Was uns trägt

Ihr habt gesehen, was ich mit den Ägyptern getan habe und wie ich euch getragen habe auf Adlerflügeln und euch zu mir gebracht. (2. Mose 19,1-6)

„Was ist das nur für eine verrückte Zeit – da komme ich nicht mehr mit.“ Wie oft haben wir diese Worte in den letzten Wochen und Monaten gesagt oder wie oft haben wir uns ebenso gefühlt? Verrückte Zeiten – die erleben wir immer wieder. Corona ist da nur das Sahnehäubchen. Allerdings ein gewaltiges und ein besonderes – das ist wohl wahr.

Das Problem ist und bleibt die Ungewissheit, dieses Gefühl, nicht zu wissen, wohin das Ganze läuft. Das Ende scheint offen. Das macht Sorgen und lässt zweifeln. Aber auch das alles ist nicht neu, sondern begleitet die Menschheit von allem Anfang an. Weiterlesen →

Über Gastfreundschaft

Bleibt fest in der geschwisterlichen Liebe. Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt. (2. Hebräer 13,1+2)

Gastfreundschaft begegnet uns in vielen Geschichten in der Bibel. Eine der bekanntesten ist die, in der Jesus 5000 Menschen mit nur fünf Broten und zwei Fischen sättigt. Bereits diese Erzählung zeigt, dass es bei dieser Bewirtung umso viel mehr geht als nur das körperliche Sattwerden. Und so ist auch das gemeinsame Abendmahl in der Nachfolge Jesu für uns Christinnen und Christen das Zeichen der Gegenwart Gottes über den Tod hinaus geworden.

Wie können wir Gastfreundschaft untereinander und mit anderen zeigen in Zeiten, in denen wir uns nicht begegnen können, in denen wir Distanz halten sollen? In Zeiten, in denen wir nicht das Abendmahl miteinander feiern können? Weiterlesen →

Mit Jesajas Zuspruch gegen die Corona-Müdigkeit

Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden. (Jesaja 40,31)

Wie geht es Ihnen heute? Und wie ist es Ihnen ergangen in den letzten Wochen und Monaten? Fühlen Sie sich vielleicht auch inzwischen ein bisschen müde und kraftlos? Beinahe täglich neue Verordnungen und Bestimmungen. Seit einigen Wochen immer weitere Lockerungen, die vor allem unsere Familien in der letzten Zeit vor beinahe täglich neue Herausforderungen stellten. Lange Zeit keine Schule, in den Kitas nur Notbetreuung und dann die langsame Öffnung und immer wieder das Wort „Regelbetrieb“, der aber doch natürlich in dieser Zeit keiner sein konnte. Weiterlesen →

Ich will noch ins Licht!

Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. (Johannes 8,12)

Unter normalen Umständen, also wenn es genauso laut auf dem Uniklinik-Campus gewesen wäre wie sonst, unter normalen Umständen hätte ich es wahrscheinlich gar nicht gehört. Drei Mitarbeitende saßen im Freien und unterhielten sich und als ich vorbeikomme, höre ich, wie einer sagt: Am einfachsten ist es doch, wenn man immer die Wahrheit sagt.

Ich wollte schon vorbeilaufen ohne mich einzumischen, aber das habe ich dann doch nicht geschafft, bin also einen Schritt zurück, habe die drei Jungs angegrinst und gesagt: Genau! Klasse. Die Wahrheit ist immer gut!

Der, der das gesagt hatte, grinst zurück und sagt: ja, ne? Die Angst ist nämlich eine dunkle Macht – Ich habe keine Angst! Hast du Angst? Weiterlesen →

Gott sucht eine Wohnung

Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. (Johannes 14,23)

Pfingsten heißt – kurz gesagt: Gott ist auf Wohnungssuche. Und wenn wir Pfingsten den Geburtstag der Kirche und der Gemeinde feiern, dann ist das sein Geburtstagsgeschenk für uns: Gott kommt zu Besuch. Und zwar nicht nur ein bisschen, mal eben auf ein paar Minütchen und ein Tässchen Kaffee. Nein, eher so richtig. Auch für länger. Auch über Nacht. Weiterlesen →

Vom offenen Himmel erzählen

Er wurde vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen“ (Apostelgeschichte 1,11)

Als Kind war es mir immer klar: der liebe Gott wohnt im Himmel. Von dort sieht er alles. Das ist manchmal nicht angenehm, weil er auch das sieht, was ich gerne verbergen möchte. Aber ich fand es auch irgendwie sehr tröstlich, denn so kann er mich im Auge behalten. Er behütet und beschützt mich. Immer.

Aber weil Gott in meiner Vorstellung im Himmel wohnte, war er für mich immer ein sehr entfernter, ein unnahbarer Gott. Erst später ist mir klar geworden: Gott hat den Himmel ganz weit für uns geöffnet. Er hat den Himmel verlassen, um uns ganz nahe zu sein, um selbst in seinem Sohn in die Welt zu kommen. Und er hat ihn wieder geöffnet, um Christus aufzunehmen. Er lässt uns in der Himmelfahrt an der Öffnung des Himmels teilnehmen. Weiterlesen →

Mit Gott verbunden bleiben

…auf dass sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. (Johannes 17,23)

Als Kind habe ich gerne am Feiertag Christi Himmelfahrt an dem ökumenischen Gottesdienst unserer Gemeinde teilgenommen. Besonders gut sind mir die anschließenden Ausflüge mit der gesamten Gemeinde in Erinnerung. Es wurde gesungen und gebetet, gespielt und geredet, gewandert und gefeiert. Wir wussten uns als Christen miteinander verbunden, egal ob katholisch oder evangelisch, Mann oder Frau, Kind oder Opa. In diesen Stunden erlebte ich mit allen Sinnen, was es bedeutet, dass „alle eins seien“. Weiterlesen →

Meine Alltagshelden

Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. (1. Thessalonicher 5,16-18)

Wer mit offenen Augen durch Feld, Wald und Stadt läuft, der kann sie entdecken, kleine bemalte – oft wunderschöne – Steine. Meinen ersten Stein habe ich im letzten Jahr während eines Urlaubs in der Nähe von Jever auf einem Friedhof entdeckt. Für mich ganz unerwartet, klemmte er da wischen zwei Baumwurzeln und strahlte mich an. Viel Mühe hatte sich der Künstler oder die Künstlerin gegeben und ich habe mich sehr gefreut. Ein unerwartetes Geschenk, einfach so von irgendwem an mich. So habe ich das damals gesehen und diesen Stein eingesteckt und seither liegt er in unserem Auto und erinnert an einen schönen Urlaubstag. Weiterlesen →

Alles Gnade

Durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit, die Gott geben wird. (Römer 5,2)

Manchmal, am Ende eines Tages, wenn ich in Gedanken noch einmal alles durchgegangen bin, was der Tag so gebracht hat – die Arbeit und die Begegnungen, das, was noch auf dem Zettel ist und auf den morgigen Tag verschoben wird, das, was mich geärgert hat oder mir schwer auf dem Herzen liegt, wenn ich also alles das habe Revue passieren lassen, ehe ich die Augen für die Nacht schließen möchte, um zu neuer Kraft zu kommen, scheint mein Mann das zu spüren. Weiterlesen →

Welch ein Trost!

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. (Jesaja 66,13)

Manchmal ist das so, manchmal ist man trostbedürftig, so richtig, mit allem, was dazugehört: sich anlehnen oder ankuscheln, nicht viel reden, festgehalten werden, Nähe spüren und vor allen Dingen: nicht in Frage gestellt werden – einfach sein zu dürfen und alles an Zuwendung zu bekommen, was geht: von Schokolade angefangen über Streicheleinheiten bis hin zu: keine Ahnung. Manchmal ist das so. manchmal will man die Welt nicht mehr sehen, braucht man Trost um durchzuhalten.

Anlässe gibt es viele. Trauer über Verluste, Liebeskummer, Scheitern, enttäuschte Hoffnungen, leere Versprechungen, schmerzhafte Diagnosen… Als Kind scheint es mir fast einfacher zu sein, an Trost zu kommen, vielleicht liegt es daran, dass Kinder viel schützenswerter, viel zerbrechlicher wirken als Erwachsene. Weiterlesen →