Mein Glaubensbekenntnis

Konfirmandinnen und Konfirmanden aus der Evangelischen Kirchengemeinde Essen-Schonnebeck haben persönliche Glaubensbekenntnisse verfasst. Ihre Worte können für uns eine Stärkung für den Alltag sein; einige davon dürfen wir hier veröffentlichen.

„Ich glaube an Gott, der alle Menschen liebt.
Für ihn ist jeder Mensch gleich.“

„Ich glaube, dass Jesus und Gott hinter mir stehen
und dass sie mir immer wieder eine Chance geben.“ Weiterlesen →

Konfirmation mit zwanzig oder: Meine Geschichte mit Gott

Am 24. Juli habe ich meine Konfirmation gefeiert, etwas verspätet, sechs Jahre um genau zu sein. Ich bin nun zwanzig und keine vierzehn mehr. In meinem Jahrgang 2010 bin ich nicht mitgegangen und zwar aus Überzeugung, obwohl ich die eineinhalb Jahre Konfirmationsunterricht mitgemacht hatte.

Damals wollte ich mich nicht konfirmieren lassen und das Versprechen der Bestätigung, im christlichen Glauben zu leben, nicht geben. Ich glaubte nicht an Gott, meine Bibel stand neben den Märchenbüchern der Gebrüder Grimm. Ein altes Buch voll mit Geschichten, um die Menschen zu leiten. Weiterlesen →

Farbenpracht | Kirche und Farben #2

In dieser Sommerzeit bekennt die Natur Farbe. Wir Menschen und Tiere genießen die Farbenpracht, die der Dichter Paul Gerhardt mit dem unvergesslichen Sommerlied beschrieben hat: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben“. Wenn man das Wort „Gaben“ durch das Wort „Farben“ ersetzt, erfreut sich unser Auge an der Farbenpracht des Sommers und letztlich erfreut sich auch unsere Seele. Weiterlesen →

Eine lebendige Quelle, die nie versiegt

Ich weiß, dass du der Brunn der Gnad und ewge Quelle bist. (Paul Gerhardt, EG 324)

Die Ferienzeit ist da – für viele eine Zeit, um mal auszuspannen, Zeit zu verreisen, Zeit, um neue Kraft zu schöpfen. „Kraft schöpfen“ – in diesen Worten steckt eine alte Erfahrung: Wenn man erschöpft und durstig ist, vielleicht nach einem langen Fußmarsch, da gibt es wohl nichts Köstlicheres als einen tiefen Brunnen, an dem man rastet und aus dem man frisches Wasser schöpfen kann. Den Durst gestillt, die Füße gekühlt, so kommt auch langsam die Kraft zurück und man kann den Weg fortsetzen. Vielleicht stoßen Sie ja in ihrem Urlaub auf einen schönen Brunnen, wenn Sie in den Bergen wandern sind? Weiterlesen →

Im letzten Moment die Gnade Gottes leben und erleben | 20 Jahre Hospiz Essen-Steele

Unser Leben währet siebzig Jahre – und wenn es hoch kommt, so sind es achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon. (Psalm 90,10)

Es gibt Sätze und Verse, die bleiben und hinterlassen einen tiefen Eindruck. Als ich über den wertvollen Dienst der Begleitung Sterbender im Hospiz nachdachte, kamen mir solche bleibenden Verse in den Sinn. Es sind die Worte eines Beters, einer Beterin aus dem alten Israel. Worte aus Psalm 90, die an meine eigene Erfahrung als Pfarrerin anknüpfen: an wie vielen Gräbern wurde Psalm 90 schon gesprochen.

Der Psalmbeter malt die Vergänglichkeit des Lebens mit Bildern aus der Natur: „Das Leben ist wie Gras, das am Morgen noch blüht und sprosst und des Abends welkt und verdorrt“ (Psalm 90,5-6). Ein Bild, dem beim ersten Hören ein gewisser abgeklärter Realismus innewohnt. Wenn ich jedoch an konkrete Momente des Lebens und Sterbens denke, wird dieser abgeklärte Realismus des Psalms plötzlich ganz nah, persönlich und emotional. Weiterlesen →

Eine Strophe für Gott | Andächtiges zum Monatsspruch Juni

Gott ist meine Stärke und mein Lobgesang, und ist mein Heil. Das ist mein Gott, ich will ihn preisen, er ist meines Vaters Gott, ich will ihn erheben. (Exodus 15,2)

Der Song für die EM 2016 ist veröffentlicht. David Getta hat ihn geschrieben und die Fans eingeladen mitzumachen. Die Fans konnten eine Strophe für den Fußball dichten und teilhaben am offiziellen EM-Song 2016. Die Spannung steigt: wird es 2016 ein Fußballwunder geben? Für Fußballfans eine aufregende Zeit mit geselligen Open-Air-Abenden vor der großen Leinwand: Ist die Mannschaft gut drauf? Wie stark ist der Gegner? Stimmt die Balltechnik? Kniffelige Situation? Manchmal kann man nur noch auf ein Wunder hoffen… Weiterlesen →

Perlen

Dennoch bleibe ich stets an dir… Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende in Ehren an. (Psalm 73,23-24)

Manchmal kann ich es kaum glauben: schon wieder ist ein Jahr um. Im Vorhinein erschien mir dieser Zeitraum so lang. Und jetzt ist er schon vorbei!

Aber so ist es eben: Eine Zeit, ein Lebensabschnitt endet, und ein neuer beginnt. Wie Perlen reihen sich die Phasen unseres Lebens aneinander. Dabei rundet sich nicht alles perfekt – manche Zeiten kommen uns eher wie eigenwillig geformte Süßwasserperlen vor: sie haben eine bizarre Schönheit, aber ihr Wert erscheint uns doch eher gering. Manchmal reden wir sogar von „verschenkter Zeit“; von Zeit, die wir am liebsten wieder zurück hätten… um sie noch einmal füllen zu können. Aber das geht nicht. Solche Phasen sind und bleiben fester Bestandteil unserer Biografie. Sie sind wichtig – genau so, wie sie waren und sind. Denn wir wachsen durch alle Zeiten hindurch auf ein Ziel zu. Weiterlesen →

Lebendiges Feuer statt kalter Asche

Und auf einmal erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten, und auf jede und jeden von ihnen ließ sich eine nieder. (Apostelgeschichte 2,3)

In den letzten Wochen und Monaten gibt es ein Thema, das sich durch viele Gespräche zieht: Wie kann es nur sein, dass Religion in der Öffentlichkeit fast nur noch in Zusammenhang mit Gewalt vorkommt? Und wie stehen wir als evangelische Christinnen und Christen dazu?

Wir hören von Religion im Zusammenhang mit Terroranschlägen. Religion rechtfertigt an vielen Orten dieser Welt Gewalt gegen Frauen, Missachtung der Menschenrechte, Hass gegen homosexuelle Menschen. Wir erleben Religion als eine Sammlung von abstrusen Vorurteilen. Wir hören von Peitschenhieben und Steinigungen, die dem Willen Gottes entsprechen sollen. Weiterlesen →

Durch Gottes Geist soll es geschehen

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth. (Sacharja 4,6)

In einigen Tagen feiern wir Christen das Pfingstfest. Ein Fest, von dem ich glaube, dass es nur noch von wenigen Menschen wahrgenommen wird. Die meisten schätzen das lange Wochenende, verursacht durch den Pfingstmontag. Gäbe es den nicht, wäre das Pfingstfest wahrscheinlich schon bei vielen völlig in Vergessenheit geraten.

Pfingsten, so wird in der Apostelgeschichte erzählt, kam der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger herab.

Während sich Weihnachten und auch Ostern gut vermarkten lassen – die Geschäfte sind ja voll mit entsprechenden Waren und speziellen Süßigkeiten – sieht man zu Pfingsten nichts. Was kann da auch vermarktet werden? Mit „Geistesblitzen“ ist wohl kein Geschäft zu machen! Eigentlich schade, obwohl, gerade in dieser unruhigen Zeit, manchmal etwas mehr Geist durchaus willkommen wäre, mir scheint es jedenfalls so. Weiterlesen →

Wenn das Glück ins eigene Herz zurückkommt | Über die Kirche und das Glück #3

Auf dem Tisch von Erich Hüsch liegt viel Lesestoff. Dazu gehören Gemeindebriefe und englische Kirchenlieder. Er wohnt im Evangelischen Seniorenzentrum Essen-Frohnhausen, ist 91 Jahre alt und Mitglied der Evangelisch-methodistischen Kirche im Bezirk Mülheim an der Ruhr. Über seine Eltern ist er zur Kirche gekommen und war immer ökumenisch. Er berichtet, dass der Begriff Glück an über 100 Stellen in der Bibel zu finden ist und zitiert aus dem Buch Sirach, aus dem elften Kapitel: „Es kommt alles von Gott, Glück und Unglück, Leben und Tod. Armut und Reichtum.“ Weiterlesen →