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Durch die Augen eines Kindes

Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin. (Sacharja 9,9)

Wahrscheinlich ist es Ihnen aufgefallen, dass unser Predigttext Jesu Einzug in Jerusalem voraussagt. Einen Text, der uns von Palmsonntag vertraut ist. Dabei ist heute der Erste Advent. Was hat denn dann Palmsonntag mit der Adventszeit zu tun? Na ja, in beiden geht es um eine lang ersehnte Ankunft. Jesus wird lange erwartet, als Retter, als Heiland. Früher und oft auch heute.

Der Erste Advent. Wie sind Sie heute in ihn gestartet? Haben Sie schon die erste Kerze am Adventskranz entzündet? Oder denken Sie sich: In diesem Jahr fällt Weihnachten wegen Corona doch eh aus!? Also gibt’s auch keinen Kranz.

Ich hingegen schaue gerne auf eine Freundin, die eine kleine zauberhafte Tochter hat. Die Kleine erlebt die Lichter und die Dekoration gerade bewusst zum ersten Mal. Besonders fasziniert sie eine weitervererbte Weihnachtspyramide. Natürlich weiß sie gerade noch nicht, was das mit diesem Advent und diesem Weihnachten auf sich hat. Aber wenn wir ehrlich sind: verstehen wir es denn?

Rein theoretisch wissen wir, worum es in dieser Zeit geht und worauf sie hinsteuert. Aber was machen wir draus? Haben Sie sich schon einmal eine ganze Stunde vor eine Pyramide gesetzt, dabei gejauchzt und waren einfach nur glücklich? Nein? Ich auch nicht. Ich denke, Gott ist nicht umsonst als Kind in unsere Welt gekommen. Schaue ich mir die Kleine meiner Freundin an, weiß ich warum. Weil Kinder es wie kein Erwachsener schaffen können, das Leben leicht zu nehmen.

Sie können sich an den kleinen Dingen erfreuen und schenken uns einen Einblick in dieses Gefühl. In Vorfreude und Vertrauen auf jeden neuen Tag. Dieses Hosianna Gefühl von Palmsonntag und das kribbelige Gefühl beim Anzünden der ersten Kerze am Kranz.

Vielleicht kennen Sie das Lied von der Musikband Reamon, das heißt: Through the Eyes of a Child. Durch die Augen eines Kindes. Eine Liedzeile daraus heißt: „Das Leben ist so kompliziert, bis wir es durch die Augen eines Kindes gesehen haben.“

Das wünsche ich uns gerade in diesem Jahr: die Advents- und Weihnachtszeit durch die Augen eines Kindes zu sehen. Bestenfalls durch die Augen des Kindes in der Krippe.

Wir beten:

Guter Gott, die Adventszeit beginnt und damit das neue Kirchenjahr. Ein neues Jahr, das wünschen wir uns wohl alle, denn dieses Jahr war für uns alle schwer und hart. Ich bitte dich, schenke uns allen die Sicht eines Kindes auf diese Zeit. Lass uns trotzdem diese Unbeschwertheit empfinden und uns auch an kleinen Dingen erfreuen. Lass unseren Blick nicht auf Enttäuschungen haften bleiben, sondern das Schöne entdecken und vielleicht auch kreativ werden, um es uns noch schöner zu machen. Amen.

Rebecca Lackmann

Ein Gedanke zu „Durch die Augen eines Kindes

  1. Liebe Rebecca,
    Dein Artikel gefällt mir sehr gut. Wir sollten öfter in die Augen Kinder sehen, da können wir noch viel lernen. Ich wünsche Dir eine gute und frohe Advenszeit.
    Angelika

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