Ankommen | Unterwegs #3

Ich bin gerne unterwegs, draußen, in der freien Natur, genieße die Sonne, den Wind, manchmal auch den Regen (welch kostbares Lebensmittel kommt da vom Himmel, frisch gereinigt und völlig kostenlos!). Wenn ich müde bin, freue ich mich darauf, anzukommen, sei es zu Hause oder wohin ich gerade unterwegs bin.

Schon seit vielen Jahren bin ich mir hin und wieder dessen bewusst, dass ich auf meinem Lebensweg unterwegs bin. Ich freue mich, dass jetzt schon 70 Jahre hinter mir liegen. Wenn ich an all das Gute denke, dass Gott mir in dieser Zeit geschenkt hat, bin ich erfüllt von Dankbarkeit. Weiterlesen

Unterwegs im Leben! | Unterwegs #2

Noch vor der Geburt sind wir bereits unterwegs! Die Mutter sagt: „Bei mir ist etwas unterwegs“, wenn sie ausdrücken will, dass sie ein Kind erwartet. Und nach der Geburt geht es dann richtig los… bald ist das Kind unterwegs zur KiTa, in die Schule, zum Ballettunterricht, in den Fußballverein… Später sind wir unterwegs zum Arbeitsplatz, zum Einkauf, zum Urlaubsort und neuerdings sind wir auch sehr oft im Internet unterwegs.

Der Vielbeschäftigte ist dauernd unterwegs – häufig mit dem Handy am Ohr. Er hat wenig Zeit für Ruhe und Muße. Bisweilen ist man im Auto oder auf dem Motorrad mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Wenn unerwartet der Blitzer zuschlägt… ja, dann flucht man, drosselt das Tempo und ist vielleicht kurzfristig etwas langsamer unterwegs. Am Lebensende sind wir alleine unterwegs. Das Tempo bestimmen wir dann nicht mehr! Weiterlesen

Friede sei mit dir!

Der Friedensgruß gehört zur guten Nachricht. Friede sei mit dir! Das sagt der Engel zu der jungen Frau Maria. Auch in der Ostergeschichte sagt der Auferstandene nach der Überlieferung des Johannesevangeliums: Friede sei mit euch! „Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott zu unser´n Zeiten, es ist ja doch kein Ander´ nicht, der für uns könnte streiten, denn du, unser Gott alleine.“ So haben Mönche im Stundengebet im 9. Jahrhundert gesungen. Mit diesen Worten hat Martin Luther im 16. Jahrhundert ein Lied gedichtet und komponiert. Auch wir singen diese Worte im Gottesdienst, mit alter oder neuer Melodie. Die Sehnsucht nach Frieden ist groß. Weiterlesen

Die Farbe Grau – oder: wie ich die Mittelmäßigkeit lern(t)e

Ich denke in Kontrasten: Schwarz oder Weiß. Das sind meine Farben.
Ich lebe „Schwarz und Weiß“: Ich suche zuerst den Fehler bei mir – zumindest meinen Anteil am Scheitern will ich wissen. Ich will mich nicht herausreden damit, dass andere auch nicht besser sind als ich.
Ich möchte mir keine Lebenslügen gönnen – denn: ich möchte an meinem Schicksal selbst schuld sein.
Ich denke die Dinge zu Ende. Und darauf bin ich stolz.
So bekomme ich die Dinge zu fassen. Bekomme in den Griff, was mir widerfährt. Das gibt mir Unabhängigkeit und das gute Gefühl, die Kontrolle zu haben über mein Leben. Weiterlesen

Vom Wachsen und Werden

Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das einer nahm und auf seinen Acker säte. Es ist zwar das kleinste unter allen Samenkörnern, aber sobald es hochgewachsen ist, ist es größer als alle anderen Gewächse und wird ein Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. (Matthäus 13, 31-32)

Die Sommerferien sind vorbei – und ich vermute, dass viele von Ihnen den „großen Sommerurlaub“ gerade hinter sich haben und dabei sind, sich wieder in den Arbeitsalltag einzufügen. Viele Leserinnen und Leser haben ihren Urlaub – zumindest einen Teil davon – sicher nicht hier in Essen verbracht, sondern in einer Umgebung, die mehr von der Natur als von der Stadt geprägt ist. Und so haben vielleicht auch Sie noch Bilder im Kopf von schönen Landschaften: vom Meer vielleicht oder von Bergen und Hügeln, von grüner Weite, von Wald und Feld, von Seen, von Bäumen… von so vielem, mit dem die Natur, mit dem Gottes Schöpfung uns beschenkt. Weiterlesen

Was ich von einer Kastanie gelernt habe

In den letzten Tagen hat sich der Sommer noch einmal von seiner schönsten Seite gezeigt. Und doch gibt es sie schon, die ersten Vorboten des Herbstes. Braun und glänzend liegen sie auf den Straßen der Margarethenhöhe – die Kastanien. Eine ganz besonders schöne Kastanie habe ich in die Hand genommen. Sie fühlte sich glatt, ein wenig feucht und sehr angenehm an. Weiterlesen

Farbenpracht | Kirche und Farben #2

In dieser Sommerzeit bekennt die Natur Farbe. Wir Menschen und Tiere genießen die Farbenpracht, die der Dichter Paul Gerhardt mit dem unvergesslichen Sommerlied beschrieben hat: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben“. Wenn man das Wort „Gaben“ durch das Wort „Farben“ ersetzt, erfreut sich unser Auge an der Farbenpracht des Sommers und letztlich erfreut sich auch unsere Seele. Weiterlesen

Loslassen lernen

Zur Frühsommerzeit strahlt uns der Löwenzahn in seinem satten Gelb entgegen. In allen Entwicklungsstadien finden wir ihn: aufgeblüht, verblüht, als Pusteblume und mit leerem Fruchtstand. Der Löwenzahn kann zum Gleichnis für den Menschen werden. Der Wind aber, der die kleinen Fallschirme über unbegrenzte Strecken tragen kann, ist Symbol für den Heiligen Geist, der weht, wo er will.

Die Dichte des gelben Blütenmeeres erinnert an die unzähligen Menschen auf der Welt. Wie die Blüten auf den ersten Blick alle gleich aussehen, aber doch jede einmalig ist, so auch der Mensch, von dem kein Fingerabdruck mit einem der Milliarden anderer übereinstimmt. Weiterlesen