Große Verheißung für unruhige Zeiten

Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens (Lukas 2,14)

Vor etwa zwölf  Stunden erklang dieser Ruf der Engel in Australien. Mit der Drehung der Erde gelangte er einige Stunden später nach Indien, dann nach Russland. Und jetzt zu uns: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Mit Weihnachten feiern wir ein weltumspannendes Fest, das uns Christinnen und Christen rund um den Globus verbindet. Einem ganzen Volk wird lauter Jubel und große Freude versprochen – hören wir auf die Worte des Propheten Jesaja: „Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude“ (Jesaja 9,1.2a).

Die Zeiten sind unruhig – die Lebenschancen ungerecht verteilt. Die einen leben auf Kosten der anderen. Mitten hinein in diese finstere Zeit spricht der Prophet vom Licht. Kaum zu glauben. Und trotzdem entfalten seine Hoffnungsworte unglaubliche Kraft. Weiterlesen

Das perfekte Weihnachtsfest?

Bei der Suche nach dem perfekten Weihnachtsfest frage ich mich: Wo ist eigentlich der Advent geblieben? Sobald die Adventszeit beginnt, fiebern alle nur noch dem Weihnachtsfest entgegen. Plötzlich ist sie da oder soll sie da sein: die heile Welt, die wir im Alltag schmerzlich vermissen. Wir tun einiges, um sie herzustellen: mit Kerzenschein und Weihnachtsdeko, Musikberieselung auf allen Kanälen, Weihnachtsmärkten, besonderen Leckereien; nur dass der Schnee pünktlich vom Himmel fällt, können wir noch nicht selber machen. Weiterlesen

Von großen Würfen und den Mühen des Alltags

1. Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“ So lautet Artikel 1 der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“. Am 10. Dezember 1948 wurde sie von den Vereinten Nationen beschlossen. Das war ein riesiger Schritt auf dem Weg zu einem Leben in Würde für alle Bewohnerinnen und Bewohner unserer Erde. Ihre Verabschiedung durch die Generalversammlung war eine Reaktion auf die systematisch organisierten Gräueltaten, die durch den Nationalsozialismus von Deutschland aus in Europa und an viel zu vielen anderen Orten in der Welt geschahen und zurecht als Verbrechen gegen die Menschheit gebrandmarkt wurden.

Heute, 70 Jahre später, sind die Menschenrechte trotz aller erreichten Fortschritte noch immer nicht überall auf der Welt selbstverständlich. Sie sind weiterhin eine Errungenschaft, für die es sich einzusetzen gilt und lohnt. Wo die Menschenrechte nicht respektiert werden, erleben Menschen Willkür, Unterdrückung und Gewalt. Und auch wo die Menschenrechte in Geltung sind, müssen sie verteidigt werden. Das haben gerade die letzten Jahre wieder gezeigt, auch in Europa, auch in Deutschland. Weiterlesen

Sinnliche Adventszeit, lange Abende…

Die Freunde von hier lassen dich grüßen. Grüße die Freunde dort, jeden einzelnen! (3. Johannes 1,15)

Der Duft von Orangen und Zimt, das Knuspern von Spekulatius, das Flackern der Kerzen am Adventskranz, der aufsteigende Dampf von Glühwein, die Spannung beim Öffnen der Türchen im Adventskalender und irgendwo leise Klänge alter Adventslieder…

Die Adventszeit kann so sinnlich sein! Mit Augen, Nase, Mund, Ohren und Händen sehen, schmecken, fühlen und begreifen wir den Beginn eines neuen Kirchenjahres. Eine Zeit voller Sehnsucht, eine Zeit fürs Warten, eine Zeit fürs Backen und Vorfreuen. Wann wird es endlich Weihnachten? Wann verändert das kleine Kind in der Krippe die Welt? Wann legt das Schiff im Hafen an? Wann leuchtet der Stern hell für alle? Weiterlesen

Siehe, es kommt die Zeit

Und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: Der HERR ist unsere Gerechtigkeit. (Jeremia 23,6)

Mit dem Advent beginnt auch ein Aufatmen. Ein neues Kirchenjahr liegt vor uns – hinter uns liegen Allerheiligen, Volkstrauertag, Buß- und Bettag, Totensonntag. Wir haben unserer Schuld gedacht und die Verstorbenen Gott anbefohlen. Wir haben uns das eigene Sterben bewusst gemacht. Jetzt können wir aufatmen. Auch beim Singen. Die Melodien werden beschwingter, sogar tänzerischer. Selbst die biblischen Texte atmen durch und schauen in die Ferne. Siehe, sagt der Prophet Jeremia, es kommt die Zeit…

Jeremia führt uns in eine Zeit vor zweitausendsechshundert Jahren, weit zurück in das Alte Testament. Das Königreich Juda befindet sich kurz vor seinem Untergang. Und der Prophet meldet sich zu Wort. Weiterlesen

Der Heilige Nikolaus – ein Kinderfreund aus der Türkei

Demre heißt das kleine Dorf an der türkischen Mittelmeerküste heute. Nur die Reste einer großen Kirche erinnern noch an die reiche Hafenstadt Myra, die dort im ersten Jahrtausend nach Christus lag und in der am Anfang des 4. Jahrhunderts der Heilige Nikolaus als Bischof wirkte. Wir wissen nur wenig über Nikolaus: als junger Mann hat er noch die letzten Christenverfolgungen durch den römischen Kaiser Diokletian erlebt. Später, im Jahr 313, erhob dann Kaiser Konstantin das Christentum zur Staatsreligion im Römischen Reich.

Die ältesten Legenden über Nikolaus zeigen einen Bischof, der sich für Arme und Notleidende einsetzt und dabei auch großzügig mit den Schätzen der Kirche umgeht: so habe er heimlich eine vergoldete Kugel in das Haus eines verarmten Witwers geworfen, der sich in seiner Not gezwungen sah, seine drei Töchter in die Prostitution zu verkaufen. Dieses heimliche nächtliche Geschenk ist übrigens der Ursprung des bis heute gepflegten Brauches, zum Nikolaustag einen Schuh oder Strumpf vor die Tür zu stellen, um am darauf folgenden Morgen darin ein überraschendes Geschenk zu finden. Weiterlesen

Der Hase

Am 16. November war Vorlesetag in Deutschland. Wer wollte und konnte, hat an diesem Tag anderen vorgelesen. Auch der Präses unserer Landeskirche, Manfred Rekowski, wollte an diesem Tag Kindern vorlesen und suchte sich dafür unsere Bücherei aus. Er las den Maxi-Kindern aus dem Kindergarten am Brausewindhang biblische Geschichten vor: zuerst die von der Schöpfung der Tiere mit Elefanten und Giraffen, Pferden und Hasen.

Und dann las er die Erzählung von der Arche. Bald kamen alle Tiere an die Reihe, die Noah mitnahm. Da fragte ein Kind: Und wo ist jetzt der Hase? Ja, wo? Man suchte Seite für Seite, aber es war kein Hase zu sehen. Schade. War er vorausgelaufen oder hatte er sich verkrochen? Erst am Schluss entdeckte die Mitarbeiterin der Büchereifachstelle zwei große Ohren in einem Bullauge. Da musste man schon genau gucken. Aber dann erkannte man die Ohren, die Zeichen des Hasen. Da wussten die Kinder: der Hase ist auch mit dabei. Alles war gut. Weiterlesen

Unsere endgültige Heimat ist bei Gott

So mach dich nun auf und zieh über den Jordan, du und dies ganze Volk, in das Land, das ich ihnen, den Israeliten, gebe… Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein. Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen. Sei getrost und unverzagt. (Josua 1,2-3.5-6a)

Das Thema „Heimat“ hat zurzeit Hochkonjunktur. Es ist so wichtig, dass es inzwischen sogar ein Heimatministerium gibt. Aber was macht Heimat eigentlich aus? Die Landschaft, in der ich geboren und aufgewachsen bin, die vertrauten Straßenzüge des Stadtteils, in dem ich wohne, die Menschen, die mir wohlgesonnen sind und mit denen ich mein Leben teile? Weiterlesen

Gott hat es getan!

Wenn ich von meiner Schwester nach Hause laufe, komme ich an diesem Büdchen vorbei, wo eigentlich immer welche stehen, die es sich bei einer Flasche Bier und Zigaretten gut gehen lassen. Normalerweise kann ich nicht verstehen, was sie miteinander reden, dieses Mal aber hörte ich im Vorübergehen, wie der eine Mann, der dort stand, dem anderen sagte: Die Menschen bringen sich alle gegenseitig um! Eine steile These, dachte ich spontan, und dann musste ich lächeln, weil mir einfiel, dass schon meine Großmutter mir versichert hatte: Die Menschheit bringt sich selber um. Weiterlesen

Als Kundschafterinnen und Kundschafter unterwegs

Seid getrost und unverzagt, fürchtet euch nicht und lasst euch nicht vor ihnen grauen; denn der HERR, dein Gott, wird selber mit dir ziehen und wird die Hand nicht abtun und dich nicht verlassen. (5. Mose 31,6)

In unseren Kirchengemeinden Katernberg und Schonnebeck erleben wir dieser Tage eine Premiere: Zum ersten Mal rücken zwei Gemeinden im Essener Norden über eine pfarramtliche Vertretung näher zusammen. In der Kirchengemeinde Katernberg übernehmen zwei Pfarrerinnen, Karin Pahlke und Bianca Neuhaus, von der Nachbargemeinde, der Kirchengemeinde Schonnebeck aus, eine Vakanzvertretung im Umfang von jeweils 25 Prozent. Dabei handelt es sich durchaus um eine bedeutende Veränderung. Über den konkreten pfarramtlichen Vertretungsdienst hinaus lernen sich zwei Nachbargemeinden genauer kennen – und loten aus, wo es sinnvoll sein könnte, sich zu vernetzen. Weiterlesen