Mit Gott verbunden bleiben

…auf dass sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. (Johannes 17,23)

Als Kind habe ich gerne am Feiertag Christi Himmelfahrt an dem ökumenischen Gottesdienst unserer Gemeinde teilgenommen. Besonders gut sind mir die anschließenden Ausflüge mit der gesamten Gemeinde in Erinnerung. Es wurde gesungen und gebetet, gespielt und geredet, gewandert und gefeiert. Wir wussten uns als Christen miteinander verbunden, egal ob katholisch oder evangelisch, Mann oder Frau, Kind oder Opa. In diesen Stunden erlebte ich mit allen Sinnen, was es bedeutet, dass „alle eins seien“. Weiterlesen

Jubilate – Jubelt!

Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. (Psalm 118,24)

Der heutige Sonntag trägt den Namen „Jubilate“ – „Jubelt!“. Zu jubeln ist aber gerade das Letzte, wonach uns ist. Immer noch können wir unsere Lieben nicht treffen. In die Arme nehmen. Das Virus ist nicht besiegt. Und es fällt uns immer schwerer uns an Auflagen zu halten. Jeden Tag hören wir viel über Corona. Jeden Tag sehen wir in den Nachrichten Vieles, dass uns Sorgen bereitet. Überall auf der Welt. Das ist schwer und wir wünschen uns wieder normale Tage. Deshalb habe ich mir überlegt, dass ich Ihnen heute nichts von dem Schlechten erzählen will. Sondern Ihnen zeige, wie schön unser Leben auch jetzt ist. Weiterlesen

Gott lächelt uns an

Der HERR wird sich wieder über dich freuen, dir zugut, wie er sich über deine Väter gefreut hat. (5. Mose 30,9) | Tageslosung für den 25. April 2020

Mein einziges Problem mit den Mund-Nase-Schutzmasken, die nicht nur mich, sondern vor allem auch meine Mitmenschen zumindest ein wenig mehr schützen können, ist: Ich sehe die Menschen nicht mehr lächeln – und ich kann niemanden mehr anlächeln. Dabei täte gerade doch gerade jedes Lächeln in diesen Tagen so gut. Also habe ich neulich an der Kasse unter meiner (selbstgenähten) Maske hervor zu der gestressten Kassiererin gesagt: „Ich lächle Sie gerade an, Sie können es nur nicht sehen.“ Weiterlesen

Mit ihm sind wir auferstanden

Mit ihm seid ihr begraben worden in der Taufe; mit ihm seid ihr auch auferweckt durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten. Und Gott hat euch mit ihm lebendig gemacht… (Kolosser 2,12-13)

Der erste Sonntag nach Ostern heißt Quasimodogeniti, das heißt übersetzt: wie die neugeborenen Kinder. Wie neugeborene Kinder, so sollen wir in diese Zeit nach Ostern gehen. So sollen wir die frohe Botschaft in uns aufnehmen und verbreiten. Die kommenden Wochen sollen eine Festzeit sein, in der wir die Befreiung der Auferstehung in uns spüren und auf uns wirken lassen sollen.

Schwierig in der Corona-Zeit. In einer Zeit, in der wir Angst haben vor einer noch unerklärlichen, sehr ansteckenden Krankheit. Schwierig in einer Zeit, in der wir nicht nahe beieinander lachen und weinen können; in einer Zeit, in der wir Menschen, die wir lieben, nicht umarmen können und alleine trauern um Menschen, die wir vermissen. Weiterlesen

Ostern wird es nur auf dem Weg

Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Können wir in dieses Bekenntnis mit einstimmen: Der Herr ist auferstanden! – oder haben wir da noch ein paar offene Fragen zu Ostern, zur Auferstehung?

Nicht wahr – wir können uns all das ja nicht vorstellen, es gibt keine Beweise, es gibt nichts, was uns sicher machen könnte, dass es da noch eine Wirklichkeit gibt, die wir nicht fassen, nicht begreifen können, eine Wirklichkeit jenseits unseres Lachens und Weinens, unseres Glücks und Leids. Wir müssen das Leben so nehmen wie es ist. Weiterlesen

Frieden bleibt unser Auftrag

Vor ein paar Jahren erzählte mir ein älterer Mann aus der Gemeinde, dass sein Vater im Zweiten Weltkrieg an der Ostfront verschollen ist. Er selber hat keine bewussten Erinnerungen mehr an ihn. Doch mit zunehmendem Alter wurden die Fragen nach dem vermissten Vater immer vorherrschender. Ist er gefallen? Ist er in Gefangenschaft geraten? Gehörte er zu den Heimkehrern, die an Entkräftung und Seuchen starben? Wurde er in einem der Massengräber verscharrt? Was geschah mit ihm? Weiterlesen

Nahrung für die Seele

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? (Matthäus 16,26).

Eigentlich ist das doch, trotz des dreifachen Konjunktivs, eine mit einem Wort einfach zu beantwortende Frage: Nichts! Und doch, wenn, ich genau hinsehe, hat dieser Satz einige Stolpersteine, die zum Nachdenken anregen.

Was bedeutet denn „die Welt gewinnen“? Damit sind doch wohl kaum unsere Sorgen um das tägliche Brot und unsere weltliche Existenz gemeint, sondern eher unsere Wünsche nach dem Lottogewinn, nach Besitz, Ansehen, Karriere und Einfluss, nach körperlicher Fitness und ewiger Jugend. Und heute auch nach Likes und Followern. Weiterlesen

Kirche und Kunst sind nicht zu trennen

Kirche und Kunst sind untrennbar miteinander verbunden. Woran liegt das? „Kirche“ gäbe es nicht ohne die Präsentation ihrer Botschaft in der Welt. Und das beginnt mit den Gebäuden. Welche Botschaft verkünden die großen gotischen Kathedralen? Und welche Nachricht will eine kleine barocke Dorfkirche vermitteln? Wie sprechen Ort, Gestalt und Raum unserer Apostelkirche zu uns, und wie die der Stiepeler Dorfkirche?

Der Kölner Dom als gotisches Beispiel macht mich klein. „Du bist“, sagt der Dom zu mir, „ein Christlein, ein unscheinbarer christlicher Wanderer und Sucher unter dem hohen Himmel eines gewaltigen Gottes. Komm in den Dom, hier bist du klein, aber sicher. Gott ist groß.“ Die kleine, hell ausgemalte barocke Dorfkirche im bayerischen Schwaben erzählt Geschichten. Setz dich und schau auf die Wände und an die Decke, da sind Geschichten, die du kennst und in denen du vorkommst. Das Sonnenlicht im Kirchenraum ist ein Symbol für Gottes behütende Klarheit. Fühl dich geborgen und schützend wahrgenommen. Weiterlesen

Hörer und Täter des Wortes

Im Brief des Jakobus, Kapitel 1 Vers 19, steht folgende Anweisung an die Empfänger: „Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“ Es lebe Lutherdeutsch, andere Bibel bitte. Die „Hoffnung für alle“ kriegt diese Stelle verständlicher hin: „Denkt daran, liebe Brüder und Schwestern: Seid immer sofort bereit, jemandem zuzuhören; aber überlegt genau, bevor ihr selbst redet. Und hütet euch vor unbeherrschtem Zorn!“ Dann folgt Vers 20: „Denn im Zorn tun wir niemals, was Gott gefällt.“

Wie sieht das denn bei mir aus – werde ich dieser Anforderung gerecht? Also zuhören kann ich, denke ich, ganz gut. Ich bemühe mich, die Botschaft zu verstehen, die mein Gegenüber weitergeben möchte. Ich versuche, seinen Denkspuren zu folgen, ohne meine eigenen – vielleicht ganz anderen – Denkmuster in seine Worte hineinzuinterpretieren, was nicht immer ganz leicht ist. Und jemandem zuzuhören, der in der Steinzeit anfängt, wenn er mir etwas von gestern erzählen will, kann ganz schön nervenaufreibend sein, da erreiche ich dann flott mal meine Grenzen. Weiterlesen

Eine Botschaft, die befreit und ermutigt

Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende (Matthäus 28,20)

Es gibt keine Taufe in unserer Kirche, in der wir diese Worte nicht hören. Denn dieser Satz, dieses Versprechen ist die Ermutigung für uns, uns auf den Weg zu den Menschen zu machen. Zu allen Menschen, denn „gehet hin in alle Welt!“ Der Grenzenlosigkeit der Verheißung entspricht die Grenzenlosigkeit des Auftrags.

Das sind große Worte. Ich weiß das genau. Es sind herausfordernde Worte, denen wir als einzelne, als Gemeinde, als Kirche weltweit niemals vollständig gerecht werden können. Und doch darf der Anspruch nicht kleiner werden. Denn die Liebe Gottes gilt jedem Menschen. Keiner bleibt hier außer Acht. Deshalb ist es befreiend, dass wir als Christen nicht von uns selber reden müssen oder reden sollen, sondern: „lehret sie halten alles, was ich – Jesus Christus – euch geboten habe! Weiterlesen