Am 6. September wurde in Sachsen-Anhalt gewählt. Das Ergebnis ist da, und es tut weh. Ich spreche zu Ihnen als Diakoniepfarrer unserer Stadt. Als Diakonie und Evangelische Kirche blicken wir heute mit großer Sorge auf die politische Entwicklung in unserem Land. Eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei hat über 40 Prozent der Stimmen bekommen. Viele von uns, die täglich für die Schwächsten in unserer Gesellschaft arbeiten, fühlen heute Enttäuschung oder gar Angst. Doch genau deshalb stehen wir hier. Unser Einsatz ist wichtiger denn je! Unser Aufschrei ist wichtiger denn je! Weiterlesen
Schlagwortarchiv: Angriff
Mutmacher-Losung
Prüft alles und behaltet das Gute! (Thessalonicher 5,21)
Nun ist schon fast der erste Monat des neuen Jahres 2025 vorbei und ich denke, inzwischen sind wir alle längst dort angekommen, bereit, uns den kommenden Monaten zu stellen, mit allem, was sie bringen mögen. Wir ahnen oder wissen von Aufgaben und Herausforderungen, die an uns gestellt werden. Es gibt vieles, auf das wir uns freuen können. Gemeinsame Begegnungen und Feste. Auch bei uns in der Gemeinde. 29 Jugendliche werden im Mai ihre Konfirmation feiern. Weiterlesen
Beherzt und beseelt: Die Essener Innenstadt
Unsere dritte Ortsbegehung beginnt mit einem Zeitsprung in den Mai 1943. Da, wo Sie jetzt sitzen, und wir heute Abend „Reformation“ feiern, brannten lichterloh Kirchenbänke und Empore. Nach einem Bombenangriff auf die Essener Innenstadt blieb von der Kreuzeskirche nur ein Torso und Gerippe übrig. Die Bomben fielen nicht überraschend und aus heiterem Himmel. Essen, die Kruppstadt, erntete, was sie gesät hatte: Hass und Vergeltung. Weiterlesen
Auferstehung ins Leben
Haltet Christus in euren Herzen heilig. (1. Petrus 3,15)
Was würden Sie antworten, wenn Sie jemand auf der Straße anspricht und Sie fragt: „Worauf hoffst du in dieser schwierigen Zeit? Und was gibt dir Zuversicht?“
Vielleicht würden Sie mir antworten, dass Sie auf das Ende der Kriege um uns herum hoffen. Und sich wünschen, dass wir hier weiterhin in Frieden leben können. Oder dass Sie hoffen, dass wir die Klimakrise in den Griff bekommen. Vielleicht hoffen Sie auch, dass unsere Gesellschaft beieinanderbleibt und wir zusammen die Herausforderungen unserer Zeit gelöst bekommen. Vielleicht richtet sich Ihre Hoffnung eher darauf, dass persönliche Sorgen verschwinden, dass es in Familie und Beruf rund läuft. Weiterlesen
Krieg in der Ukraine: Zeugnisse der Flucht
Wenn ich an den Beginn des Krieges denke, dann ist es, als wäre das erst gestern geschehen. Vor allem die Zeugenaussagen von Menschen, die unmittelbar vom Krieg betroffen sind, gehen mir nahe, immer wieder. Erst vor einigen Tagen hat mich das Gespräch mit vier aus der Ukraine geflüchteten Frauen tief berührt. Alle vier sind Mütter, die mit ihren Kindern zu uns nach Essen geflohen sind.
In der Begegnung mit ihnen wurde mir klarer denn je, wie zerbrechlich und gefährdet unser Leben ist. Sie wurden mitten aus dem Leben gerissen – lebten, liebten, lachten, weinten, arbeiteten als Lehrerin oder Bankangestellte – und plötzlich, mit dem frühen Morgen des 24. Februar 2022, war alles anders. Ihr Leiden geht mitten durch mein Herz – zwei dieser Berichte haben wir hier veröffentlicht. Weiterlesen
Krieg und Kirche – ein Versuch
Von einem früheren Kollegen kam der Wunsch, nicht nur Politisches und Geschichtliches zum gegenwärtigen Kriegsgeschehen zu hören bzw. zu lesen, sondern auch etwas Theologisches. Ich möchte versuchen, diesem Wunsch nachzukommen.
Dabei folge ich Karl Barth, weil mich das, was er zum Thema Krieg geschrieben hat, noch immer am meisten überzeugt. Barth hat sich im Laufe seines Lebens vielfach zum Thema „Krieg“ geäußert, am umfassendsten und gründlichsten in Band III/4 seiner „Kirchlichen Dogmatik“, dort im Abschnitt „Der Schutz des Lebens“ (Seite 515-538). Der Band ist 1951 erschienen. In meinen Augen haben seine Ausführungen nichts an inhaltlicher Berechtigung und Aktualität verloren trotz der 70 Jahre, die uns vom Erscheinen des Bandes trennen. Weiterlesen