Johannes Bugenhagen, der Mann in Luthers Schatten

2017: Dr. Martin Luther in aller Munde – Dr. Johannes Bugenhagen dagegen sehr viel weniger. Zu Unrecht. Dabei war er einer der Ersten, die sich für Luther interessierten. Schon 1523 war „Dr. Pomeranus“, das heißt „der Doktor aus Pommern“, Pfarrer an der Stadtkirche in Wittenberg und Professor an der Universität. Er wurde der „Familienpfarrer“ von Katharina und Martin Luther. Der frisch verheiratete Mönch Bugenhagen traute die Luthers 1525 und taufte alle sechs Kinder der Familie. 1546 musste er die Trauerpredigt für seinen berühmten „Beicht-Sohn“ Martin halten.

Bugenhagen war der Reformator der Kirchenordnungen – naja, werden Sie vielleicht sagen, was ist das schon. Doch halt: das ist viel! Die Kirchenordnungen hatten damals Verfassungsrang, sie waren Staatsverträge. Sie regelten mehr als heutige Kirchenordnungen, die ja weitgehend innerkirchliche Angelegenheiten ordnen. Der gesamte Bereich des Gottesdienstlichen stand an erster Stelle. Es folgten die Bildung und der Bereich der Diakonie. Alles ist heute so aktuell wie vor 500 Jahren. Weiterlesen

Diakonie. Gott sei Dank!

1. „Halleluja! Lobe den HERRN, meine Seele! Ich will den HERRN loben, solange ich lebe, und meinem Gott lobsingen, solange ich bin.“ So beginnt der 146. Psalm, den ich als Predigttext für die Vesper um Vier am 8. Juli – zum Abschluss des Marktkirchenfestes der Diakonie in Essen – ausgewählt habe. Passt das für einen Tag wie diesen, an dem Kirchenmusik und Diakonie zusammenkommen?

Und wie das passt! Das Staunen über das Wunder des Lebens, die Freude über das Leben, das Lob Gottes steht doch am Anfang von allem. Wir antworten darauf mit unserer Musik. Aber noch mehr: Wir antworten darauf mit unserem ganzen Leben. Weiterlesen

Der Trost Gottes ist die Erfahrung seiner Nähe | Andächtiges zur Jahreslosung #5

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. (Jesaja 66,13)

Bei den Worten „trösten wie einen seine Mutter tröstet“ fallen mir sofort Szenen aus meiner Kindheit ein. Ich bin in einem kleinen Dorf groß geworden mit vielen Wiesen, Feldern, Obstbäumen, Bauernhöfen. Einer meiner Freunde kam von einem Bauerhof. Wir beiden waren immer gerne draußen und unternahmen viel zusammen, kletterten auf Bäume, ließen uns an Ästen kopfüber runter hängen, fuhren Roller um die Wette, tobten im Stroh und halfen bei der Ernte. Dabei kam es natürlich vor, dass ich mit dem Roller stürzte, im Zaun hängen blieb, ungünstig fiel und mir aufgeschlagene Knie, Schürfwunden, Schnittwunden, Verstauchungen zuzog. Was dann folgte, lief immer in ähnlicher Weise ab. Weiterlesen

Musik begleitet unser Glück und unsere Trauer

Lobet den HERRN mit Harfen, mit Harfen und mit Saitenspiel! Mit Trompeten und Posaunen jauchzet vor dem HERRN, dem König! (Psalm 98, 3-6)

Besonders, aber nicht nur, ist in den Psalmen von der Musik die Rede. David, der große biblische König, wird als Musiker, als Harfenspieler vorgestellt. Als jemand, der seinem Vorgänger, dem König Saul, mit Musik die Depression vertreibt. Und auch das große Ursprungsereignis des Judentums – der Auszug aus der Sklaverei in Ägypten, der Exodus – wurde mit Musik gefeiert. Erst sang Moses ein großes Lied, dann nahm „die Prophetin Mirjam, die Schwester Aarons, die Trommel in die Hand, und alle Frauen zogen hinter ihr hinaus mit Trommeln und Reigentänzen. Und Mirjam sang ihnen vor: Singt dem HEERN, denn hoch hat er sich erhoben. Pferd und Reiter hat er ins Meer geschleudert.“ Musik begleitet unser Glück – und unsere Trauer. Sie rührt tiefe Gefühle in uns an. Weiterlesen

Auch Männer können singen!

Seit zwei Jahren treffen sich Männer unterschiedlichen Alters einmal im Monat an einem Samstagvormittag für zwei Stunden im Gustav-Adolf-Haus der Evangelischen Kirchengemeinde Margarethenhöhe zum gemeinsamen Singen. Geleitet werden diese Workshops von Kirchenmusikerin Heidemarie Kuhs – sie erzählt, wie die Idee dazu entstanden ist. Weiterlesen