Bei der Suche nach dem perfekten Weihnachtsfest frage ich mich: Wo ist eigentlich der Advent geblieben? Sobald die Adventszeit beginnt, fiebern alle nur noch dem Weihnachtsfest entgegen. Plötzlich ist sie da oder soll sie da sein: die heile Welt, die wir im Alltag schmerzlich vermissen. Wir tun einiges, um sie herzustellen: mit Kerzenschein und Weihnachtsdeko, Musikberieselung auf allen Kanälen, Weihnachtsmärkten, besonderen Leckereien; nur dass der Schnee pünktlich vom Himmel fällt, können wir noch nicht selber machen. Weiterlesen
Kategoriearchiv: Andächtiges
Sinnliche Adventszeit, lange Abende…
Die Freunde von hier lassen dich grüßen. Grüße die Freunde dort, jeden einzelnen! (3. Johannes 1,15)
Der Duft von Orangen und Zimt, das Knuspern von Spekulatius, das Flackern der Kerzen am Adventskranz, der aufsteigende Dampf von Glühwein, die Spannung beim Öffnen der Türchen im Adventskalender und irgendwo leise Klänge alter Adventslieder…
Die Adventszeit kann so sinnlich sein! Mit Augen, Nase, Mund, Ohren und Händen sehen, schmecken, fühlen und begreifen wir den Beginn eines neuen Kirchenjahres. Eine Zeit voller Sehnsucht, eine Zeit fürs Warten, eine Zeit fürs Backen und Vorfreuen. Wann wird es endlich Weihnachten? Wann verändert das kleine Kind in der Krippe die Welt? Wann legt das Schiff im Hafen an? Wann leuchtet der Stern hell für alle? Weiterlesen
Siehe, es kommt die Zeit
Und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: Der HERR ist unsere Gerechtigkeit. (Jeremia 23,6)
Mit dem Advent beginnt auch ein Aufatmen. Ein neues Kirchenjahr liegt vor uns – hinter uns liegen Allerheiligen, Volkstrauertag, Buß- und Bettag, Totensonntag. Wir haben unserer Schuld gedacht und die Verstorbenen Gott anbefohlen. Wir haben uns das eigene Sterben bewusst gemacht. Jetzt können wir aufatmen. Auch beim Singen. Die Melodien werden beschwingter, sogar tänzerischer. Selbst die biblischen Texte atmen durch und schauen in die Ferne. Siehe, sagt der Prophet Jeremia, es kommt die Zeit…
Jeremia führt uns in eine Zeit vor zweitausendsechshundert Jahren, weit zurück in das Alte Testament. Das Königreich Juda befindet sich kurz vor seinem Untergang. Und der Prophet meldet sich zu Wort. Weiterlesen
Der Hase
Am 16. November war Vorlesetag in Deutschland. Wer wollte und konnte, hat an diesem Tag anderen vorgelesen. Auch der Präses unserer Landeskirche, Manfred Rekowski, wollte an diesem Tag Kindern vorlesen und suchte sich dafür unsere Bücherei aus. Er las den Maxi-Kindern aus dem Kindergarten am Brausewindhang biblische Geschichten vor: zuerst die von der Schöpfung der Tiere mit Elefanten und Giraffen, Pferden und Hasen.
Und dann las er die Erzählung von der Arche. Bald kamen alle Tiere an die Reihe, die Noah mitnahm. Da fragte ein Kind: Und wo ist jetzt der Hase? Ja, wo? Man suchte Seite für Seite, aber es war kein Hase zu sehen. Schade. War er vorausgelaufen oder hatte er sich verkrochen? Erst am Schluss entdeckte die Mitarbeiterin der Büchereifachstelle zwei große Ohren in einem Bullauge. Da musste man schon genau gucken. Aber dann erkannte man die Ohren, die Zeichen des Hasen. Da wussten die Kinder: der Hase ist auch mit dabei. Alles war gut. Weiterlesen
Unsere endgültige Heimat ist bei Gott
So mach dich nun auf und zieh über den Jordan, du und dies ganze Volk, in das Land, das ich ihnen, den Israeliten, gebe… Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein. Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen. Sei getrost und unverzagt. (Josua 1,2-3.5-6a)
Das Thema „Heimat“ hat zurzeit Hochkonjunktur. Es ist so wichtig, dass es inzwischen sogar ein Heimatministerium gibt. Aber was macht Heimat eigentlich aus? Die Landschaft, in der ich geboren und aufgewachsen bin, die vertrauten Straßenzüge des Stadtteils, in dem ich wohne, die Menschen, die mir wohlgesonnen sind und mit denen ich mein Leben teile? Weiterlesen
Gott hat es getan!
Wenn ich von meiner Schwester nach Hause laufe, komme ich an diesem Büdchen vorbei, wo eigentlich immer welche stehen, die es sich bei einer Flasche Bier und Zigaretten gut gehen lassen. Normalerweise kann ich nicht verstehen, was sie miteinander reden, dieses Mal aber hörte ich im Vorübergehen, wie der eine Mann, der dort stand, dem anderen sagte: Die Menschen bringen sich alle gegenseitig um! Eine steile These, dachte ich spontan, und dann musste ich lächeln, weil mir einfiel, dass schon meine Großmutter mir versichert hatte: Die Menschheit bringt sich selber um. Weiterlesen
Als Kundschafterinnen und Kundschafter unterwegs
Seid getrost und unverzagt, fürchtet euch nicht und lasst euch nicht vor ihnen grauen; denn der HERR, dein Gott, wird selber mit dir ziehen und wird die Hand nicht abtun und dich nicht verlassen. (5. Mose 31,6)
In unseren Kirchengemeinden Katernberg und Schonnebeck erleben wir dieser Tage eine Premiere: Zum ersten Mal rücken zwei Gemeinden im Essener Norden über eine pfarramtliche Vertretung näher zusammen. In der Kirchengemeinde Katernberg übernehmen zwei Pfarrerinnen, Karin Pahlke und Bianca Neuhaus, von der Nachbargemeinde, der Kirchengemeinde Schonnebeck aus, eine Vakanzvertretung im Umfang von jeweils 25 Prozent. Dabei handelt es sich durchaus um eine bedeutende Veränderung. Über den konkreten pfarramtlichen Vertretungsdienst hinaus lernen sich zwei Nachbargemeinden genauer kennen – und loten aus, wo es sinnvoll sein könnte, sich zu vernetzen. Weiterlesen
Sehnsuchtsorte
Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. (Offenbarung 21,2)
Wenn nach diesem großen Sommer jetzt bald die dunklen Tage des Novembers kommen, denken wir darüber nach, wie wir wieder Sonne tanken können, wohin uns der nächste Urlaub führt, wie wir der Dunkelheit entkommen. Und die Sehnsucht wächst. Mancher denkt im November auch zurück an die traurigen Zeiten des Jahres, an einen Todesfall in der Familie, an den Verstorbenen; geht ans Grab oder zum Trauergottesdienst am Ewigkeitssonntag und fragt sich, wie es jetzt weitergeht. Die Sehnsucht nach Leben wächst neu. Weiterlesen
Bewahrung der Schöpfung heißt heute: Nachhaltig leben lernen!
Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. (1. Mose 1, 29-31)
Der Mensch als Gottes Ebenbild soll Gottes gute Schöpfung bebauen und gleichzeitig bewahren. Das Bekenntnis zur Schöpfung hat sein Zentrum in der Achtung der Einzigartigkeit alles Geschaffenen. Der Mensch trägt die ihm von Gott anvertraute Verantwortung, die Erde zu bewahren. Dies beinhaltet die Verpflichtung, sorgsam und verantwortlich mit den Ressourcen der Natur umzugehen und diese um ihrer selbst willen und mit Blick auf künftige Generationen zu kultivieren. Ein solches Handeln führt letztendlich zu einem nachhaltigen Umgang mit der Natur. Weiterlesen
Lebensregeln
Lasst uns nicht nach eitler Ehre trachten, einander nicht herausfordern und beneiden … Wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist… und sieh auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen… Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. (Galater 5,25-26; 6,1-2; 6.7)
Na, ich weiß nicht, wie ist es Ihnen ergeht, wenn Sie diese Lebensregeln lesen, die der Apostel Paulus in seinem Brief an die Galater aufstellt: Ob Sie innerlich nicken, das eine oder andere wohlwollend zur Kenntnis nehmen, oder ob sie verständnislos den Kopf schütteln und denken: Mensch, das kann doch keiner schaffen. Klingt zwar schön, aber ist doch meilenweit von uns und unserer Welt entfernt.
Ich selbst war verunsichert, als ich das gelesen habe. Lediglich meinen eigenen Trauspruch habe ich sofort freudig zur Kenntnis genommen: „Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ Weiterlesen