Ankunft im gelobten Land | Kirche und Farben #4

Wie köstlich ist deine Güte Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben. (Psalm 36,8)

Die Farben dieses Sommers sind bunt, so wie die Menschen mit allen ihren Ideen, Hoffnungen und Wünschen auf unserem Planeten. Die Farben des Sommers sind auch die Farben des Regenbogens. Stark, kräftig und leuchtend steht ein Regenbogen am Himmel, wenn es noch regnet und doch schon wieder die Sonne scheint.

Kinder sind genauso farbenfroh wie ein Regenbogen und auch so stark wie die Strahlen der Sonne, wenn diese die Erde wieder erwärmt. Kinder erhellen mit ihrer Fröhlichkeit unser Leben. Sie bringen es zum Leuchten. Kinder sind lebendig, ungezwungen und ehrlich. Sie sprechen aus, was sie denken und bewegt. In den oft grauen Alltag unserer Kirchenmauern lassen sie die Sonne scheinen, verkörpern Freiheit und schenken uns Mut und Kraft. Weiterlesen →

Mein Glaubensbekenntnis

Konfirmandinnen und Konfirmanden aus der Evangelischen Kirchengemeinde Essen-Schonnebeck haben persönliche Glaubensbekenntnisse verfasst. Ihre Worte können für uns eine Stärkung für den Alltag sein; einige davon dürfen wir hier veröffentlichen.

„Ich glaube an Gott, der alle Menschen liebt.
Für ihn ist jeder Mensch gleich.“

„Ich glaube, dass Jesus und Gott hinter mir stehen
und dass sie mir immer wieder eine Chance geben.“ Weiterlesen →

Konfirmation mit zwanzig oder: Meine Geschichte mit Gott

Am 24. Juli habe ich meine Konfirmation gefeiert, etwas verspätet, sechs Jahre um genau zu sein. Ich bin nun zwanzig und keine vierzehn mehr. In meinem Jahrgang 2010 bin ich nicht mitgegangen und zwar aus Überzeugung, obwohl ich die eineinhalb Jahre Konfirmationsunterricht mitgemacht hatte.

Damals wollte ich mich nicht konfirmieren lassen und das Versprechen der Bestätigung, im christlichen Glauben zu leben, nicht geben. Ich glaubte nicht an Gott, meine Bibel stand neben den Märchenbüchern der Gebrüder Grimm. Ein altes Buch voll mit Geschichten, um die Menschen zu leiten. Weiterlesen →

Späte Abrechnung mit Christine

Christine ist DIE Person, die mir den schlimmsten Stachel der Unzulänglichkeit ins Hirn gesetzt hat! Es gab natürlich schon vor Christine Stachel, die pieksten und mich pisackten… Ich meine damit: ich hatte schon vor meiner Bekanntschaft mit ihr einige Ansagen über mich gehört, die weh taten und mir von Zeit zu Zeit säuerlich aufstießen.

Da war der angewiderte Gesichtsausdruck des Jungen, den ich in der Tanzstunde bei der Damenwahl aufforderte: Mit DER tanze ich nicht… Oder die Resignation meiner Musiklehrerin, die die Chorprobe vor der Abschlussfeier in der Grundschule leitete: Lies DU dann mal besser ein Gedicht vor… Oder der Spott des Turnlehrers: Seht her, wie A. es macht, SO geht es jedenfalls nicht… Weiterlesen →

Frauenfiguren | Kirche und Farben #3

Frauenfiguren stehen diesmal auf dem Programm für Bewohner mit Demenz, in der Kunsttherapie des Evangelischen Seniorenzentrums Essen-Frohnhausen. Die Bewohner bringen zunächst die Konturen stilisierter Frauenfiguren mit Hilfe von Schablonen aufs Papier. Dann ziehen sie mit Bunt-, Filz- und Wachsmalstiften die Figuren quasi an, gestalten sie aus, setzen sie an verschiedenste Plätze und lassen ihrer Fantasie freien Lauf, „was Erinnerungen weckt, wo sie vielleicht früher am Meer gesessen haben und Picknick gemacht haben“, so die Kunsttherapeutin und Leiterin des Angebots, Sigrid Bernard. Darunter sind Frauenfiguren zu sehen mit starken Farben, leichter Kleidung. Sie wirken attraktiv, sitzen auf einer Blumenwiese oder am Strand. Weiterlesen →

Farbenpracht | Kirche und Farben #2

In dieser Sommerzeit bekennt die Natur Farbe. Wir Menschen und Tiere genießen die Farbenpracht, die der Dichter Paul Gerhardt mit dem unvergesslichen Sommerlied beschrieben hat: „Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben“. Wenn man das Wort „Gaben“ durch das Wort „Farben“ ersetzt, erfreut sich unser Auge an der Farbenpracht des Sommers und letztlich erfreut sich auch unsere Seele. Weiterlesen →

Warum unsere Kirchen selten bunt sind| Kirche und Farben #1

Würde man die Menschen am Samstagmorgen bei uns auf dem Frohnhauser Markt fragen, was sie mit dem Wort „Kirche“ verbinden, würde wohl kaum die Assoziation „Farbe“ dabei sein. Eher hätten die Menschen Vorstellungen, die auf das Gebäude, den Kirchenraum oder den Gottesdienst hinauslaufen. Vielleicht kämen sie auf Glocken, Kreuz, Predigt oder Bibel. Weiterlesen →

Eine lebendige Quelle, die nie versiegt

Ich weiß, dass du der Brunn der Gnad und ewge Quelle bist. (Paul Gerhardt, EG 324)

Die Ferienzeit ist da – für viele eine Zeit, um mal auszuspannen, Zeit zu verreisen, Zeit, um neue Kraft zu schöpfen. „Kraft schöpfen“ – in diesen Worten steckt eine alte Erfahrung: Wenn man erschöpft und durstig ist, vielleicht nach einem langen Fußmarsch, da gibt es wohl nichts Köstlicheres als einen tiefen Brunnen, an dem man rastet und aus dem man frisches Wasser schöpfen kann. Den Durst gestillt, die Füße gekühlt, so kommt auch langsam die Kraft zurück und man kann den Weg fortsetzen. Vielleicht stoßen Sie ja in ihrem Urlaub auf einen schönen Brunnen, wenn Sie in den Bergen wandern sind? Weiterlesen →

Im letzten Moment die Gnade Gottes leben und erleben | 20 Jahre Hospiz Essen-Steele

Unser Leben währet siebzig Jahre – und wenn es hoch kommt, so sind es achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur vergebliche Mühe; denn es fähret schnell dahin, als flögen wir davon. (Psalm 90,10)

Es gibt Sätze und Verse, die bleiben und hinterlassen einen tiefen Eindruck. Als ich über den wertvollen Dienst der Begleitung Sterbender im Hospiz nachdachte, kamen mir solche bleibenden Verse in den Sinn. Es sind die Worte eines Beters, einer Beterin aus dem alten Israel. Worte aus Psalm 90, die an meine eigene Erfahrung als Pfarrerin anknüpfen: an wie vielen Gräbern wurde Psalm 90 schon gesprochen.

Der Psalmbeter malt die Vergänglichkeit des Lebens mit Bildern aus der Natur: „Das Leben ist wie Gras, das am Morgen noch blüht und sprosst und des Abends welkt und verdorrt“ (Psalm 90,5-6). Ein Bild, dem beim ersten Hören ein gewisser abgeklärter Realismus innewohnt. Wenn ich jedoch an konkrete Momente des Lebens und Sterbens denke, wird dieser abgeklärte Realismus des Psalms plötzlich ganz nah, persönlich und emotional. Weiterlesen →

Loslassen lernen

Zur Frühsommerzeit strahlt uns der Löwenzahn in seinem satten Gelb entgegen. In allen Entwicklungsstadien finden wir ihn: aufgeblüht, verblüht, als Pusteblume und mit leerem Fruchtstand. Der Löwenzahn kann zum Gleichnis für den Menschen werden. Der Wind aber, der die kleinen Fallschirme über unbegrenzte Strecken tragen kann, ist Symbol für den Heiligen Geist, der weht, wo er will.

Die Dichte des gelben Blütenmeeres erinnert an die unzähligen Menschen auf der Welt. Wie die Blüten auf den ersten Blick alle gleich aussehen, aber doch jede einmalig ist, so auch der Mensch, von dem kein Fingerabdruck mit einem der Milliarden anderer übereinstimmt. Weiterlesen →