Geh aus, mein Herz…

Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser schönen Sommerzeit (Paul Gerhardt, in: Evangelisches Gesangbuch, Nr. 503)

…und lass dir die Sehnsucht nach Freude und Sommergeschmack nicht ausreden, denn im Garten der Natur entsteht jeden Tag wieder neues Leben! Mich beeindruckt an diesem fröhlichen Lied von Paul Gerhardt (1607–1676), dass es einer geschrieben hat, der wahrlich nicht nur die lieben und sonnigen Sommerzeiten des Lebens kannte. Das macht die Tiefe dieses Sommerliedes aus.

Keineswegs war damals alles eitel Sonnenschein. Keineswegs waren jene Zeiten die „guten alten Zeiten“. Um sich herum und in seinem eigenen Leben hatte Paul Gerhardt viel mit unsäglichem Leid und Schmerz zu tun. Umso größer ist sein Aufatmen angesichts der übervollen Sommerzeit. Fest verwurzelt in diesem Lebensgarten mit allem, was er bringt – an Freude und Glück, aber auch an Unkraut und Dickicht, an Schürfwunden und Gräben – kann er einen Blick an oder hinter die Grenze unseres Lebens wagen. Denn das Lob Gottes und der Dank für die großen und kleinen Dinge, die das Leben ausmachen, sieht nicht an den schweren Seiten und Zeiten des Lebens vorbei. Weiterlesen

Weihnachten ist immer!

Denn euch ist heute der Heiland geboren. (Lukas 2,11)

Ist das nicht verrückt? Viele von uns freuen sich auf Weihnachten und die damit verbundenen Traditionen: Kerzen, Tannenbaum, Geschenke, gutes Essen, gemütliche Stunden im Kreis der Familie, vielleicht sogar auf den Gottesdienstbesuch am Heiligen Abend. Doch manch einer ist danach traurig oder gar enttäuscht. Entweder, weil alles viel zu schnell vorbei gegangen ist oder weil es nicht so harmonisch abgelaufen ist wie erwünscht.

Wenn wir an ein paar Feiertagen unsere tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit, Wärme, Liebe stillen wollen, so ist das, ehrlich gesagt, eine recht hohe Erwartung und kann eigentlich nicht funktionieren. Weiterlesen

Die Sternstunde der Menschenheit

Können Sie sich an Sternstunden in Ihrem Leben erinnern? Vielleicht müssen Sie eine Weile überlegen. Möglicherweise liegen sie auch schon lange zurück, in Kindertagen oder aber waren sie erst vor kurzem? Ich bin überzeugt, wir kennen sie alle, diese Sternstunden, diese ganz besonderen Momente im Leben, die keiner planen und organisieren kann, die sich einfach ereignen, ganz unerwartet, die uns überraschend geschenkt werden. Auch wenn der Moment längst vorbei ist, klingen sie lange, lange nach.

Wie bedeutungsvoll dieser besondere Moment ist, wird uns oft erst im Nachhinein bewusst. Dabei sind es meist keine besonderen Erlebnisse, es sind Momente, in denen Gefühle zählen, in denen der Zauber des Lebens erlebbar wird, in denen sich der Himmel über uns öffnet und die Sterne in unser Leben funkeln. Weiterlesen

Pilgerwege: Heilsame Gegenerfahrungen zur Hektik des Alltags

Wir alle streben nach Glück. Doch stehen wir uns dabei nicht manchmal selbst im Weg? Immer mehr in immer kürzerer Zeit: Für viele Menschen ist die Hektik das normale Alltagstempo. Sich gehetzt zu fühlen gehört zum Lebensgefühl und durchzieht alle Lebensbereiche, ob am Arbeitszeit oder in der Freizeit. Hektik reicht bis in unsere Esskultur hinein. Ständig fühlen wir uns unter Zeitdruck. Für Ruhe bleibt weniger Zeit, für das bewusste Wahrnehmen, was in uns und um uns herum vorgeht. Weiterlesen

Kirche kommt mit dem Bollerwagen

Seit vielen Jahren arbeiten die christlichen Gemeinden in Schonnebeck – die evangelische Kirchengemeinde, die katholische Pfarrgemeinde und die Freie evangelische Gemeinde – eng zusammen. So gibt es zu Beginn jeden Jahres einen ökumenischen Neujahrsempfang. Auch bei Veranstaltungen im Stadtteil treten wir oft gemeinsam auf. Jetzt haben wir eine neue Aktion gestartet: Unter dem Motto „Kirche kommt!“ wollen wir uns regelmäßig mit dem Bollerwagen auf den Weg zu den Menschen machen. Premiere hatte das ungewöhnliche Gefährt am 12. Februar auf dem Schonnebecker Wochenmarkt – und die Reaktionen waren sehr positiv. Weiterlesen