„Ich will mich auf den Weg machen und heimkehren zu meinem Vater: denn ich habe Unrecht getan, Vater, gegen den Himmel und vor deinem Angesicht und ich verdiene nicht mehr, dass du mich Sohn nennst. Lass mich Tagelöhner bei dir sein. Und er kehrte nach Hause zurück, und der Vater sah ihn von weitem, wie er näherkam, und sein Herz zog sich zusammen, er lief, so schnell er konnte, winkte dabei, fiel dem Sohn um den Hals, küsste ihn und hatte ihn lieb. Weiterlesen
Ein Satz, der zur Lebenskraft werden kann
Darum sage ich euch: Macht euch keine Sorgen um euer Leben, ob ihr etwas zu essen oder zu trinken habt, und um euren Leib, ob ihr etwas anzuziehen habt! Das Leben ist mehr als Essen und Trinken, und der Leib mehr als die Kleidung! (Matthäus 6,25)
„Macht euch keine Sorgen!“ Wie oft werden Sie diesen Satz schon gehört oder auch selber gesagt haben. Ich denke, unser Leben ist voll von Situationen, in denen dieser Satz angemessen scheint. Und ich vermute, wir hören und sprechen ihn deshalb so oft, weil viele von uns, ich gehöre leider dazu, sich allzu oft viel zu viele Sorgen machen. Und wenn wir uns gegenseitig diesen Satz so oft zusprechen, dann vermutlich auch, weil wir uns gegenseitig in unserem Sorgen Mut zusprechen wollen. Weiterlesen
Schutzengel in Corona-Zeiten
Wie wird es sein, wenn Sie in gut einem Monat lesen, was ich heute schreibe? Im Grunde frage ich mich das jedes Mal, wenn ich eine Andacht für unseren Gemeindebrief schreibe. Ich versuche mich in die Zeit fünf Wochen später zu versetzen und überlege, was dann „dran sein“ könnte.
Dieses Mal fällt es mir schwer. Noch immer gibt es ständig neue Nachrichten: Lockerungen, regionale Lockdowns, Hotspots, Regionen ohne Neuinfizierte, der Blick in die Welt, der einen erschauern lässt, und, und, und. Wir fahren auf Sicht. Wir hoffen – und nicht wenige bangen auch. In welcher Situation werden wir in fünf Wochen sein? Weiterlesen
Maria – mitten unter uns
Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben. (Lukas 1,30-32)
Der Mirjamsonntag ist ein besonderer Sonntag, der seit vielen Jahren in der Evangelischen Kirche im Rheinland gefeiert wird und der die Solidarität mit den Frauen in Kirche und Gesellschaft zum Thema macht. Dabei steht jedes Mal eine andere biblische Frauengestalt im Mittelpunkt der Betrachtung – in diesem Jahr ist es Maria: „Maria – mitten unter uns“.
Maria? Was hat sie mit uns zu schaffen? Spielt sie eine bedeutende Rolle für unseren Glauben? Oder ist sie nur eine überhöhte Gestalt, die keine Relevanz in unserem Leben hat? Maria – mitten unter uns? Weiterlesen
Mein Gebet für S.L.
Darf man das so sagen? Dass man einen Menschen im Herzen trägt, der gar nicht mit einem verwandt ist, mit dem man auch nicht im klassischen Sinn befreundet ist, der einem – mir – aber sehr nahe ist?
Es ist so. Immer wieder denke ich an ihn, manchmal werde ich dabei sehr traurig, manchmal lächle ich still vor mich hin. Immer aber dabei: Hochachtung und mein Wunsch, auch einmal so tapfer zu sein, so gerade, so aufrecht. Weiterlesen
Gott ist die Liebe
Ihr Lieben, wenn Gott uns so sehr geliebt hat, dann müssen auch wir einander lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. Aber wenn wir einander lieben, ist Gott in uns gegenwärtig. Dann hat seine Liebe in uns ihr Ziel erreicht. (1. Johannes 4,11+12)
Es gibt sie, die entscheidende Frage am Samstag- oder Sonntagabend: Liebesfilm oder Krimi? Es geht schließlich um eine der zentralen Fragen des Lebens: Liebe und Herzschmerz oder doch lieber: Knallharte Spannung und das Leben und die Welt wie sie nun einmal sind. Schwierig, schwierig.
Liebe kontra echtes Leben, sozusagen. Man muss sich offenbar entscheiden – oder? Der erste Johannesbrief ist da schlicht anderer Meinung: Gott ist die Liebe – nicht nur ein bisschen, nicht nur an bestimmten Tagen oder zu bestimmten Sprechzeiten, nicht nur für ein kleines elitäres Häuflein, nicht nur für Alleskönner und Besserglauber, sondern schlicht: er ist es, ohne Wenn und Aber. Weiterlesen
Paulus hätte sich gefreut
Gott ist mein Zeuge: Kein Wort, das ich euch sage, ist Ja und Nein zugleich! Denn Jesus Christus, der Sohn Gottes … war nicht Ja und Nein zugleich. In ihm ist das reine Ja Wirklichkeit geworden. (2. Korinther 1,18f.)
Zuverlässigkeit ist eine ganz wichtige Tugend. Das geht Paulus auch schon so. Die Situation damals: Paulus hatte der Gemeinde in Korinth zugesagt, dass er sie besuchen wolle, vielleicht sogar für „einige Zeit … vielleicht sogar den Winter über“. Aber es gab Auseinandersetzungen um richtiges Verhalten. Dazu hat Paulus dann einen deutlichen Brief geschrieben, der nicht bei allen gut ankam. Seine Autorität wurde in Frage gestellt. Wie kommt der eigentlich dazu? Dann verzichtete Paulus lieber auf den Besuch. Er befürchtete, dass der Streit sich ausweiten könne. Dabei wurmt ihn ein Vorwurf besonders. Einige in Korinth sagen, dass Paulus unzuverlässig sei, der redet heute so und morgen so. Weiterlesen
Ihr seid der Tempel
Das Fundament ist gelegt: Jesus Christus. Niemand kann ein anderes legen. (1. Korinther 3,11)
Ein lautes Krachen erfüllt die Gegend. Menschen schreien und rennen. Eine riesige Staubwolke wird hochgewirbelt, während das große Gebäude in sich zusammenfällt. Es ist der 3. März 2009 um 13.58 Uhr, als das Kölner Stadtarchiv einstürzt. Zwei Menschen sterben, Menschen verlieren ihre Wohnungen. Womit genau der Einsturz zusammen hängt, ist bis heute nicht geklärt. Nur eines weiß man: es hatte etwas mit den Bauarbeiten der U-Bahn, die unter dem Gebäude stattfanden, zu tun. Wer aber verantwortlich ist, ob es bauliche Mängel gab, ist unklar. Weiterlesen
Mit Gott träumen
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. (Psalm 139,14) – Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat. (2. Korinther 5,19.)
Für August und September wurden uns zwei wunderschöne Bibelverse als Monatssprüche geschenkt. Manchmal möchte man die Seele einfach baumeln lassen. Stellt euch einen großen See vor, mit vielen Segelbooten – weit dahinter schneebedeckte Berge und ich ziehe meine Schuhe und Socken aus, halte die Füße in das glasklare Wasser und träume: Gott, ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin… In so einem Augenblick kommt einem wie von selbst das Lob von den Lippen, steigt auf aus der Seele. Ach – es tut gut, mit Gott zu träumen. Weiterlesen
Gottes Liebe trägt uns
Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. (Psalm 121,2)
In den Bergen sind bestimmt schon die meisten von Ihnen gewesen, vielleicht ist das sogar noch gar nicht so lange her. Ein erhebendes Gefühl, so empfinden es viele. Wenn man irgendwo dort oben sogar ein Gipfelkreuz erreicht hat, kann man sich schon dem Himmel ein Stückchen näher fühlen.
„Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ Wörtlich heißt es im Hebräischen eigentlich: … Himmel und Erde schaffend… Schon hier zeigt sich die Ausrichtung dieses Gebetes ganz deutlich. Die Hilfe, mit der der Beter rechnen darf, kommt nicht von jemandem, der irgendwann in ferner Vergangenheit einmal die Welt geschaffen hat, sondern von jemandem, der immer noch daran baut, der immer noch wirkt und dem es vor allem nicht egal ist, was auf dieser Welt geschieht. Weiterlesen