Eine Erneuerung, die gut tut und erfrischt

Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. (Ezechiel 36,26)

In meinen Gesprächen erlebe ich häufig, dass sich viele Menschen Sorgen über den Zustand unserer Gesellschaft machen. Und die Nachrichten der letzten Wochen und Monate scheinen ihnen Recht zu geben: Da liegt ein hilfloser Mann in Essen vor einem Geldautomaten auf dem Boden – und die Videoaufnahmen zeigten uns, wie andere Menschen den offensichtlich Hilflosen ignorieren; über ihn hinwegsteigen. Da ist jene heimtückische Attacke in einer Berliner U-Bahn-Station, bei der eine junge Frau hinterrücks die Treppe hinuntergetreten wurde. Da sind die schrecklichen Terrorakte und die Anschläge in Berlin, Brüssel, Nizza.

Was treibt Menschen an, mit Hass und Gewalt das Leben anderer, das Leben von Jungen und Alten zu zerstören? Wie konnte ein gewalttätiger und radikalisierter Mann wie Anis Amri mutmaßlich die Mordtat auf dem Weihnachtsmarkt im Herzen Berlins begehen? Viele machen sich angesichts von Terror und Gewalt zunehmend Sorgen um ihre eigene Sicherheit. Beim Euro, bei der Rente, an den Grenzen – es geht um sichere Straßen, sichere Wohnungen und sichere Lebensverhältnisse. Ist also an der Jahresschwelle zu 2017 plötzlich die Sicherheit das höchste Gebot? Weiterlesen

Haltet die Hoffnung wach, werdet Friedensstifter!

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. (Lukas 2,1.)

In diesem Jahr ist mir besonders bewusst, dass wir dieselbe Weihnachtsgeschichte jedes Jahr anders hören – dass wir sie jedes Jahr neu hören. Dass wir selbst Veränderte sind. Jeder von uns schaut auf ein Jahr mit persönlichen Erfahrungen, die uns verändern: Wir mussten vielleicht von einem Menschen Abschied nehmen. Ein Kind wurde geboren. Der Kindergarten begann. Die eine hat die Schule abgeschlossen und studiert jetzt – der andere hat sich beruflich verändert.

Und wir schauen auf Erfahrungen in unserer Stadt und in unserem Land, die uns verändern. Weiterlesen

Weihnachten ist immer!

Denn euch ist heute der Heiland geboren. (Lukas 2,11)

Ist das nicht verrückt? Viele von uns freuen sich auf Weihnachten und die damit verbundenen Traditionen: Kerzen, Tannenbaum, Geschenke, gutes Essen, gemütliche Stunden im Kreis der Familie, vielleicht sogar auf den Gottesdienstbesuch am Heiligen Abend. Doch manch einer ist danach traurig oder gar enttäuscht. Entweder, weil alles viel zu schnell vorbei gegangen ist oder weil es nicht so harmonisch abgelaufen ist wie erwünscht.

Wenn wir an ein paar Feiertagen unsere tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit, Wärme, Liebe stillen wollen, so ist das, ehrlich gesagt, eine recht hohe Erwartung und kann eigentlich nicht funktionieren. Weiterlesen

Gott sprengt alle Bilder, die wir uns von ihm machen

Gott bin ich – und nicht Mann! (Hosea 11,9)

Gott ist Gott. Aber Gottesbild ist nicht gleich Gottesbild. Gott schuf die Menschen nach eigenem Abbild, als Mann und Frau schuf er den Menschen. Dem entsprechend haben Menschen verschiedene Vorstellungen von Gott und sprechen doch vom gleichen Gott.

Unsere Bilder von Gott sind überwiegend männlich. Prüfen Sie es selbst für sich: Welches Bild tragen Sie im Kopf? Wie sieht Gott aus? Ist er der Herr, der König, der Richter, der Gottvater? Etwa der Patriarch mit dem weißen Bart? Gott ist meist ER, nicht SIE. Weiterlesen

Weil du es sagst, will ich es tun

Zeit ist Geld und oft, nur zu oft, muss alles ganz schnell gehen. Wenn man Sie kurz vor Dienstschluss um einen Gefallen bittet, dann wird hier und da schon einmal abgewogen, ob man es sich leisten kann, aufgehalten zu werden. Da kann es schon einmal heißen: Sorry, heute geht nichts mehr.

In Ihrem Job haben Sie viel Erfahrung gesammelt, keiner kann Ihnen so schnell etwas vormachen. Da kommt unerwartet ein Nicht-Fachmann und möchte gute Ratschläge geben. Auf den haben Sie gerade noch gewartet… Kann ich da noch hinhören? Weiterlesen

Wesensbilder des Menschlichen

„Siehe, dein König kommt zu dir, ein
Gerechter und ein Helfer.“ (Sacharja 9,9)

Die Tage der Advents- und Weihnachtszeit und des beginnenden neuen Jahres sind von besonderen Stimmungen und großen Gefühlen geprägt. Die kommenden Festtage und alles, was mit ihnen verbunden ist, werden uns dann doch wieder berühren. Alle Jahre wieder!

Aber in den Texten, Liedern, Bildern, Symbolen und Bräuchen zu Advent und Weihnachten sind sie ja auch verborgen, so wie in einer Flaschenpost aus der Tiefe der Zeiten: Die Hoffnungen und Visionen, die Sehnsüchte und Träume vom gelingenden Leben! Weiterlesen

Auf dem Friedhof

An den Gedenktagen im November führen uns unsere Wege öfter auf den Friedhof.

Gehe ich an den Gräbern vorbei, sehe ich nicht nur die herbstlichen Blumen, sondern noch viele andere Dinge. Muscheln und Steine, mitgebracht aus dem letzten Urlaub, eine einzelne rote Rose oder das selbst gemalte Bild, als letzten Gruß an die Oma. Weiterlesen

Das schönste Wort

Ich gehöre zu den Menschen, die unterwegs in der Stadt alles Mögliche lesen. Früher dachte ich, das sei ganz normal. Aber inzwischen weiß ich, dass nicht jeder so tickt. Ich jedenfalls lese, was auf großen Plakaten und kleinen Schildern steht, an der Bushaltestelle, in Schaufenstern. Ich lese sogar die „Katze entlaufen“- und „Wohnung gesucht“-Zettel an Straßenlaternen und Fußgängerampeln, obwohl ich keine Katze gefunden oder Wohnung zu vermieten habe. Weiterlesen

Vom Hausherrn und seinen Gehilfen

Denn wir sind Gottes Mitarbeiter. (1. Korinther 3,9)

Vor einiger Zeit kam ein Ehepaar in den Sonntagsgottesdienst, um etwas für die Trauung ihres Sohnes zu besprechen. Und zum Schluss meinte der Vater zu mir: „Das gehört sich ja so, dass man sich vorher mit dem Hausherrn in Verbindung setzt.“ Dann zögerte er einen Moment, sah mich an und korrigierte sich mit den Worten: „Nein, der Hausherr sind Sie hier nicht, Sie sind der Gehilfe des Hausherrn.“ Weiterlesen

Worte, die wörtlich wahr sind – oder gar nicht

Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. (Matthäus 18,20)

Es gibt Worte, die sagt man so dahin, man hält sie für richtig, aber ohne viel darüber nachzudenken, man kennt sie einfach. Manchmal haben Konfirmanden mich bei solchen Antworten ertappt, und dann konnte es sein, dass einer fragte: „In echt?“ Und er meinte damit: „Wie wörtlich nimmst du das, was du uns da sagst? Wie wörtlich nimmst du beispielsweise den Satz, den du gerade vorgelesen hast? Ist Jesus WIRKLICH unter uns?“ Weiterlesen