Begabt und beaufgabt

Alle sollen einander mit den Begabungen dienen, die sie empfangen haben. Setzt sie so ein, dass ihr euch als Menschen erweist, die mit der vielfältigen Gnade Gottes gut haushalten können. (1. Petrus 4,10)

Können die hier kein Deutsch? „Beaufgabt“, was ist das denn für ein Wort? Das gibt es doch gar nicht… Doch, das gibt es – nicht das Wort, aber die Sache.

Im Winter hat Borussia Dortmund einen neuen Stürmer verpflichtet: Erling Haaland. Ein junger Norweger, der bei seinen bisherigen Vereinen aufgefallen war: durchsetzungsstark, flink, torgefährlich. Ein enorm begabter Stürmer. Er sollte dem BVB helfen, die nötigen Tore zu schießen, um in der Spitze der Bundesliga mithalten zu können. Und, was soll man sagen, nach Ende der Corona-Saison? „Beaufgabung“ erfüllt, dem BVB-Sturm neues Leben eingehaucht; viele Tore und Assists innerhalb kürzester Zeit. Ein begnadeter Typ. Begnadet – da hat jemand etwas geschenkt bekommen, das man nicht kaufen kann. Weiterlesen

Babyn Jar – Auschwitz: Vier Bildbeschreibungen

Am 27. Januar ist Holocaust-Gedenktag. Vor nunmehr 75 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz von russischen Truppen befreit. Ein Tag um innezuhalten, um zu beten, aber auch um zu handeln, damit das „Nie wieder“, das auf dem Denkmal des KZ Dachau in großen Lettern und in verschiedenen Sprachen steht, keine leere Forderung bleibt. Im Umfeld des Gedenktages finden wieder viele Veranstaltungen statt – auch in Essen.

Vom 19. Januar bis zum 2. Februar ist in der Stephanuskirche in Essen-Überruhr und auf dem Gelände rund um die Kirche die ungewöhnliche Fotoausstellung „Orte der Erinnerung“ zu sehen. Ich zeige dort Fotos aus Babyn Jar und aus Auschwitz. Mir geht es nicht um die reine Abbildung der Realität. Ich ging schmerzhaft nah an meine Motive heran. Ich wollte nicht zeigen, was wir alle längst kennen und doch nicht begreifen können. Oft sind es die Details (der Geschichte), die die Augen öffnen. Weiterlesen