Gegen die Verhärtung der Herzen

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. (Ezechiel 36,26)

Noch stehen wir am Anfang des neues Jahres: Über 350 Tage liegen vor uns. Das klingt zunächst nach viel. Aber wir wissen ja, wie schnell die Zeit vergeht! Manches ist schon geplant und steht fest im Kalender, etwa Geburtstage, besondere Feiern und Veranstaltungen, Urlaub. Anderes ist noch offen und wird erst im Laufe der Zeit hinzukommen. Ein neues Jahr – mit welchen Gefühlen und Erwartungen gehe ich hinein? Gespannt, gelassen, hoffnungsvoll, skeptisch, unsicher, ängstlich? Eine Mischung aus verschiedenen Gefühlen. Weiterlesen

Ein Neuanfang ist möglich

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. (Ezechiel 36,26)

So lautet die Jahreslosung für 2017. Als ich sie las, sprachen mich die Worte gleich an. Mit diesem Mut machenden Zuspruch will ich den Blick auf das neue Jahr richten.

Neu anzufangen ist möglich. Gerade am Beginn eines Jahres setzen wir uns gerne Ziele. Der Eine möchte abnehmen, der Andere mehr Zeit mit der Familie verbringen und Freundschaften pflegen. Jugendliche nehmen sich vor, mehr Zeit in die Schule zu investieren. Manche der Vorsätze sind sehr persönlich, andere bleiben eher allgemein. Viele kennen die Erfahrung, dass die guten Vorsätze schon bald auf der Strecke bleiben. Manch einer probiert es schon gar nicht mehr, weil die Vorsätze nicht gelingen. Weiterlesen

Eine Erneuerung, die gut tut und erfrischt

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. (Ezechiel 36,26)

In meinen Gesprächen erlebe ich häufig, dass sich viele Menschen Sorgen über den Zustand unserer Gesellschaft machen. Und die Nachrichten der letzten Wochen und Monate scheinen ihnen Recht zu geben: Da liegt ein hilfloser Mann in Essen vor einem Geldautomaten auf dem Boden – und die Videoaufnahmen zeigten uns, wie andere Menschen den offensichtlich Hilflosen ignorieren; über ihn hinwegsteigen. Da ist jene heimtückische Attacke in einer Berliner U-Bahn-Station, bei der eine junge Frau hinterrücks die Treppe hinuntergetreten wurde. Da sind die schrecklichen Terrorakte und die Anschläge in Berlin, Brüssel, Nizza.

Was treibt Menschen an, mit Hass und Gewalt das Leben anderer, das Leben von Jungen und Alten zu zerstören? Wie konnte ein gewalttätiger und radikalisierter Mann wie Anis Amri mutmaßlich die Mordtat auf dem Weihnachtsmarkt im Herzen Berlins begehen? Viele machen sich angesichts von Terror und Gewalt zunehmend Sorgen um ihre eigene Sicherheit. Beim Euro, bei der Rente, an den Grenzen – es geht um sichere Straßen, sichere Wohnungen und sichere Lebensverhältnisse. Ist also an der Jahresschwelle zu 2017 plötzlich die Sicherheit das höchste Gebot? Weiterlesen

Haltet die Hoffnung wach, werdet Friedensstifter!

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. (Lukas 2,1.)

In diesem Jahr ist mir besonders bewusst, dass wir dieselbe Weihnachtsgeschichte jedes Jahr anders hören – dass wir sie jedes Jahr neu hören. Dass wir selbst Veränderte sind. Jeder von uns schaut auf ein Jahr mit persönlichen Erfahrungen, die uns verändern: Wir mussten vielleicht von einem Menschen Abschied nehmen. Ein Kind wurde geboren. Der Kindergarten begann. Die eine hat die Schule abgeschlossen und studiert jetzt – der andere hat sich beruflich verändert.

Und wir schauen auf Erfahrungen in unserer Stadt und in unserem Land, die uns verändern. Weiterlesen

Weihnachten ist immer!

Denn euch ist heute der Heiland geboren. (Lukas 2,11)

Ist das nicht verrückt? Viele von uns freuen sich auf Weihnachten und die damit verbundenen Traditionen: Kerzen, Tannenbaum, Geschenke, gutes Essen, gemütliche Stunden im Kreis der Familie, vielleicht sogar auf den Gottesdienstbesuch am Heiligen Abend. Doch manch einer ist danach traurig oder gar enttäuscht. Entweder, weil alles viel zu schnell vorbei gegangen ist oder weil es nicht so harmonisch abgelaufen ist wie erwünscht.

Wenn wir an ein paar Feiertagen unsere tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit, Wärme, Liebe stillen wollen, so ist das, ehrlich gesagt, eine recht hohe Erwartung und kann eigentlich nicht funktionieren. Weiterlesen

Ich denke, also bin ich

Das Denken und damit Nachdenken gehört zu unserem Menschsein. Dazu ist mir der Satz des Philosophen René Descartes wieder in Erinnerung gekommen: „Ich denke, also bin ich“ (cogito ergo sum). In seinem Nachdenken über sich selbst, kommt Descartes nach radikalen Zweifeln zu der Erkenntnis: „Da es ja immer noch ich bin, der zweifelt, kann ich an diesem Ich, selbst wenn es träumt oder phantasiert, selber nicht mehr zweifeln.“ Deshalb sein Grundsatz „Ich denke, also bin ich“.

Bezogen auf unser Nachdenken im Raum der Kirche tut es gut, sich einen solchen Erkenntnissatz zu eigen zu machen und daran zu orientieren. Weiterlesen

Hey Kinder, was denkt ihr über Gott?

In den Morgenkreisen unseres Familienzentrums kommen die Kinder über Gott und die Welt ins Gespräch. Unsere Kinder sind kleine Philosophinnen und Philosophen! Ihre Aussagen bringen uns zum Schmunzeln, deshalb ist ihnen nur wenig hinzuzufügen. Der Glaube der Kinder ist unerschütterlich, stark und richtig. Sie haben das „Weltwissen“ in sich. Sie finden mit ihren Worten eine Mischung und Zusammenführung ihres „Kinderglaubens“, der von Wahrheit, Erfahrungen, gewagter Theorien, Lebendigkeit, Phantasie und Vertrauen geprägt ist. Damit lassen sie uns an ihrer Welt teilhaben. Weiterlesen

Ein Schicksal, das mich nachdenklich macht

Sicher ist Ihnen auch schon der Name Asli Erdogan in letzter Zeit irgendwo, irgendwie in den Medien begegnet. Eine von den vielen, den tausenden, ja den zehntausenden Intellektuellen, Künstlern und Journalisten, die in der Türkei versucht haben, entweder die Bildung, die Demokratie oder die Meinungsfreiheit und Menschenrechte oder auch alles zusammen voranzutreiben. Weiterlesen

Habt Mut zur Veränderung!

500 Jahre Reformation – mit Blick auf den revolutionären Mönch aus dem 16. Jahrhundert eröffnet die Evangelische Kirche das Festjahr zum Reformationsjubiläum. Aber: Darf überhaupt eine Kirche feiern, deren Mitgliederzahlen rückläufig sind? Die nicht länger Volkskirche ist, sondern eine Minderheit der Gesamtbevölkerung abbildet, für die Glauben, Kirche und Gott wenig Relevanz hat?

Ich persönlich halte gerne dagegen: ja – wir haben allen Grund zu feiern. Im Mittelpunkt steht für mich die Lerngeschichte einer Kirche, die veränderungserfahren und veränderungsmutig ist. Weiterlesen

Gott sprengt alle Bilder, die wir uns von ihm machen

Gott bin ich – und nicht Mann! (Hosea 11,9)

Gott ist Gott. Aber Gottesbild ist nicht gleich Gottesbild. Gott schuf die Menschen nach eigenem Abbild, als Mann und Frau schuf er den Menschen. Dem entsprechend haben Menschen verschiedene Vorstellungen von Gott und sprechen doch vom gleichen Gott.

Unsere Bilder von Gott sind überwiegend männlich. Prüfen Sie es selbst für sich: Welches Bild tragen Sie im Kopf? Wie sieht Gott aus? Ist er der Herr, der König, der Richter, der Gottvater? Etwa der Patriarch mit dem weißen Bart? Gott ist meist ER, nicht SIE. Weiterlesen