Du bist ein Gewinn!

Im Rahmen eines Pastoralkollegs haben 23 Teilnehmende aus Essen fünf Tage lang Erfahrungen in Wittenberg und Berlin gesammelt – auf der Suche nach Anregungen für die Zukunft unserer Kirche in Essen. Ein Vorbereitungsteam hatte zwischen Wittenberg und Berlin in Ost und West Orte und Projekte aufgespürt, die eine Kirche ahnen ließ, die sich zukünftig nicht mehr darauf verlassen kann und will, dass eine Mehrheit sie mit Kirchensteuern trägt.

Dabei haben wir Menschen getroffen, die von einer neuen Gestalt von Kirche erzählten, jenseits vertrauter und bekannter Pfade. Von einer Kirche, die in Lücken und aufgegebene Orte hinein das Träumen und Hoffen nicht lässt – gerade auch heute, angesichts der jüngsten Wahlergebnisse und ihrer Folgen für Politik, Kultur und Gesellschaft. Weiterlesen →

Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit

Wir kennen Paul Gerhardt (1607-1676) nur mit dem abgekürzten Vornamen Paul. Sein Taufname ist aber Paulus Gerhardt. Er selbst hat sich Zeit seines Lebens nie anders genannt. Die Tradition hat ihn gleichsam umgetauft. Das ist für unsere Ohren sehr ungewöhnlich zu hören und zu verwenden.

Der Paulus des 17. Jahrhunderts gibt mit seinem unerhörten christlichen Gefühlshintergrund in seinen fast unendlich vielen schönen Liedern das, was der Paulus des 1. Jahrhunderts besaß, aber so nicht zum Ausdruck bringen konnte und wollte. Weiterlesen →

Ein (fast) vergessenes Jubiläum

Den 500. Jahrestag des Wittenberger Thesenanschlags hat die Evangelische Kirche 2017 groß begangen. Gefeiert wurde ein theologischer Durchbruch, auch wenn fraglich bleibt, ob Luther wirklich den Hammer geschwungen hat und immer mehr dafür spricht, dass der „Durchbruch“ geistesgeschichtliche Grundlagen hat, die weit ins Mittelalter zurückreichen und zeigen, wie sehr der Reformator diesen Gedanken verbunden geblieben ist. Nun gibt es wieder etwas zu feiern – und keiner geht hin. Und das liegt denkwürdiger Weise nicht nur an Corona. Weiterlesen →

Der Teufel ist mitten unter uns

Der Teufel ist mitten unter uns, in der Sprache, der Literatur und im Film und das mit Erfolg. Aus unserem alltäglichen Sprachgebrauch kennen wir die Redensarten: „Den Teufel werde ich tun! Zum Teufel nochmal! Der Teufel ist los. Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen. Der Teufel soll dich holen! Der Teufel steckt im Detail. Da ist der Teufel los! Du bist ein Teufelskerl. Er kommt in Teufels Küche. Geh doch zum Teufel! In der Not frisst der Teufel Fliegen.“

Doch was hat es mit dem „Teufel“ eigentlich auf sich? Der Teufel hat eine interessante Biografie. Der Name, unter dem er auch genannt wird, nämlich der Satan, taucht im Alten Testament auf. Dort ist er allerdings noch ein Engel, sogar ein hochrangiger Engel. Allerdings einer, den die Menschen als unsympathisch wahrnehmen. Er hat staatsanwaltliche Funktion, er ist derjenige, der über die Erde streift und dann Gott berichtet und auch Strafe für die Menschen fordert. So in der Geschichte vom zunächst erfolgreichen und dann leidenden Hiob. Weiterlesen →