkenswerter, als er sich selbst als jüdischen Atheisten bezeichnet. Er beleuchtet drei christliche Grundpfeiler, die von der religiösen Rechten oft ins Gegenteil verkehrt werden – und die für Christen wie Nichtchristen gleichermaßen gelten sollten. Weiterlesen
Stadtradeln #2: SucheSicherenRadweg – und weitere Wege!
Wer sich auf der Stadtradeln-Homepage angemeldet hat und auch schon die erste Willkommensmail unseres Teamkapitäns Frank Rosinger erhalten hat, wird über den Hashtag #SucheSicherenRadweg gestolpert sein. Sicherlich kann jeder von uns, der mit dem Fahrrad unterwegs ist, sich mit dieser Aussage identifizieren. Einen eigenen Weg zu haben, auf dem man sicher und recht abgeschirmt stressfrei Rad fahren kann – das bieten leider nur unsere niederländischen Nachbarn im großen Ausmaße an. Weiterlesen
Tu’s trotzdem!
Jesus war in Betanien. Er war zu Gast bei Simon, dem Aussätzigen. Als er sich zum Essen niedergelassen hatte, kam eine Frau herein. Sie hatte ein Fläschchen mit Salböl dabei. Es war reines kostbares Nardenöl. Sie brach das Fläschchen auf und träufelte Jesus das Salböl auf den Kopf. (Markus 14,3)
„Soll ich? Oder soll ich nicht?“ Ich stelle mir vor, dass sie da draußen vor dem Haus des leprakranken Simon steht, bei dem Jesus mit seinen Jüngern gerade zu Gast ist. Und sich jetzt entscheiden muss, ob sie wirklich hineingeht oder nicht. Wenn sie zögert, dann nicht, weil sie Zweifel wegen der Gesundheit des Hausherrn hat. Sondern weil sie eine Frau ist, die da nicht hingehört. In diese Männerrunde. Weiterlesen
Aus Verlust entsteht wieder Neues
Liebe Gemeinde, heute, am 26. Oktober, nehmen wir Abschied von der Apostelkirche. Wir feiern einen letzten Gottesdienst. Und wir alle sind mit gemischten Gefühlen hier, ob als Glieder der Gemeinde, als Mitglieder des Presbyteriums, als Christ*innen oder als Bürger*innen dieses Stadtteils.
Manche erinnern sich an wichtige Gottesdienste in dieser Kirche und sind traurig, bei anderen überwiegen vielleicht Schuldgefühle, dass sie diesen Abschied in die Wege geleitet haben. Manche hier spüren heute weniger Aufbruch als Verlust. Bei wiederum anderen mischt sich Hoffnung hinein, neue Wege gehen zu können. Weiterlesen
Abschied und Neubeginn
Seit 1913 hat die Apostelkirche im Essener Westen Geschichte geschrieben. Heute, im Jahr 2025, wird die Kirche entwidmet und dieses wertvolle Kapitel der Gemeindegeschichte geschlossen. Eine schmerzhafte Erfahrung für viele, die mit diesem Ort tief verbunden sind – während gleichzeitig ein neues hoffnungsvolles Kapitel der Gemeindegeschichte aufgeschlagen wird. Weiterlesen
#Osterimpuls: Aus der Dunkelheit heraustreten
Ostern feiern. Wunderbar, die Schokoladenhasen in Goldpapier und roter Schleife. Bunte Eier und alles blüht und grünt. Im besten Fall scheint sogar die Sonne. Ostern ist ein schönes, fröhliches Fest. Zu recht: es geht um Leben, Auferstehung, Befreiung. Weiterlesen
Die Jahreslosung ist unser Kompass
Prüft alles und behaltet das Gute! (1. Thessalonicher 5,21)
Die biblische Jahreslosung für das Jahr 2025 höre ich als klaren Auftrag an uns als Kirche, innezuhalten und alles sorgsam auf den Prüfstand zu stellen. Was brauchen die Menschen von uns als Kirche im kommenden Jahr? Auf welche Weise können wir als Kirche segens- und seelenvoll für die Menschen da sein? Wovon müssen und dürfen wir uns verabschieden, weil sich Ansprüche und Bedürfnissen verändert haben? Weiterlesen
Aus Schweigen wurde Zuversicht
Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. (Markus 16,6)
Im Evangelium nach Markus ist der Engel mit seinem „Entsetzt euch nicht!“ nicht sehr erfolgreich. Gemäß Markus fliehen die Frauen, zittern vor Angst und fürchten sich so sehr, dass sie niemandem etwas sagen. In der Forschung wird angenommen, dass diese Angst und Furcht der ursprüngliche Schluss des Evangeliums sind – und erst in späteren Jahren, was mich nun so gar nicht wundert, weitere Verse angeschlossen wurden, in denen dann doch von der Auferstehung erzählt wird. Weiterlesen
Jahreslosung #1: Das Wichtigste ist, im Gespräch zu bleiben
Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe. (1. Korinther 16,14)
Fast zum Schluss des 1. Korintherbriefes gibt der Apostel Paulus diese Mahnung heraus: „Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“ Im gleichen Brief hat er mit dem berühmten Hohelied der Liebe (1. Kor. 13) festgehalten, dass die Liebe der Sinn des Lebens ist: ohne Liebe ist alles nichts. Mit Liebe zu leben ist, was uns Christen und Christinnen auszeichnen sollte. Weiterlesen