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Drei, die zusammenrücken

Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich selbst in ihrer Mitte. (Matthäus 18,20)

Nach einer langen Zeit von Corona-Einschränkungen folgt ein nächster Winter, in dem wir herausgefordert sind, neu zu denken und anders zu handeln. Wir sind gefragt, noch sparsamer als bisher mit unseren Ressourcen umzugehen – weniger Licht, weniger Wärme, weniger Konsum – natürlich auch an Weihnachten. Ein Kraftakt, der wegen der Klimakrise längst überfällig ist und für den jede und jeder nun noch dringlicher eigene Wege finden muss.

Zum Glück macht Not erfinderisch. Das hat sich während der Pandemie an vielen Stellen gezeigt. Und trotzdem ist die Not bei manchen zu groß, um kreativ und zuversichtlich zu bleiben.

In dieser Zeit setze ich meine ganze Hoffnung und mein Vertrauen in die großzügige Kraft der Liebe, eine Energie, die Gott in uns alle gelegt hat. Die Weihnachtsgeschichte erzählt sehr eindrücklich davon: Mit der Geburt eines kleinen Kindes, in eine damals bereits krisengeschüttelte Welt hinein, verspricht Gott, in aller Not mit uns und bei uns zu sein.

Die Geschichte erzählt von der erfinderischen Stärke der Liebe, in der eine kleine Familie – Maria, Josef und Jesus – keinen Platz in einer warmen und erleuchteten Herberge bekamen und ihre Liebe darum stattdessen in einem einfachen Stall Raum einnahm. Die drei rückten eng zusammen und füllten das kleine Stückchen Erde an diesem Tag mit so großem Glanz, dass Menschen von überall her von der Strahlkraft angezogen wurden und sich auf den Weg zu ihnen machten.

Liebe macht erfinderisch. Und zum Glück ist Liebe keine begrenzte Ressource, sondern vermehrt sich, wenn sie verschenkt wird. Die Liebe ist nichts, woran Gott oder wir sparen müssten – das Gegenteil ist der Fall.

Und darum wünsche ich uns allen, dass wir in diesem Winter, in Herausforderung, Not oder Sorge mit Gottes Hilfe neue und vielleicht bisher noch nie gegangene Wege finden, wie wir unser Leben für uns selbst und miteinander gestalten. Zum Beispiel, indem wir den Mut fassen, mit anderen zusammenzurücken und zu teilen, was wir haben – in welcher Form auch immer. Und auch, indem wir uns erlauben, die Einladung anderer anzunehmen, wenn sie uns beschenken oder begleiten möchten.

Und vor allem erhoffe ich, dass wir spürbar erleben, dass wir von Gott auch in großer Sorge und Not gesehen sind. Dass Gott täglich an unserer Seite sitzt – sogar in unseren Herzen wohnt – um uns fürsorglich und kraftvoll mit Liebe zu wärmen.

Ich wünsche Ihnen Gottes Trost und Nähe für diesen Winter, gesegnete Weihnachtstage und einen zuversichtlichen Übergang in das neue Jahr!

Julia Olmesdahl