Die orthodoxe Kirche und die Ökumene

Vor 1610 Jahren ist der griechische Kirchenvater Johannes Chrysostomos gestorben und noch heute feiern die Orthodoxen, die auf die griechische Kirche zurückgehen, ihren Gottesdienst, die „Göttliche Liturgie“, nach liturgischen Texten und Gebeten dieses berühmtesten Predigers der griechischen Kirche. Wir beten heute das Kyrie-und das Fürbitten-Gebet mit seinen Worten.

Chrysostomos heißt Goldmund. Diesen Ehrennamen erhielt er schon frühzeitig und seine Predigten in Antiochien und Konstantinopel sind immer wieder von großem Applaus unterbrochen worden. Das müssen wir uns heute einmal vorstellen! Weiterlesen

Erinnern, heilen, Christus bezeugen

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. (2. Korinther 5,17)

Am 18. Februar 1546 ist Martin Luther in Eisleben gestorben, in seiner Geburtsstadt. Es war kalter Winter und der keineswegs immer gesunde, 63jährige Reformator hatte sich nicht davon abbringen lassen, in das Land der Mansfelder Grafen zu fahren – per Reisewagen natürlich –, um Streit zwischen den Parteien zu schlichten. Sie mussten die eisige Saale überqueren und es pfiff der Wind aus allen Wetterecken.

Seine geliebte Frau Käthe machte sich gewaltige Sorgen, wie wir uns vorstellen können. Trotz seines schlechten Zustands predigte er unterwegs in Halle und in Eisleben mehrfach. Aber seinen goldenen Humor behielt er, obwohl er sich immer elender fühlte. An seine besorgte Katharina schrieb er Briefe voll fröhlichen Gottvertrauens: „Laß mich zufrieden mit Deiner Sorge. Ich habe einen besseren Sorger, denn Du und alle Engel sind. Der liegt in der Krippe, und sitzet gleichwohl zur rechten Hand Gottes, des allmächtigen Vaters. Darum sei in Frieden.“ Weiterlesen

Die Reformation geht weiter

Der Christ lebt nicht in sich selbst, sondern in Christus und seinem Nächsten, in Christus durch den Glauben, in seinem Nächsten durch die Liebe. (Martin Luther)

Die Reformation vor 500 Jahren steht in diesem Jahr im Blickfeld der Öffentlichkeit. Sie beschert uns außerdem einen bundesweiten Feiertag am 31. Oktober 2017. Zu diesem Ereignis, das damals zur Kirchenspaltung zwischen Katholiken und Protestanten führte, fanden sich zum Auftakt der Feierlichkeiten im schwedischen Dom zu Lund anlässlich des Reformationsgedenken im Oktober 2016 die höchsten Repräsentanten der katholischen Kirche Papst Franziskus und der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes Junge zusammen. Danach gab es eine gemeinsame Erklärung: „Vom Konflikt zur Gemeinschaft. Gemeinsames lutherisch-katholisches Reformationsgedenken im Jahr 2017“, wonach beide Kirchen sich versicherten, dass sie inzwischen mehr verbindet als trennt. Zwar ist auch von verbleibenden Hindernissen auf dem Weg zur „vollen Einheit“ die Rede, aber man zeigt sich zuversichtlich, diese mit Gottes Hilfe zu bewältigen.

Die Bilder dieses historischen Ökumene-Treffens waren sicherlich beeindruckend, doch stellt sich die Frage: Liegt hier nicht viel Augenwischerei vor? Warum werden in der gemeinsamen Erklärung die Protestanten nicht als Kirche erwähnt? Wird es wirklich eine gemeinsame Eucharistie, eine gemeinsame Abendmahls-Feier im Sinne unseres Glaubensstifters Jesu geben? Weiterlesen