Vom Wachsen und Werden

Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn, das einer nahm und auf seinen Acker säte. Es ist zwar das kleinste unter allen Samenkörnern, aber sobald es hochgewachsen ist, ist es größer als alle anderen Gewächse und wird ein Baum, so dass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten. (Matthäus 13, 31-32)

Die Sommerferien sind vorbei – und ich vermute, dass viele von Ihnen den „großen Sommerurlaub“ gerade hinter sich haben und dabei sind, sich wieder in den Arbeitsalltag einzufügen. Viele Leserinnen und Leser haben ihren Urlaub – zumindest einen Teil davon – sicher nicht hier in Essen verbracht, sondern in einer Umgebung, die mehr von der Natur als von der Stadt geprägt ist. Und so haben vielleicht auch Sie noch Bilder im Kopf von schönen Landschaften: vom Meer vielleicht oder von Bergen und Hügeln, von grüner Weite, von Wald und Feld, von Seen, von Bäumen… von so vielem, mit dem die Natur, mit dem Gottes Schöpfung uns beschenkt. Weiterlesen

Gottes Liebe reich erfahren

Ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher werde an Erkenntnis und aller Erfahrung. (Philipper 1,9)

Eure Liebe möge mehr und mehr wachsen an Erkenntnis und Erfahrung: Das wünscht der Apostel Paulus in nicht gerade rosiger Lage der Gemeinde in Philippi. Diese erste Gemeinde auf europäischem Boden, die Paulus gegründet hat, lag ihm besonders am Herzen. Denn obwohl der Apostel gerade im Gefängnis sitzt, bittet er in seinen Schwierigkeiten nicht für sich, sondern für das Zunehmen göttlicher Liebe in der Philipper-Gemeinde.

Wenn ich mir unsere Welt heutzutage anschaue, denke ich, dass wir diesen Wunsch des aktuellen Monatsspruchs ebenfalls ganz dringend brauchen. Terror, Gewalt, Hass und Krieg scheinen immer mehr zuzunehmen, die Welt zu beherrschen – und gleichzeitig die Liebe und Fürsorge füreinander abzunehmen. Weiterlesen

Gott ist voller Schönheit

Der Herr gab zur Antwort: Ich will meine ganze Schönheit vor dir vorüberziehen lassen und den Namen des Herrn vor dir ausrufen. (Exodus 33,19a)

All Morgen ist ganz frisch und neu, des Herren Gnad und große Treu… ich summe leise, während ich barfuß auf der Terrasse stehe. Das erste Mal in diesem Jahr. Es ist noch ganz schön kalt, aber der Frühling liegt in der Luft. Der Wind ist das erste Mal warm, die Sonne scheint und ich ahne ihn schon ein klitzekleines bisschen… den Sommer.

Im Sommer singe ich viel mehr als im Winter. Geht Ihnen das auch so? Fröhliche, dankbare Morgenlieder wie „All Morgen ist ganz frisch und neu“. Aber auch sanfte, in Vergessenheit geratene Lieder, richtig schön laute Rockmusik (zum Leidwesen meiner Nachbarn), Lieder mit starken Texten oder Ohrwurm-Melodien. Weiterlesen

Geh aus, mein Herz…

Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser schönen Sommerzeit (Paul Gerhardt, in: Evangelisches Gesangbuch, Nr. 503)

…und lass dir die Sehnsucht nach Freude und Sommergeschmack nicht ausreden, denn im Garten der Natur entsteht jeden Tag wieder neues Leben! Mich beeindruckt an diesem fröhlichen Lied von Paul Gerhardt (1607–1676), dass es einer geschrieben hat, der wahrlich nicht nur die lieben und sonnigen Sommerzeiten des Lebens kannte. Das macht die Tiefe dieses Sommerliedes aus.

Keineswegs war damals alles eitel Sonnenschein. Keineswegs waren jene Zeiten die „guten alten Zeiten“. Um sich herum und in seinem eigenen Leben hatte Paul Gerhardt viel mit unsäglichem Leid und Schmerz zu tun. Umso größer ist sein Aufatmen angesichts der übervollen Sommerzeit. Fest verwurzelt in diesem Lebensgarten mit allem, was er bringt – an Freude und Glück, aber auch an Unkraut und Dickicht, an Schürfwunden und Gräben – kann er einen Blick an oder hinter die Grenze unseres Lebens wagen. Denn das Lob Gottes und der Dank für die großen und kleinen Dinge, die das Leben ausmachen, sieht nicht an den schweren Seiten und Zeiten des Lebens vorbei. Weiterlesen

Farbenpracht | Kirche und Farben #2

In dieser Sommerzeit bekennt die Natur Farbe. Wir Menschen und Tiere genießen die Farbenpracht, die der Dichter Paul Gerhardt mit dem unvergesslichen Sommerlied beschrieben hat: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben“. Wenn man das Wort „Gaben“ durch das Wort „Farben“ ersetzt, erfreut sich unser Auge an der Farbenpracht des Sommers und letztlich erfreut sich auch unsere Seele. Weiterlesen