Alles neu!

Für viele von uns ist heute ein eher dunkler und trauriger Tag und in diesem Jahr vermutlich noch einmal mehr. Erinnerungen und Bilder drängen sich auf. Es ist keine leichte Zeit. Und – aber – gerade dennoch möchte ich Sie heute einladen zu einem „Trotzdem“. Lassen sie uns gemeinsam in einem alten Hoffnungsbilderbuch blättern aus einer fernen Zeit, einer Zeit, die auch nicht leicht war. Weiterlesen

Ein unverdientes Privileg

Sonntagmorgen, 7 Uhr. Der Intercity 208 fährt pünktlich in den Essener Hauptbahnhof ein. Müde nach einer nahezu schlaflosen Nacht, jedoch mehr als zufrieden, ja überaus dankbar, steige ich aus. Eigentlich ist es ein normales Wochenende im Juni und dennoch war alles ganz anders als sonst. Wenige Minuten später erreiche ich meinen Wagen, den ich am Freitagabend auf der Hohenburgstraße abgestellt hatte. Das scheint eine Ewigkeit her zu sein. Weiterlesen

Zeit zu hamstern!

Macht euch also keine Sorgen um den kommenden Tag – der wird schon für sich selber sorgen. Es reicht, dass jeder Tag seine eigenen Schwierigkeiten hat. (Matthäus 6,34)

Die allgemeine Verunsicherung, die wir gerade spüren, zeigt sich deutlich in unserem Kaufverhalten. Lieber alles zu Hause haben. Dann kann ich für mich sorgen. Gestern beim Einkaufen traf ich auch Menschen, die ihren Einkaufswagen weit über den Rand gefüllt hatten, Verkäuferinnen die uns mit den Worten verabschiedeten: „Alles Gute, hoffentlich werden wir alle das überleben!“

Die Worte klingen in mir nach. Manche Menschen erlebe ich auch wie in einer Schockstarre. Immer wieder höre ich Fragen und fühle mich auch selbst überrollt von der Geschwindigkeit der Ereignisse: Wie wird es weitergehen? Welche Einschränkungen werden die nächsten sein? Werde auch ich, werden meine Lieben krank werden? Sterben? Wie wird mein Leben im Herbst aussehen? Weiterlesen

Unser Weihnachtsbaum

Weihnachten ist ein Fest der Traditionen und Traditionen müssen erzählt werden. Sie werden von den Eltern an die Kinder weitergegeben und von den Großeltern an die Enkelkinder. Im Judentum stellt der jüngste Sohn oder die jüngste Tochter den Eltern am Vorabend des Pessachfestes die Frage, warum sie gerade diese Speisen zu dem Fest essen. Der Vater antwortet, indem er den Kindern die Geschichte vom Auszug aus Ägypten erzählt.

Auch Weihnachten ist ein Fest der erzählten Traditionen, ein Fest der Geschichten. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle die Geschichte von unserem Weihnachtsbaum erzählen. Es ist eine typische Weihnachtsgeschichte mit ein wenig Drama und ein wenig Kitsch und sie wiederholt sich so oder ähnlich jedes Jahr aufs Neue. Weiterlesen

Frei-Räume

Du stellst meine Füße auf weiten Raum. (Psalm 31,9)

Der Sommer ist Festivalzeit. Ein Festival liegt schon länger zurück und dennoch beschäftigt es mich innerlich immer noch: Am letzten April-Wochenende hat das 3. KURZStummFilmFestival auf Zeche Carl stattgefunden. Das Festival ist aus der Arbeit mit gehörlosen bzw. hörgeschädigten Jugendlichen entstanden.

Die Stadt Essen ist nämlich eines der größten Bildungszentren für Hören und Kommunikation im gesamten Bundesgebiet. Obwohl das vielen nicht bewusst ist, gibt es hier bei uns in Essen ein herausragendes Angebot in der Aus- und Weiterbildung gehörloser und schwerhöriger Schülerinnen und Schüler. Im Rheinisch-Westfälischen Berufskolleg für Hörgeschädigte in Frohnhausen streben etwa 900 Jugendliche und junge Erwachsene ihren Schul- oder Ausbildungsabschluss an. Mehr als ein Drittel dieser Schülerinnen und Schüler leben während dieser Zeit in den beiden Internaten des Diakoniewerks Essen für hörgeschädigte Schülerinnen und Schüler, in der Curtiusstraße oder im Internatsbereich des Fritz-von-Waldthausen-Zentrums. Weiterlesen