Vergebung ist keine Einbahnstraße

„Vergebt einander, gleichwie euch Gott vergeben hat in Christus“ (Epheser 4,32)

Die tagtäglichen Begegnungen mit anderen Menschen bereichern unser Leben, das dadurch bunt und spannend wird. Aber es besteht immer wieder auch die Gefahr, dass wir uns gegenseitig verletzen. Oft geschieht dies ohne Absicht aus Unachtsamkeit. Diese bittere Erfahrung kann uns am Leben verzweifeln lassen. Das muss nicht sein. Die Bibel zeigt uns einen Lebensstil auf, mit dem es uns gelingt, nicht an unseren Verletzungen zu verzeifeln,  sondern sie zu bewältigen. Weiterlesen →

Kaum zu glauben!

Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten: Es ist der Herr. (Johannes 21,12)

Nachdem Jesus auferstanden ist, zeigt er sich immer wieder seinen Jüngern. So auch an jenem Tag, als sieben von ihnen am See Tiberias fischen sind, ihnen aber nichts ins Netz gehen will. Da kommt ein Mann auf sie zu und sagt ihnen, sie sollen die Netze nochmal auf der anderen Seite auswerfen. Und es stimmt! Plötzlich fangen sie so viele Fische wie selten. Mit einem Mal erkennen die Jünger: das ist Jesus! Freudig eilen sie ihm entgegen. Und wie Jesus es immer getan hat, isst er mit ihnen und teilt mit ihnen das Brot.

Wie schwer fällt es uns – aber auch den Jüngern damals – einfach zu glauben ohne jeglichen Beweis. Aber versetzen wir uns mal in die die Lage der Jünger und Jüngerinnen damals. Sie erleben hautnah mit, wie Jesus ermordet wird. Und dann plötzlich soll da wieder Hoffnung sein? Jesus ist gar nicht tot, sondern ist auferstanden? Das ist schwer zu glauben. Dann zeigt sich Jesus seinen Jüngern auf dem See Tiberias. Aber etwas scheint anders, sie erkennen den Freund nicht sofort. Etwas hat ihn verändert: der Tod, das Erlebte? Wir wissen es nicht genau. Weiterlesen →

Seid getrost!

„In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!“ (Johannes 16,33b).

Schon seit einem Jahr leben wir nun mit einer Angst, die wir zuvor nicht kannten: der Sorge, sich mit Covid-19 anzustecken oder unbewusst einen anderen Menschen zu infizieren. Manch einer ist selbst an diesem Virus erkrankt oder hat sogar einen Angehörigen oder eine Freundin verloren.

Aber auch andere Sorgen belasten uns: Die einen bangen um ihre Arbeitsstelle und damit um das dringend nötige Einkommen, die anderen wissen nicht, wie sie ihre Angestellten bezahlen sollen. Kinder vermissen ihre Freunde und Großeltern; Lehrer sorgen sich um Schüler*innen, die zuhause nicht die Zuwendung erfahren, die sie brauchen, und keine guten Möglichkeiten zum Lernen haben. Alleinstehenden fehlt es an Kontakten – vor allem auch an körperlicher Nähe. Dazu machen uns andere Krankheiten, Streit, Ablehnung und Einschränkungen zusätzlich das Leben schwer. Wie können wir bei so vielen Problemen und Sorgen noch zuversichtlich auf das Morgen schauen? Weiterlesen →

Sinnbild des Leidens, Sinnbild des Lebens

Lass diesen Kelch an mir vorübergehen. (Markus 14,36)

Oh nein, nicht das auch noch! Ich kann nicht mehr! Es reicht! Lass diesen Kelch an mir vorübergehen! – Diese Stoßseufzer lassen tiefe innere Not ahnen, verbunden mit dem Wunsch, davon verschont zu werden. Diese Worte sind uns durchaus vertraut und auch die damit einhergehenden Gefühle. Ursprünglich aber stammen sie aus dem Mund Jesu. Das verwundert vielleicht. Wir kennen Jesus als jemanden, bei dem viele Menschen Hilfe gesucht und gefunden haben. Hoffnung und Zukunft, das Leben hat er vielen geschenkt. Weiterlesen →

Der Ruf gilt uns

Fürchtet euch nicht! Jesus lebt. Er ist auferstanden. (Markus 16,6)

Es war ein fürchterlicher Tag gewesen, den die Frauen, den Maria Magdalena, Maria, die Mutter des Jakobus und Salome erlebt hatten: Die Verurteilung und dann die Kreuzigung ihres Freundes Jesus. Der Tod des Menschen, den sie so sehr liebten und den sie dann so schrecklich leiden sahen und verloren glaubten. Es war dunkel in ihnen drinnen und dann wurde es Nacht. Der Schlaf ist zwar irgendwann gekommen, hat aber keine Erholung gebracht. Weiterlesen →

Der gute Freitag

Martin Luther hat den Karfreitag einen „guten Freitag“ genannt. Was ist denn gut an Karfreitag? Martin Luther beschreibt es so: „Wir laufen weg vor Gott, wenden uns ab von der Quelle des Lebens und „er läuft uns nach, durch alles Leiden wie durch ein Feuer“. Seit Karfreitag ist alles anders! Denn an diesem Tag hat Gott mit uns nicht nur die Kleider, sondern die Plätze getauscht. Weiterlesen →

In deine Hände

Sie kamen an den Ort, der Schädelhöhe heißt; dort kreuzigten sie ihn und die Verbrecher, den einen rechts von ihm, den andern links. (Lukas 23,33)

Diese Welt ist nun einmal nicht so, wie wir sie uns wünschen. Und Karfreitag ist so ein Tag, der uns einlädt, genau hinzusehen, hinzuhören und sich mit Haut und Haaren den Dingen zu stellen. Was es auch immer sei. Lukas erzählt die Ereignisse dieses Tages so, dass man mitgenommen wird in diese unnachahmliche Stille, die damals über dem Hügel vor der Stadt lag. Er nimmt uns mit an diesen unwirklichen Ort, Golgatha – Schädelstätte. Der Name ist Programm. Hier haben sich schon so manche Geschichten abgespielt. Es ist kaum in Worte zu fassen, was hier geschieht. Unmenschlichkeit in allen nur denkbaren Schattierungen. Weiterlesen →

Kleines Osterfest

Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. (Johannes 12,23-24)

Es ist immer ein schlimmer Moment, wenn man auf einmal merkt, dass zwei Seiten, die ein Ganzes ergeben haben, nicht mehr zusammenpassen. Menschen, die sich einmal geliebt haben, merken: es geht nicht mehr. Ein gemeinsames Leben ist nicht mehr möglich. Wenn ein Streit so nachhaltig gewesen ist, dass der Bruch in der Beziehung einfach nicht mehr repariert werden kann. Vielleicht hat man vertraut, dass Gott seinen Segen dazugibt. Aber jetzt ist alles dahin. Weiterlesen →

Was Barmherzigkeit bedeutet

Jesus Christus spricht: Seid barmherzig wie auch euer Vater barmherzig ist! (Lukas 6,36 ).

Was bedeutet Barmherzigkeit für dich? Seit Beginn des Jahres haben Mitarbeitende unserers Kirchenkreises Antworten auf diese Frage gegeben; Anlass dafür war die Jahreslosung 2021 „Jesus Christus spricht: Seid barmherzig wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Lukas 6,36). Für unseren Blog HIMMELrauschen.de haben Martin Keßler und Friederike Seeliger Beiträge über Barmherzigkeit geschrieben. Zum Abschluss veröffentlichen wir die Antworten, die Konfirmand*innen und Helfer*innen aus der inklusiven Konfirmandengruppe unserer Aktion Menschenstadt auf diese Frage gegeben haben. Weiterlesen →

Vom Splitter und vom Balken

Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? (Matthäus 7,3)

Vor fünf Wochen haben wir Weihnachten gefeiert. Kommt es Ihnen auch schon länger vor? Trotzdem ist es schön, sich noch einmal bewusst an Weihnachten zu erinnern. An das, was wir den ganzen Dezember über, ja eigentlich immer, herbeisehnen – Jesu Ankunft in dieser Welt, den Frieden, der damit einhergeht. Das alles erwarten wir und vielleicht finden wir es auch für einen kurzen Moment.

Aber jetzt? Sind Sie noch in weihnachtlicher Stimmung? Wenn ich mich umschaue, dann sehe ich eher Frust und steigende Ungeduld. „Hätte der oder die doch mal besser gearbeitet, dann wären wir jetzt schon viel weiter!“ In Matthäus 7 denkt Jesus konsequent weiter, wie ein gutes Zusammenleben aussehen sollte. Weiterlesen →