Gottes Liebe trägt uns

Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. (Psalm 121,2)

In den Bergen sind bestimmt schon die meisten von Ihnen gewesen, vielleicht ist das sogar noch gar nicht so lange her. Ein erhebendes Gefühl, so empfinden es viele. Wenn man irgendwo dort oben sogar ein Gipfelkreuz erreicht hat, kann man sich schon dem Himmel ein Stückchen näher fühlen.

„Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ Wörtlich heißt es im Hebräischen eigentlich: … Himmel und Erde schaffend… Schon hier zeigt sich die Ausrichtung dieses Gebetes ganz deutlich. Die Hilfe, mit der der Beter rechnen darf, kommt nicht von jemandem, der irgendwann in ferner Vergangenheit einmal die Welt geschaffen hat, sondern von jemandem, der immer noch daran baut, der immer noch wirkt und dem es vor allem nicht egal ist, was auf dieser Welt geschieht. Weiterlesen

Mein Name

„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jesaja 43,1)

Wenn man im Duden unter „Name“ nachschaut, findet man zwei Bedeutungen: „Bezeichnung, Wort, mit dem etwas als [Vertreter einer] Art, Gattung von gleichartigen Gegenständen, Lebewesen o. Ä. benannt wird; Gattungsname, Appellativ.“ Als zweite Bedeutung findet man: „Kennzeichnende Benennung eines Einzelwesens, Ortes oder Dinges, durch die es von anderen seiner Art unterschieden wird; Eigenname.“

„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ – Ich muss Ihnen gestehen: ich mochte diesen Satz eine lange Zeit absolut nicht. Das hatte einen ganz bestimmten Grund: Das erste Mal habe ich ihn nämlich auf einer Todesanzeige gelesen. Und danach immer wieder in diesem Zusammenhang. Der Satz hatte für mich also stets etwas mit dem Sterben zu tun. Dass dieser Satz aber eigentlich ein Satz ist, der für die Taufe gedacht ist, das habe ich viel später erfahren. Und dass die Taufe und das Sterben viel miteinander zu tun haben, noch viel später. Weiterlesen

Wie ein Lachen

Wie ein Lachen, wie ein Vogelflug steigt ein Lied zum Himmel auf. Und ich staune, mir wird leicht; Gottes Flügel tragen weit. (Birgit Kley)

Auch kalendarisch hat der Sommer begonnen. Die Sonne scheint, es wird immer wärmer, alles blüht in satten Farben, alle Büsche und Bäume sind grün. Und… die Sommerferien beginnen. Eigentlich ist es die Zeit, auf die wir uns meistens freuen, denn wir verbinden sie mit Urlaub, auf Reisen gehen, etwas anderes erleben, eine Auszeit nehmen, die Seele baumeln lassen, sich erholen. Doch für die meisten Menschen haben sich die Urlaubspläne verändert, der ursprünglich geplante Urlaub kann doch nicht angetreten werden, manche Ziele haben sich geändert, manche von uns bleiben auch Zuhause. Weiterlesen

Gott lächelt uns an

Der HERR wird sich wieder über dich freuen, dir zugut, wie er sich über deine Väter gefreut hat. (5. Mose 30,9) | Tageslosung für den 25. April 2020

Mein einziges Problem mit den Mund-Nase-Schutzmasken, die nicht nur mich, sondern vor allem auch meine Mitmenschen zumindest ein wenig mehr schützen können, ist: Ich sehe die Menschen nicht mehr lächeln – und ich kann niemanden mehr anlächeln. Dabei täte gerade doch gerade jedes Lächeln in diesen Tagen so gut. Also habe ich neulich an der Kasse unter meiner (selbstgenähten) Maske hervor zu der gestressten Kassiererin gesagt: „Ich lächle Sie gerade an, Sie können es nur nicht sehen.“ Weiterlesen

An Gott glauben, das ist hoffen

Ostern ist das Fest der Hoffnung! Keine irgendwie abstrakte Hoffnung, die nichts mit unserem Leben zu tun hat. Es ist eine trotzige Hoffnung, die ihren Grund in Jesus Christus hat, der sein Leben mit uns teilte bis in den Tod. Dass man die Kraft der Hoffnung darin nicht immer sofort erkennt und versteht, belegen die nachösterlichen biblischen Texte auf berührende Weise: Auch die engsten Freunde erkennen Jesus nicht oder verstehen ihn nicht. Doch der Auferstandene zieht sich nicht zurück, sondern mischt sich ein. Er tritt auf, kommt dazu, geht an der Seite der Jünger auf dem Weg nach Emmaus. Weiterlesen

Für den kleinen Frieden braucht es dich und mich

Vielleicht treibt auch Sie diese Frage heute um: Wie komme ich eigentlich selbst an der Krippe an, wie kann die Weihnachtsgeschichte auch mich berühren, hier, mitten im Ruhrgebiet? Es ist diese Frage nach der Bedeutung von Weihnachten für uns heute, die ich in einem Bild der Künstlerin Beate Heinen wiederentdecke. Es trägt den Titel: „Die Heiligen Drei Könige“. Das Bild zeichnet Spuren der biblischen Geschichte und unseres Alltags. Eine Straße, ein von Menschen überfüllter Bürgersteig. Um sie herum: Bilder einer Großstadt. Autos. Eine Straßenlaterne, beleuchtete Fenster. Hochhäuser. Leuchtreklame für Whisky und Coca Cola. Irgendein Club muss in der Nähe sein.

Wie reagieren die drei Könige auf dieses Umfeld? Staunen sie oder wundern sie sich? Ist es Faszination oder Ablehnung, die aus ihren Augen spricht? Drohen sie unterzugehen am linken unteren Bildrand? Oder lassen sie alles wie einen Film an sich vorüberziehen? Weiterlesen