Ankommen | Unterwegs #3

Ich bin gerne unterwegs, draußen, in der freien Natur, genieße die Sonne, den Wind, manchmal auch den Regen (welch kostbares Lebensmittel kommt da vom Himmel, frisch gereinigt und völlig kostenlos!). Wenn ich müde bin, freue ich mich darauf, anzukommen, sei es zu Hause oder wohin ich gerade unterwegs bin.

Schon seit vielen Jahren bin ich mir hin und wieder dessen bewusst, dass ich auf meinem Lebensweg unterwegs bin. Ich freue mich, dass jetzt schon 70 Jahre hinter mir liegen. Wenn ich an all das Gute denke, dass Gott mir in dieser Zeit geschenkt hat, bin ich erfüllt von Dankbarkeit. Weiterlesen

Späte Abrechnung mit Christine

Christine ist DIE Person, die mir den schlimmsten Stachel der Unzulänglichkeit ins Hirn gesetzt hat! Es gab natürlich schon vor Christine Stachel, die pieksten und mich pisackten… Ich meine damit: ich hatte schon vor meiner Bekanntschaft mit ihr einige Ansagen über mich gehört, die weh taten und mir von Zeit zu Zeit säuerlich aufstießen.

Da war der angewiderte Gesichtsausdruck des Jungen, den ich in der Tanzstunde bei der Damenwahl aufforderte: Mit DER tanze ich nicht… Oder die Resignation meiner Musiklehrerin, die die Chorprobe vor der Abschlussfeier in der Grundschule leitete: Lies DU dann mal besser ein Gedicht vor… Oder der Spott des Turnlehrers: Seht her, wie A. es macht, SO geht es jedenfalls nicht… Weiterlesen

Loslassen lernen

Zur Frühsommerzeit strahlt uns der Löwenzahn in seinem satten Gelb entgegen. In allen Entwicklungsstadien finden wir ihn: aufgeblüht, verblüht, als Pusteblume und mit leerem Fruchtstand. Der Löwenzahn kann zum Gleichnis für den Menschen werden. Der Wind aber, der die kleinen Fallschirme über unbegrenzte Strecken tragen kann, ist Symbol für den Heiligen Geist, der weht, wo er will.

Die Dichte des gelben Blütenmeeres erinnert an die unzähligen Menschen auf der Welt. Wie die Blüten auf den ersten Blick alle gleich aussehen, aber doch jede einmalig ist, so auch der Mensch, von dem kein Fingerabdruck mit einem der Milliarden anderer übereinstimmt. Weiterlesen

Perlen

Dennoch bleibe ich stets an dir… Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende in Ehren an. (Psalm 73,23-24)

Manchmal kann ich es kaum glauben: schon wieder ist ein Jahr um. Im Vorhinein erschien mir dieser Zeitraum so lang. Und jetzt ist er schon vorbei!

Aber so ist es eben: Eine Zeit, ein Lebensabschnitt endet, und ein neuer beginnt. Wie Perlen reihen sich die Phasen unseres Lebens aneinander. Dabei rundet sich nicht alles perfekt – manche Zeiten kommen uns eher wie eigenwillig geformte Süßwasserperlen vor: sie haben eine bizarre Schönheit, aber ihr Wert erscheint uns doch eher gering. Manchmal reden wir sogar von „verschenkter Zeit“; von Zeit, die wir am liebsten wieder zurück hätten… um sie noch einmal füllen zu können. Aber das geht nicht. Solche Phasen sind und bleiben fester Bestandteil unserer Biografie. Sie sind wichtig – genau so, wie sie waren und sind. Denn wir wachsen durch alle Zeiten hindurch auf ein Ziel zu. Weiterlesen