Ich bin der ich bin

Die „Mädchen“ meiner Altersklasse können sich bestimmt noch an diese Anziehpüppchen aus Pappe erinnern. Große Bögen mit verschiedenen Kleidungsstücken, die man sorgfältigst ausschneiden musste, wenn denn alles passen sollte. Die Püppchen sittsam in Unterwäsche vorgedruckt. Mit Hilfe kleiner Knicklaschen konnten wir dann unsere Puppenkinder so gestalten, wie es uns gefiel. Prachtkinder zum Selberbasteln. Manche Mutter, mancher Vater könnte sich mit dem Gedanken an Kinder, die immer so sind, wie man sie haben möchte, vielleicht anfreunden. Ist aber leider nicht, und das ist auch sicher besser so.

Allerdings – machen wir das bei unserer Vorstellung von Gott nicht manchmal ganz genauso? Biegen wir uns unsere Vorstellung von Gott so, wie es gerade am besten passt? Weiterlesen

Hey Kinder, was denkt ihr über Gott?

In den Morgenkreisen unseres Familienzentrums kommen die Kinder über Gott und die Welt ins Gespräch. Unsere Kinder sind kleine Philosophinnen und Philosophen! Ihre Aussagen bringen uns zum Schmunzeln, deshalb ist ihnen nur wenig hinzuzufügen. Der Glaube der Kinder ist unerschütterlich, stark und richtig. Sie haben das „Weltwissen“ in sich. Sie finden mit ihren Worten eine Mischung und Zusammenführung ihres „Kinderglaubens“, der von Wahrheit, Erfahrungen, gewagter Theorien, Lebendigkeit, Phantasie und Vertrauen geprägt ist. Damit lassen sie uns an ihrer Welt teilhaben. Weiterlesen

Gott sprengt alle Bilder, die wir uns von ihm machen

Gott bin ich – und nicht Mann! (Hosea 11,9)

Gott ist Gott. Aber Gottesbild ist nicht gleich Gottesbild. Gott schuf die Menschen nach eigenem Abbild, als Mann und Frau schuf er den Menschen. Dem entsprechend haben Menschen verschiedene Vorstellungen von Gott und sprechen doch vom gleichen Gott.

Unsere Bilder von Gott sind überwiegend männlich. Prüfen Sie es selbst für sich: Welches Bild tragen Sie im Kopf? Wie sieht Gott aus? Ist er der Herr, der König, der Richter, der Gottvater? Etwa der Patriarch mit dem weißen Bart? Gott ist meist ER, nicht SIE. Weiterlesen

Die Freiheit nehm‘ ich mir!

Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. (2. Korinther 3,17)

Freiheit ist ein hohes Gut. Da sind wir uns sicher einig. Freiheit ist in aller Munde: „Die Freiheit nehm‘ ich mir“ – ein Werbeslogan für eine Kreditkarte. Von welcher Freiheit sprechen wir eigentlich? Geht es um die Freiheit shoppen, konsumieren zu können, egal, was auf dem Konto liegt? Geht es um die Ungebundenheit von Verpflichtungen, die Freiheit von Gesetz und Regeln? Geht es um die persönliche Freiheit, ohne Rücksicht auf andere? Ist das Freiheit? Weiterlesen

Du sollst dir kein Bildnis machen?

Heute hat uns erneut eine Frage zum christlichen Glauben erreicht, die wir gern in unserem Blog beantworten – es geht um das Gebot, sich kein Bildnis von Gott zu machen.

Die Frage lautet:

Auf einer Reise nach Italien habe ich in einer Kirche und in einem Kloster zwei Bilder gesehen, die mich verwundert und ratlos gemacht haben. Im Hintergrund war Gott in menschlicher männlicher Gestalt dargestellt und im Vordergrund jeweils der gekreuzigte Jesus. Wie kann es sein, das Gott bildhaft dargestellt ist und dann noch in menschlicher Gestalt? Es heißt doch in den Zehn Geboten: Du sollst Dir kein Bildnis machen! Weiterlesen

Gott hat es gesagt… aber wie?

Mit diesem Beitrag starten wir unsere neue Rubrik „Persönliches“: In dieser Kategorie veröffentlichen wir Antworten auf individuelle Fragen, ob zu Glaubensdingen oder zu theologischen Begriffen, die nicht immer leicht verständlich sind. Wenn Sie ebenfalls eine Frage haben und der Meinung sind, dass andere Leser von der Antwort profitieren könnten, freuen wir uns, wenn Sie Ihre Frage per Mail an unsere Redaktionsanschrift info@himmelrauschen.de senden. Sobald uns die Antwort auf Ihre Frage vorliegt, werden wir sie in unserem Blog veröffentlichen.

Die erste Frage lautet:

Warum wird in der Bibel eigentlich oft so leichthin behauptet „Gott hat das so gesagt“, „Gott findet das gut“ oder „Gott hat das so gewollt“? Wie können wir sicher sein, dass das stimmt? Gott selbst hat ja nicht gesprochen – es waren Menschen, die etwas gesagt oder getan haben. Ich habe diese Frage schon lange, habe ich mich aber nie getraut, sie zu stellen. Ich denke, es ist einfach eine Glaubenssache, oder? Weiterlesen

Wenn das Spotten über Gott heilig ist

Der westlichen Säkularreligion ist der Spott über Gott heilig: Dieser spitze Satz stand Anfang Februar im SPIEGEL. Der Kommentator Jan Fleischhauer hatte beobachtet, dass sich in unserer Gesellschaft weniger religiöse Fanatiker zu Wort melden als vielmehr säkulare. Die Säkularfanatiker erklären pauschal die Gottesfrage für obsolet, also für veraltet. Und was man für veraltet hält, darüber kann man getrost seine höhnischen Späße machen. Weiterlesen

Gott macht uns stark für das, was vor uns liegt

Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht. (Philipper 4,13)

Nicht kleckern, sondern klotzen: „Ich vermag alles!“
Nicht nur einiges oder etwas, sondern alles. Der Mensch, der diesen Satz formuliert hat, wird jemand sein, dem vieles gelingt und der vor wenig zurückschreckt. Ein Mensch mit vielen Freiheiten und großen Ideen.
Der Schein trügt: Der Apostel Paulus war zwar ein Mensch, der viele Ideen hatte und dem vieles gelang. Diesen Satz schrieb er allerdings, als er gerade im Gefängnis einsitzen musste. Ganz ohne Freiheiten, mit ungewisser Zukunft. Weiterlesen

Stärke, die aus dem Vertrauen kommt

Alles vermag ich durch den, der mich stark macht! (Philipper 4,13)

Ein echter Power-Satz ist uns da aufgeschlagen worden. Ein Anti-Satz vielleicht zu den Gefühlen, die uns selbst oft genug überfallen mögen.
Werde ich diese oder jene Hürde schaffen? Bin ich dieser besonderen beruflichen oder persönlichen Herausforderung gewachsen? Bewältige ich meine Trennung? Schaffe ich meinen Alltag im Spagat zwischen Kindern, Beruf und betreuenden Eltern? Schaffe ich es, mich einzuschränken, manche Bedürfnisse zurückzuschrauben? Eine Krankheit zu bewältigen, Trauer durchzustehen?
So viele Situationen, in denen uns die Energie ausgeht, in denen wir uns eher schwach als stark fühlen.
Solche Gefühle in uns treffen auf die Worte von Paulus, den großen Missionar, der auf seinen Reisen und bei seinen Gemeindegründungen wahrhaftig mit vielen Niederlagen, mit widrigen Umständen und seiner eigenen körperlichen Schwäche zu kämpfen hatte. In seinem Brief an die Gemeinde in Philippi hat er schon einen weiten äußeren und inneren Weg hinter sich. Weiterlesen

Gut, dass es dich gibt!

So, und nun urteilen Sie über mein Leben: ist es schlecht, so stark zu sein?

Urteilen? Über ein Leben?

Es war ein Geburtstagsbesuch, bei dem mir eine Frau ihre Lebensgeschichte erzählte und auch und vor allem davon sprach, wie sie sich durchkämpfen musste, wie oft sie allein war, als Kind und Jugendliche keine Mutter in der Nähe hatte. Sie sehnte sich nach ihr, aber es half nichts, sie musste sich in den Kriegsjahren und am Ende des Krieges durchkämpfen, wie so viele, bis sie endlich wieder zuhause war.
„Das hat mich stark gemacht – aber manchmal bin ich dann auch sehr ungeduldig, sehr hart, nicht nur mit mir.”
„Und: ich habe nie gebetet, dass Gott mir hilft. Ich wusste: ich bin allein und muss es allein schaffen.” War das jetzt alles falsch? Weiterlesen