Im digitalen musikalischen Adventskalender unserer Kirchengemeinde Haarzopf erklang am 7. Dezember die Tatort-Melodie. Und es wurde gefragt: was hat denn ein Krimi mit Weihnachten zu tun? Wie sich herausstellt: eine ganze Menge. Weihnachten ist nämlich auch ein Krimi: das Licht ermittelt gegen die Dunkelheit. Die Liebe versucht das Böse im Zaum zu halten. Das ist spannend wie ein Krimi bis auf den heutigen Tag. Und spannend ist es schon ziemlich lange: In keiner uns bekannten Zeit fand dieser Krimi nicht statt. Weiterlesen
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Warum die Engel sangen
Manchmal passiert es einfach: Ich höre ein Lied, und auf einmal bin ich woanders – nur für einen Moment. Im Supermarkt laufen ein paar Takte eines alten Weihnachtsliedes, und plötzlich bin ich wieder Kind, sitze am Tannenbaum im Sauerland und rieche den Duft des selbstgebackenen Spritzgebäcks. Oder ich stehe in der vollen Straßenbahn, jemand summt leise vor sich hin – und auf einmal wird alles ein kleines Stück leichter. Der Tag selbst ändert sich nicht, aber etwas in mir selbst fühlt sich anders an.
Singen wirkt direkt. Es spricht uns an, bevor wir es mit dem Kopf begreifen. Es erreicht etwas in uns, das Worte allein oft nicht schaffen. Weiterlesen
Mache dich auf, werde licht
„Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!“ (Jesaja 60,1).
In diesem Jahr erlebe ich es so, dass Weihnachten mit seiner Hoffnungsbotschaft gerade zur rechten Zeit kommt: wir dürfen von Gott Großes erwarten! Die kraftvollen prophetischen Bilder machen mir Hoffnung: „Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!“ (Jesaja 60.1). In diesen Lichtstrahl stelle ich mich – und schaue auf die kleinen, ermutigenden Momente in meinem Alltag und in unserer Stadt: Was war mein Lichtblick des Jahres…? Weiterlesen
Lasst uns dankbar feiern!
Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater! (Galater 4,6)
Liebe Geschwister, liebe Gratulantinnen und Gratulanten! Denn das ist ja klar: heute feiern wir nicht einfach Gottesdienst, sondern heute feiern wir Geburtstag im Gottesdienst. Drei Wochen lang haben wir uns dieses Jahr darauf vorbereitet, es ging so schnell wie selten – kaum war der erste Stollen probiert, die ersten Fenster geputzt und geschmückt, hatte man im Vorbeilaufen das ein oder andere Geschenk ergattert, da ist auch schon der 4. Advent und zeitgleich der 24. Dezember, Heiligabend – also alles auf den Punkt. Weiterlesen
Wenn die Dunkelheit leuchtet
Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. (Jesaja 9,1)
Der 4. Advent und der Heilige Abend – heute fällt tatsächlich beides zusammen. In der kürzesten Lichtzeit des Jahres entzünden wir das vierte Licht am Adventkranz, um deutlich zu machen: Gott will Licht in die Welt bringen. Es ist eine sehr symbolische Zeit. Lange, dunkle Nächte, die als Bild stehen für die Dunkelheiten der Erde und auch unserer eigenen Lebensgeschichten. Jede Kerze, die in diesen Tagen leuchtet, ist ein Symbol dafür, etwas gegen diese Dunkelheiten unserer Zeit und Geschichte zu tun. Weiterlesen
Predigt zur Jahreslosung
du bist ein gott, der mich sieht: / du hast mich geschaffen, / so wie ich bin. / mit allen bunten farben des lebens. (Sven Dreiser)
Als ich am Tag vor Heiligabend abends nach Hause wollte, dachte ich, dass es besser sei, wenn ich mir für die Heimfahrt noch ein Brötchen kaufe, denn verhungern wollte ich nicht. Die Schlange beim Bäcker war genauso übersichtlich wie die Auslage. Zwei Menschen standen vor mir, gehörten sogar offensichtlich zusammen. Ein Brüderpaar. Der größere reichte gerade mit seinen Händen an die Theke und versuchte, seine Nasenspitze auch auf diese Höhe zu bringen. Der kleinere schaute vertrauensvoll seinen Bruder an. Weiterlesen
Weihnachten ist die Hoffnung, dass alles auch ganz anders geht
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und seinem Sohn Jesus Christus, Amen.
An Weihnachten macht Gott ernst mit seiner Liebeserklärung an uns Menschen. Er wird in Jesus einer von uns: verletzlich wie ein kleines Baby, voller Träume wie ein Jugendlicher, sorgend und kritisch, wie ein Erwachsener das manchmal ist. Gerade diese kritische Grundhaltung habe ich in den zurückliegenden Wochen in vielen Gesprächen wahrgenommen. Gefragt wurde ich, ob das Weihnachtsfest noch Bedeutung hat?
Diese Frage hat mich nicht losgelassen… und ich habe mich auf die Suche nach Antworten begeben. Warum ich das mache? Weil ich glaube, dass wir viel zu wenig von dem reden, woran wir glauben, was uns trägt und was uns Hoffnung gibt. Nehmen doch auch Sie sich einen Moment Zeit. Warum ist Ihnen Weihnachten 2022 wichtig? Lassen Sie einen Moment Ihre Gedanken kreisen – warum ist Weihnachten wichtig…? Weiterlesen
Drei, die zusammenrücken
Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich selbst in ihrer Mitte. (Matthäus 18,20)
Nach einer langen Zeit von Corona-Einschränkungen folgt ein nächster Winter, in dem wir herausgefordert sind, neu zu denken und anders zu handeln. Wir sind gefragt, noch sparsamer als bisher mit unseren Ressourcen umzugehen – weniger Licht, weniger Wärme, weniger Konsum – natürlich auch an Weihnachten. Ein Kraftakt, der wegen der Klimakrise längst überfällig ist und für den jede und jeder nun noch dringlicher eigene Wege finden muss.
Zum Glück macht Not erfinderisch. Das hat sich während der Pandemie an vielen Stellen gezeigt. Und trotzdem ist die Not bei manchen zu groß, um kreativ und zuversichtlich zu bleiben. Weiterlesen
Bei Gott ist alles etwas anders
Auch wir verkünden tiefsinnige Weisheit – für alle, die dafür reif sind. Aber das ist nicht die Weisheit dieser Welt… Vielmehr verkünden wir Gottes geheimnisvolle Weisheit, die bis jetzt verborgen war. (1. Korinther 2,6f.)
Als wir uns Weihnachten zum Gottesdienst trafen, da sagte sie, kaum, dass ich sie begrüßt hatte: Es tut mir leid! Ich habe es nicht geschafft, mich für diesen Gottesdienst besonders fein zu machen.
Ganz betroffen schaute ich an mir herunter, stellte fest, dass ich auch nur sonntäglich gekleidet war, und dann blickten wir gemeinsam auf unsere schöne Krippe, wo das Jesuskind lieb lächelnd in seiner Krippe lag, und lächelten auch. Denn so schön diese Holzfiguren auch sind, so edel sie irgendwie herüberkommen und so sauber auch das Stroh aussieht, das wir um die Krippe herum gelegt hatten: das alles kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Gott zu uns auf die Erde nicht in großartiger Herrlichkeit kam, nicht im Sonntagsstaat oder Festtagskleidung, sondern in den Schmutz und Dreck unserer Welt. Weiterlesen
Was uns im Herzen bewegt, das behüten wir
Und es begab sich aber zu der Zeit… (Lukas 2,1)
Kriegen Sie die Weihnachtsgeschichte noch zusammen? Vielleicht haben Sie sie vor langer Zeit einmal auswendig gelernt und sicher schon unzählige Male in der Kirche gehört, wenn sie feierlich am Heiligen Abend aus dem Evangelium des Lukas vorgelesen wird: die frohe Botschaft von der Geburt Jesu.
Die Engländer haben für das Auswendiglernen einen schönen Ausdruck: „learning by heart“ – etwas mit dem Herzen lernen. Darum geht es, wenn wir die Weihnachtsgeschichte hören: dass wir im Herzen von ihr berührt werden. Weiterlesen