Was wir uns nicht verdienen und nicht verlieren können

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Ein wunderbarer Satz, wie ich finde, der in geradezu erfrischender Form daran erinnert, dass gute Vorsätze, Wünsche, Hoffnungen und Absichten auch schlicht einmal Gestalt gewinnen sollten. Also in die Hand und unter die Füße genommen und unter die Menschen gebracht, was sich so an Gutem in unseren Gedanken und Herzen angesammelt hat! Weiterlesen

Mein Name

„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ (Jesaja 43,1)

Wenn man im Duden unter „Name“ nachschaut, findet man zwei Bedeutungen: „Bezeichnung, Wort, mit dem etwas als [Vertreter einer] Art, Gattung von gleichartigen Gegenständen, Lebewesen o. Ä. benannt wird; Gattungsname, Appellativ.“ Als zweite Bedeutung findet man: „Kennzeichnende Benennung eines Einzelwesens, Ortes oder Dinges, durch die es von anderen seiner Art unterschieden wird; Eigenname.“

„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!“ – Ich muss Ihnen gestehen: ich mochte diesen Satz eine lange Zeit absolut nicht. Das hatte einen ganz bestimmten Grund: Das erste Mal habe ich ihn nämlich auf einer Todesanzeige gelesen. Und danach immer wieder in diesem Zusammenhang. Der Satz hatte für mich also stets etwas mit dem Sterben zu tun. Dass dieser Satz aber eigentlich ein Satz ist, der für die Taufe gedacht ist, das habe ich viel später erfahren. Und dass die Taufe und das Sterben viel miteinander zu tun haben, noch viel später. Weiterlesen

Gottes wahre Solidarität wird am Kreuz sichtbar

„Es ist ein Weinen in der Welt, / als ob der liebe Gott gestorben wär. / Und der bleierne Schatten, der niederfällt, / lastet grabesschwer. (Else Lasker-Schüler)

Diese Worte aus einem Gedicht der jüdischen Dichterin Else Lasker-Schüler nehmen Erfahrungen von Menschen auf, Erfahrungen von Leid und Krankheit und Tod, Erfahrungen von Angst und Hoffnungslosigkeit, von Trauer und Schuld. Ja, „es ist ein Weinen in der Welt, als ob der liebe Gott gestorben wär“. Erfahrungen, die auch wir in diesen Tagen machen müssen: Tausende Tote weltweit sind zu beklagen, so viel Trauer, so viele Abschiede, die nicht mehr möglich waren, so viel Leid, so viel Not und Hilflosigkeit. Weiterlesen

Kunstwerk Mensch | In Zeiten von Corona #9

Was kehrt Ihr alles um! Als ob der Ton dem Töpfer gleich wäre, dass das Werk spräche von seinem Meister: Er hat mich nicht gemacht, und ein Bildwerk spräche von seinem Bildner: Er versteht nichts! (Jesaja 29,16) – Alle miteinander bekleidet euch mit Demut (1. Petrus 5,5) | Herrnhuter Tageslosung für den 25. März 2020

„Sie ist Wachs in meinen Händen“ prahlt der Jüngling über seine neuste Eroberung und löst damit so manche Männerfantasie bei seinen Freunden aus. Pygmalion erschafft sich aus Elfenbein seine gefügige Traumfrau; und Professor Higgins performt als Erweis seiner Brillanz als Sprachwissenschaftler aus dem Proletariermädchen Eliza Doolittle eine (Fast-)Herzogin. So geht es zu, wenn Menschen als Material verstanden werden und Meister sie als Werke ihrer Grandiosität darstellen.

Deshalb ist mir die heutige Tageslosung unsympathisch. Ich will meine Gottesbeziehung nicht in diesen narzisstischen Bildern ausgedrückt wissen. Ton in eines Töpfers Hand, willenlose Kreatur ohne Recht zum Widerspruch, Marionette mit Auftrag zur Unterwürfigkeit und Allakzeptanz – das entspricht nicht meinem Selbstbild. Vor allem aber entspricht es nicht meinem Gottesbild. Weiterlesen

Bewahrung der Schöpfung heißt heute: Nachhaltig leben lernen!

Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. (1. Mose 1, 29-31)

Der Mensch als Gottes Ebenbild soll Gottes gute Schöpfung bebauen und gleichzeitig bewahren. Das Bekenntnis zur Schöpfung hat sein Zentrum in der Achtung der Einzigartigkeit alles Geschaffenen. Der Mensch trägt die ihm von Gott anvertraute Verantwortung, die Erde zu bewahren. Dies beinhaltet die Verpflichtung, sorgsam und verantwortlich mit den Ressourcen der Natur umzugehen und diese um ihrer selbst willen und mit Blick auf künftige Generationen zu kultivieren. Ein solches Handeln führt letztendlich zu einem nachhaltigen Umgang mit der Natur. Weiterlesen

Maria Magdalena | Vom Aufbrechen #3

Aufbrechen und losgehen, das machen Menschen überall und zu allen Zeiten. Auch die Bibel erzählt davon, dieses unglaubliche Aufbruchsbuch. Sie erzählt von Leuten, die aufgebrochen sind, freiwillig oder unfreiwillig, ängstlich, zögerlich, mutig, begeistert. Ihre Geschichten begleiten uns durch die Woche – zum Abschluss heute: Maria Magdalena. Weiterlesen