„Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt!“ lautet eine alte Prophezeiung der Bibel (Jesaja 60,1). Die Weihnachtszeit ist diesmal anders, stiller… Ich persönlich vermisse die fünf lauten Paukenschläge, mit denen alljährlich das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach beginnt. Und ich denke an die Chorsängerinnen und Chorsänger, die warten und hoffen auf eine Zeit, in der sie wieder gemeinsam singen dürfen. An diesem Weihnachten sehne ich mich besonders nach den alten Bräuchen, Geschichten und Symbolen, die uns bewahren. Weiterlesen
Jauchzet, frohlocket?
Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage, rühmet, was heute der Höchste getan! (Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach, BWV 248)
Zum Jauchzen und Frohlocken ruft uns die erste Kantate des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach auf. In jedem Jahr gehört für mich dieses Bachstück zur Einstimmung in diese besondere Zeit des Advents und der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest einfach dazu. Advent heißt Ankunft. In der ersten Kantate geht es um die Zeit vor Jesu Geburt. Die Christenheit preist seine Ankunft („Jauchzet, frohlocket“) mit Pauken und Trompeten und jubelndem Eingangschor. Doch können wir das so einfach, wenn wir uns am Ende dieses Jahres ansehen, was uns das Jahr 2020 so alles gebracht hat? Weiterlesen
Gott hat gelacht
Da sprach er: Ich will wieder zu dir kommen übers Jahr; siehe, dann soll Sara, deine Frau, einen Sohn haben. (1. Mose 18,10)
Viele Besuche haben wir alle in diesem Jahr sicher nicht bekommen. Und jetzt steht das Weihnachtsfest kurz bevor, doch trotz vorher versprochener Lockerungen dürfen wir nur im kleinsten Kreis feiern. Jede*r von uns wird dazu ganz persönliche Einschätzungen haben. Wir alle empfinden es anders – der jeweiligen Lebenssituation entsprechend. Viele sind traurig und dabei wissen wir doch letztendlich alle, dass wir gerade unsere Liebsten nicht gefährden möchten. Manches lässt sich ja auch aufschieben und nachholen, so wie wir es in den letzten Monaten immer wieder getan haben. Weiterlesen
Tochter Zion
Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir, ja er kommt, der Friedefürst. Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem! (EG 13, Strophe 1)
Mir fehlt das Singen sehr! Wie gerne singe ich die vielen schönen Advents- und Weihnachtslieder in unseren Gottesdiensten. Leider ist das ja momentan nicht erlaubt. Deshalb singe ich sie nur zuhause; alleine, mit meinem Mann – und manchmal auch mit den Söhnen, wenn sie zu Besuch kommen. Dass ich diese Freude nicht mit vielen anderen teilen kann, tut mir weh. Denn diese Freude, die sich in den Texten und Melodien ausdrückt, ist für mich ein großer Schatz auf dem Adventsweg – dem Weg durch unsere Herzen hin zu unserem Gott. Weiterlesen
Schreib mal wieder!
Weihnachtskarten spielen im Vereinigten Königreich eine besondere Rolle. Man „tauscht sie aus“. Der traditionelle Gruß dabei lautet „Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr“. Das kann problemlos von Christen wie Nichtchristen anlässlich des Christfestes gewünscht werden. Mehr muss es auch nicht sein. Denn oftmals sind es weit über hundert solcher Karten, die von einem Haushalt oder auch von der Geschäftsleitung eines Unternehmens ausgehen, weit über den privaten Bekanntenkreis hinaus. Weiterlesen
Das Unwort meines Lebens
Das Unwort des Jahres 2019 lautete: Klimahysterie. Das Unwort dieses Jahres wird erst im Januar 2021 gesucht. Mein persönliches Unwort des Lebens ist: Geduld. Und das ist es nicht, weil ich Geduld nicht mag oder nicht sinnvoll finde oder damit nichts anfangen kann, sondern das ist es, weil ich damit allergrößte Schwierigkeiten habe.
Ich bin leider kein besonders geduldiger Mensch. Vor allem nicht mir selbst gegenüber – manchmal kann man mich mit mir selbst schimpfen hören, weil ich mir selbst zu langsam bin, manches nicht schnell genug auf die Reihe bekomme, dann erlebt mich aber auch ungeduldig im Umgang mit anderen. Bei Fremden nehme ich mich meistens sehr zurück; die eigenen Leute aber können meine Ungeduld leider oft spüren. Die Lebensweisheit: „In der Ruhe liegt die Kraft“ ist mir überhaupt nicht fremd, geht mir oft auch leicht über die Lippen, aber wirklich beherzigen tue ich diese Weisheit nicht. Leider! Weiterlesen
Nur nit hudle
Nur nit hudle. So begrüßte uns meistens eine Mitarbeiterin in einem Studentenwohnheim in Tübingen, in dem meine Frau und ich zwei Jahre gewohnt haben: Nur nit hudle. Sie wollte uns auf ihre schwäbische Art sagen, dass man es etwas ruhiger angehen lassen sollte. Auch Jakobus legt uns die Geduld ans Herz, vielleicht etwas anders als es unsere tiefenentspannte Schwäbin getan hat. Weiterlesen
Die große Hoffnung
Am vergangenen Sonntag, dem 1. Advent, endete mein Berufsleben. Für mich beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Ausgang und Eingang, Anfang und Ende, Ewigkeitssonntag und Advent: Das ist mein Thema seit Wochen schon. In unserem Kirchenjahr feiern wir, dass die Geschichte Gottes mit seiner Schöpfung und mit seinen Menschen, auch mit uns, ein Ziel hat. Also nicht Wiederkehr des immer Gleichen, kein Kreislauf, sondern eine Geschichte mit einem guten Ausgang. Weiterlesen
Durch die Augen eines Kindes
Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. (Sacharja 9,9)
Wahrscheinlich ist es Ihnen aufgefallen, dass unser Predigttext Jesu Einzug in Jerusalem voraussagt. Einen Text, der uns von Palmsonntag vertraut ist. Dabei ist heute der Erste Advent. Was hat denn dann Palmsonntag mit der Adventszeit zu tun? Na ja, in beiden geht es um eine lang ersehnte Ankunft. Jesus wird lange erwartet, als Retter, als Heiland. Früher und oft auch heute. Weiterlesen
Der Apostel Paulus als Architekt der Mitarbeitenden und die Zukunft der Kirche
Durch den Apostel Paulus, den Architekt der Mitarbeitenden (vgl. 1. Korinther 3,10), lernt die Kirche immer wieder neu, dass sie, also wir, ein Gemeinschaftswerk ist. Paulus und seine etwa 19 Mitarbeitenden haben uns das im 1. Jahrhundert vorgemacht. Das wollen wir uns durch diesen Beitrag näher anschauen.
Sein liebster, wichtigster und ältester Mitarbeiter (Römer 16,21 „mein synergós“) ist Timótheos/us mit dem schwer auszusprechendem Namen. Er wurde in Lystra (Lykaonien) in Kleinasien geboren als Sohn eines heidnischen Vaters und einer jüdischen Mutter Eunika. Sie und seine Großmutter erzogen ihn in der Gottesfurcht und in der Liebe zu den heiligen jüdischen Schriften. Weiterlesen