In der Ruhe liegt die Kraft

Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte. (Genesis 2,3)

Es ist deutlich ruhiger geworden, seitdem die Ferien begonnen haben. Weniger Verkehr auf der Straße, in Bus und Bahn deutlich weniger Gedränge, keine langen Schlangen an den Kassen. Auch im Haus der der Evangelischen Kirche ist es stiller geworden. Viele sind im Urlaub. Das merkt man. Tagelang keine Veranstaltung auf der Anzeigetafel. Im Kalender nur wenige Termine; gestern hat das Telefon den ganzen Vormittag nur zweimal geklingelt und auch das E-Mail-Postfach ist so gut wie leer.

Das Leben verläuft zurzeit in einem reduzierten Tempo – auch für die, die noch arbeiten dürfen. Herrlich! Seitdem mein berufliches Leben mit der Schule verbunden ist, empfinde ich die sechseinhalb Wochen der Sommerferien als die schönste Zeit im Jahr. Und ich empfinde es geradezu körperlich, wie mir die Ruhe dieser Wochen gut tut – die Verlangsamung, die Momente der Leere und die gelegentliche Langeweile. Was viele heute nicht mehr wissen: Ruhen, zur Ruhe zu kommen ist keine Faulheit, sondern eine große Tugend – und sie wurde vom Schöpfer der Welt selbst angeordnet. Weiterlesen

Unterwegs im Leben! | Unterwegs #2

Noch vor der Geburt sind wir bereits unterwegs! Die Mutter sagt: „Bei mir ist etwas unterwegs“, wenn sie ausdrücken will, dass sie ein Kind erwartet. Und nach der Geburt geht es dann richtig los… bald ist das Kind unterwegs zur KiTa, in die Schule, zum Ballettunterricht, in den Fußballverein… Später sind wir unterwegs zum Arbeitsplatz, zum Einkauf, zum Urlaubsort und neuerdings sind wir auch sehr oft im Internet unterwegs.

Der Vielbeschäftigte ist dauernd unterwegs – häufig mit dem Handy am Ohr. Er hat wenig Zeit für Ruhe und Muße. Bisweilen ist man im Auto oder auf dem Motorrad mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Wenn unerwartet der Blitzer zuschlägt… ja, dann flucht man, drosselt das Tempo und ist vielleicht kurzfristig etwas langsamer unterwegs. Am Lebensende sind wir alleine unterwegs. Das Tempo bestimmen wir dann nicht mehr! Weiterlesen

Dein Wille geschehe

Nicht mein, sondern dein Wille geschehe! (Lukas 22,42)

Im Gegensatz zur Adventszeit ist die Passionszeit weit weniger bekannt und vor allem wesentlich weniger beliebt. Obwohl beide Zeiten durch violette Antependien in unseren Kirchen gekennzeichnet werden und uns damit zur Umkehr zu Gott mahnen, haben sie doch ein ganz anderes Gepräge: Lichterglanz, Duft und Geschenke begleiten unsere Vorfreude auf Christi Geburt im Dezember, dagegen erinnern wir uns in den knapp sieben Wochen vor Ostern an die Leidenszeit Jesu, an Verrat, Schuld und gewaltsamen Tod. Weiterlesen