Tu’s trotzdem!

Jesus war in Betanien. Er war zu Gast bei Simon, dem Aussätzigen. Als er sich zum Essen niedergelassen hatte, kam eine Frau herein. Sie hatte ein Fläschchen mit Salböl dabei. Es war reines kostbares Nardenöl. Sie brach das Fläschchen auf und träufelte Jesus das Salböl auf den Kopf. (Markus 14,3)

„Soll ich? Oder soll ich nicht?“ Ich stelle mir vor, dass sie da draußen vor dem Haus des leprakranken Simon steht, bei dem Jesus mit seinen Jüngern gerade zu Gast ist. Und sich jetzt entscheiden muss, ob sie wirklich hineingeht oder nicht. Wenn sie zögert, dann nicht, weil sie Zweifel wegen der Gesundheit des Hausherrn hat. Sondern weil sie eine Frau ist, die da nicht hingehört. In diese Männerrunde. Weiterlesen

Hoffnung, die im Kleinen wurzelt

Der Herr ist den Lebenden und den Toten gnädig. (Ruth 2,20)

Gelegentlich finden sich in biblischen Erzählungen (nach meinem Eindruck besonders im „Alten“ Testament) programmatische Sätze, die weit über ihren eigentlichen Zusammenhang hinausreichen. Auf solch einen Satz bin ich in Zeiten der Online-Gottesdienste gestoßen. Vielleicht wäre ich sonst achtlos daran vorübergegangen. Da sagt Noomi, eine in die Heimat zurückgekehrte leidgeprüfte Flüchtlingsfrau, zu ihrer Schwiegertochter: „Der Herr ist den Lebenden und den Toten gnädig“ (Ruth 2,20). Weiterlesen