Raum für Hoffnung #1: Drinnen

So brachten die Priester die Lade des Bundes des HERRN an ihren Platz in den innersten Raum des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Cherubim. (1. Könige 8,6)

Was steckt drin in unseren Tempeln, in unseren Kirchen, unseren „Heiligen Räumen“? Was erwartet uns, wenn wir eintreten, Israel und uns? Das Zelt mit dem Kasten mit den Zehn Geboten, das Salomo in einer Prozession hineinbringen lässt: Es ist Israel in der Wüstenzeit vorangegangen – und auch zu Davids Zeiten noch immer wieder hervorgeholt worden. Es enthält die Gebote als Gottes Bedingung seines Bundes mit dem Volk. Wir halten uns daran, sagt Israel, du bist unser Gott, einer. Und dann alle die großen Worte, die ewigen Wahrheiten: Du mordest nicht. Du stiehlst nicht. Du redest kein falsches Zeugnis! Das gefällt mir!

Das war das eine, das andere aber an dieser Kiste war: Gott mit uns, voran im Kampf, die Bundeslade in den Kriegen des Volkes zur Wüstenzeit und auch noch im Land gegen die Philister vorneweg. Gott ist bei uns, damit wir die anderen besiegen. Das gefällt mir gar nicht! Weiterlesen →

Dank des Heiligen Geistes verbunden

Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit. (Johannes 14,16)

Wie können wir mit jemanden im Kontakt bleiben, der nicht mehr erreichbar sein wird? Mit jemanden, der uns verlässt und an einen Ort geht, wo es keine Post, kein Telefon, kein Internet, keinen Satellitenempfang gibt und zu dem wir keinen Zugang erhalten? In unserer heutigen Zeit ist ein solches Szenario fast unvorstellbar, vielleicht noch, weil ein Mensch untertaucht – oder wir denken an unsere Toten, die wir auch nicht erreichen können. Weiterlesen →

Bereit für die Nachfolge

Ihr werdet mit dem Heiligen Geist erfüllt werden, und dieser Geist wird euch die Kraft geben, überall als meine Zeugen aufzutreten. (Apostelgeschichte 1,8)

Es muss eine ziemlich belastende Zeit gewesen sein damals für die Jünger*innen. Ein ständiges hin und her der Gefühle. Jesus, ihr Lehrer und Freund, hatte ihnen nicht nur von einem neuen Leben erzählt, er hatte sie auch immer schon ein Stückchen daran teilhaben lassen.

Immer wieder holte er für sie „den Himmel auf die Erde“, wenn sie beieinander waren und er ihnen Geschichten von Gottes Liebe erzählte, wenn sie miterleben durften, wie er anderen wieder auf die Füße half, wenn sie sahen, dass Traurige langsam ihre Lebensfreude zurückfanden oder sie Zeugen wurden, wie Menschen, die vorher niemand beachtet hatte, plötzlich mit Achtung und Respekt behandelt wurden. Und auch sie selbst fühlten sich ja angenommen, so wie sie waren; und so wollten sie mit Jesus einen neuen Weg gehen. Weiterlesen →

Gott kommt auf leisen Sohlen

Und siehe, der HERR ging vorüber. (1. Könige 19,11)

Wechselbäder der Gefühle – wer kennt das nicht? Hin- und hergerissen zwischen Hoffnung und Hilflosigkeit. Wie auch immer es kommt, es kostet viel Kraft – keine Frage. Dem Propheten Elia erging es da nicht anders. Wir begegnen ihm in diesem Kapitel unter einem Wacholderbusch. Einen aufregenden Weg hat er hinter sich. Im Namen Gottes hat er den Wettstreit gegen die Baalspriester gewonnen. Doch das lässt diese ganz und gar nicht entspannt zurück – eher im Gegenteil.

Und so ist Elia auf der Flucht, weil man ihm jetzt nach seinem Leben trachtet. Die Flucht scheint der einzige Ausweg zu sein und bleibt doch ein Dilemma. Denn Elia fühlt sich – wie wir heute sagen würden – ausgepowert. Sein Akku ist leer, er kann nicht mehr: „Es ist genug.“ Weiterlesen →

Blick aufs Wesentliche

Der Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an. (1. Samuel 16,7)

„Den kenne ich doch – vom Sehen. Jeden Tag geht er hier vorbei. Er hat diese große Tasche dabei und im Winter immer eine merkwürdige Mütze auf dem Kopf. Recht zügig geht er seinen Weg, meist mit grimmigem Gesichtsausdruck. Er muss ein oder zwei Straßen weiter wohnen. Ich finde ihn komisch, nicht wirklich sympathisch.“

Kennen Sie auch solche oder ähnliche Gedanken? Manchmal ist die Überraschung allerdings groß: durch Zufall begegnet man sich, erst ein kurzer Gruß, beim zweiten Mal eine beiläufige Bemerkung und dann sogar ein Gespräch, echt nett und freundlich. Weiterlesen →

Gottes Nähe verwandelt uns

Als Mose mit den beiden Tafeln den Berg Sinai hinabstieg, wusste er nicht, dass sein Gesicht einen strahlenden Glanz bekommen hatte, während der Herr mit ihm sprach. (2. Mose 34,29)

In einem wunderbaren Film erwacht ein Familienvater mit einer unübersehbaren Veränderung: über seinem Kopf schwebt ein Heiligenschein. Hell. Unübersehbar. Das Problem ist nur, dass er ihn nicht mehr wegbekommt. Alle Tricks helfen nicht: er bleibt und er leuchtet – weithin sichtbar. Nur durch Mützen oder ähnliches kann er verdeckt werden.

Die Leute im Dorf sind alles andere als begeistert und wissen schlecht damit umzugehen. Unser leuchtendes Beispiel gibt zwar alles, um dieses seltsame Licht wieder loszuwerden – aber nutzen tut es leider nichts. Ohne jetzt den ganzen Film erzählen zu wollen, bleibt doch ein Problem: was ist zu tun, wenn hell über einem und unübersehbar für alle ein Licht leuchtet? Und was sagen die Leute dazu? Weiterlesen →

Was uns im Herzen bewegt, das behüten wir

Und es begab sich aber zu der Zeit… (Lukas 2,1)

Kriegen Sie die Weihnachtsgeschichte noch zusammen? Vielleicht haben Sie sie vor langer Zeit einmal auswendig gelernt und sicher schon unzählige Male in der Kirche gehört, wenn sie feierlich am Heiligen Abend aus dem Evangelium des Lukas vorgelesen wird: die frohe Botschaft von der Geburt Jesu.

Die Engländer haben für das Auswendiglernen einen schönen Ausdruck: „learning by heart“ – etwas mit dem Herzen lernen. Darum geht es, wenn wir die Weihnachtsgeschichte hören: dass wir im Herzen von ihr berührt werden. Weiterlesen →

Wie die Kinder

Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes! Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. (Markus 10,14-15)

An diesen bekannten Spruch aus dem Markusevangelium musste ich letztens denken, als ich meinen beiden Enkelinnen still und völlig fasziniert beim Spielen auf unserer Terrasse zusah. Sie waren mit ihren Eltern, die (leider) in Österreich wohnen, für ein paar Tage bei uns zu Besuch.

Drei Jahrzehnte nach der Beschäftigung mit den eigenen Kindern ist mir da noch einmal bewusst geworden, wie recht Jesus mit seiner Wertschätzung der Kinder hat. Und deshalb freue ich mich auch sehr, dass wir im Moment in unserer Gemeinde eine hohe Nachfrage nach Taufen haben und fast in jedem Gottesdienst (und auch danach) Kinder taufen. Das ist schön! Weiterlesen →

Weihnachten: Geschichten und Symbole, die uns bewahren

„Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt!“ lautet eine alte Prophezeiung der Bibel (Jesaja 60,1). Die Weihnachtszeit ist diesmal anders, stiller… Ich persönlich vermisse die fünf lauten Paukenschläge, mit denen alljährlich das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach beginnt. Und ich denke an die Chorsängerinnen und Chorsänger, die warten und hoffen auf eine Zeit, in der sie wieder gemeinsam singen dürfen. An diesem Weihnachten sehne ich mich besonders nach den alten Bräuchen, Geschichten und Symbolen, die uns bewahren. Weiterlesen →

Von Scherben, Chancen und Neuanfang

Da liegt sie, die wunderbare Keramikschale, zerschellt in tausend Teile. Die schöne Urlaubserinnerung ein Haufen Scherben. Dabei war sie so stabil, so sicher im Stand, strahlend in ihrer Bemalung, ein echt gutes Stück. Durch eine einzige unvorsichtige Bewegung ist davon nicht mehr viel übriggeblieben. Nun liegen die Scherben auf dem Boden.

Auch im Leben kennen wir Brüche. Vorstellungen, Beziehungen, Lebensgrundlagen geraten ins Wanken und zerbrechen. Nicht selten sagen Menschen: „Ich stehe vor einem Scherbenhaufen.“ Die zerborstene Keramikschale und der Scherbenhaufen des Lebens, was ist zu tun? Zusammenkehren und entsorgen? Weiterlesen →