Hab*Frieden

Ist’s möglich, soviel an euch liegt, so habt mit allen Menschen Frieden. (Römer 12,18)

„Da würde ich gern mal Mäuschen spielen“ ist ein Satz meiner Mutter, der mich immer irgendwie lächeln machte. Mäuschen spielen, Mäuschen spielen wollte meine Ma immer dort, wo es etwas zu entdecken gab, wo Rätsel gelöst wurden, wo man lernen konnte wie es geht oder wo Geschichten weitergingen. Und Mäuschen wollte sie wohl sein, um nicht zu stören, nicht entdeckt zu werden, rechtzeitig wieder verschwinden zu können, ehe man in etwas hineingeriet, aus dem man nicht mehr herauskam. Ja, so war sie, auf eine gute Art sehr neugierig, wissbegierig und dann auch zurückhaltend.

Ihre Tochter ist da – jedenfalls im Moment – ganz anders und nicht so bescheiden: Ich will nicht Mäuschen spielen, will nicht unentdeckt aus einer Ecke heraus zu schauen, wie die Welt gerade funktioniert, sondern ich möchte im Moment am liebsten tatkräftig mitspielen, mitwirken oder sogar bestimmen. Manchmal träume ich sogar davon, Gott zu spielen oder, weil das ja eigentlich vermessen ist, lieber jemand zu sein, der regeln und bestimmen darf. Weiterlesen

Nahrung für die Seele

Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? (Matthäus 16,26).

Eigentlich ist das doch, trotz des dreifachen Konjunktivs, eine mit einem Wort einfach zu beantwortende Frage: Nichts! Und doch, wenn, ich genau hinsehe, hat dieser Satz einige Stolpersteine, die zum Nachdenken anregen.

Was bedeutet denn „die Welt gewinnen“? Damit sind doch wohl kaum unsere Sorgen um das tägliche Brot und unsere weltliche Existenz gemeint, sondern eher unsere Wünsche nach dem Lottogewinn, nach Besitz, Ansehen, Karriere und Einfluss, nach körperlicher Fitness und ewiger Jugend. Und heute auch nach Likes und Followern. Weiterlesen