Ich bleibe bei euch

Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe! (Johannes 15,9)

Liebe Leserin, lieber Leser!

Abschied nehmen tut weh.
Was möchten Sie hören von einem, der weggeht?
Im Monatsspruch für den März lesen wir Abschiedsworte Jesu an seine Begleiterinnen und Begleiter.
Bislang waren sie mit ihm unterwegs.
Er hat ihnen gesagt, was sie tun sollen.
Er hat ihnen gezeigt, wie er handelt:
Er wäscht ihnen die Füße, er teilt Brot und Wein aus.
Er sorgt für sie.
Und nun weiß er, die gemeinsame Zeit hat ein Ende.
Sie werden allein dastehen.
Werden sie wissen, was zu tun ist? Weiterlesen →

Ecce homo

Als Herr B. ins Seniorenheim einzog, war zuerst kein Einzelzimmer frei. So lebten Herr B. und Herr P. für einige Monate gemeinsam in einem Doppelzimmer. Sie erzählten sich aus ihrem Leben. Menschen aus verschiedenen Welten.

Herr B. war zwölf Jahre alt, als er mit Mutter und Baby-Schwester aus Ostpreußen floh. Vor den Russen. Mit einer Pistole, im Gepäck versteckt – bereit, jeden Russen zu töten, der der Mutter zu nahe käme. Ein Kind voll mörderischem Hass – der ihm zu überleben half, in jener Zeit.

Später – lange nach den schlimmen Zeiten – blieb Herr B. bei seiner Meinung, dass von den Russen nichts Gutes kommen könnte. All die Jahre seines Erwachsenenlebens sah er keine Notwendigkeit, seine Meinung je zu ändern.

Herr P. ist Russe. Im Krieg war er Soldat. Er tötete deutsche Soldaten und wen immer sonst man ihm als Feind aufgebaut hatte. Ein Mann mit mörderischem Hass – auch er überlebte so. Weiterlesen →

Bleibt in meiner Liebe!

Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe! (Johannes 15,9)

Die Liebe gehört zu den großen Rätseln des menschlichen Lebens. Solange es Menschen gibt, wird über die Liebe nachgedacht. Solange es Menschen gibt, hat die Liebe Freud und Leid in die Welt gebracht. Wo die Liebe zum Zuge kommt, gibt es Freude und Frieden. Wo sie aber vermisst wird, gewinnt Traurigkeit die Oberhand. Gerade heute fragen sich viele: Leben wir in einer lieblosen Welt? In der Arbeitswelt scheint sie gleich gar keine Rolle zu spielen. Allenfalls in der Familie, der Partnerschaft kann man noch dergleichen erwarten.

Im Neuen Testament kommt das Wort „Liebe“ unzählige Male vor. Bei dem, was Jesus zu sagen hatte, spielt die Liebe eine entscheidende Rolle. Weiterlesen →

Was bedeutet Trost für dich? | Andächtiges zur Jahreslosung #7

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. (Jesaja 66,13)

Wann habt ihr Trost gebraucht, wen habt ihr zuletzt getröstet, was verbindet ihr mit mütterlichem Trost? Das haben wir in den ersten Wochen des Jahres gefragt – Anlass war die biblische Losung für dieses Jahr. Einige der sehr persönlichen und berührenden Reaktionen auf unsere Fragen haben bereits wir auf unserer Facebook-Seite Evangelisch in Essen veröffentlicht. In diesem Beitrag haben wir nun alle Antworten zusammengestellt.
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Ein Trost, der zur Orientierung wird | Andächtiges zur Jahreslosung #6

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. (Jesaja 66,1)

Es ist eine wunderbare und bedenkenswerte Jahreslosung, die uns durch das Jahr 2016 begleiten soll. Sie stammt aus dem letzten Kapitel des alttestamentlichen Propheten Jesaja. Ja: Gott tröstet wie ein (gute) Mutter: Wir müssen uns Gott also wahrlich nicht zwangsläufig als Mann vorstellen; nur weil das über Jahrhunderte hinweg so geschehen ist. Ich bin dankbar dafür, dass „Gott-Vater“ schon in der Bibel neben allen männlichen auch ganz und gar weibliche Züge trägt. Unser Glauben wäre sonst um Entscheidendes ärmer. Weiterlesen →

Der Trost Gottes ist die Erfahrung seiner Nähe | Andächtiges zur Jahreslosung #5

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. (Jesaja 66,13)

Bei den Worten „trösten wie einen seine Mutter tröstet“ fallen mir sofort Szenen aus meiner Kindheit ein. Ich bin in einem kleinen Dorf groß geworden mit vielen Wiesen, Feldern, Obstbäumen, Bauernhöfen. Einer meiner Freunde kam von einem Bauerhof. Wir beiden waren immer gerne draußen und unternahmen viel zusammen, kletterten auf Bäume, ließen uns an Ästen kopfüber runter hängen, fuhren Roller um die Wette, tobten im Stroh und halfen bei der Ernte. Dabei kam es natürlich vor, dass ich mit dem Roller stürzte, im Zaun hängen blieb, ungünstig fiel und mir aufgeschlagene Knie, Schürfwunden, Schnittwunden, Verstauchungen zuzog. Was dann folgte, lief immer in ähnlicher Weise ab. Weiterlesen →

Was wir jetzt brauchen, ist vor allem Besonnenheit

Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. (2. Timotheus 1,7 | Einheitsübersetzung)

1. Der Israel-Korrespondent der ARD, Richard C. Schneider, hat Mitte Januar 2016 sein Erschrecken über die laufenden Debatten in Deutschland in einem Facebook-Beitrag geäußert:

„Seit etwas mehr als einer Woche mache ich einen riesigen Fehler: Ich schaue mir deutsche Talkshows an. Das Thema ist immer dasselbe…: Terror, Islamisten, Flüchtlinge. Und dann immerzu die Angst der Deutschen. Eine unglaubliche Hysterie hat das Land befallen, wenn man den Medienberichten glauben darf. Mit viel Halbwissen – oder gar keinem – wird über den Islam schwadroniert, werden Verschwörungstheorien in die Welt gesetzt, werden die Ängste der Bevölkerung/Zuschauer/Leser/Hörer in immer höhere Höhen getrieben. Weiterlesen →

Weg der Liebe und der Tröstung | Andächtiges zur Jahreslosung #4

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. (Jesaja 66,13)

Gott, wie eine liebende, tröstende Mutter, Gott, wie ein hilfloses und schwaches Kind. Das sind beides Bilder, die unsere Vorstellung von Gott, vom Göttlichen, wohl um diese Tage jedes Jahr aufs Neue in Erstaunen versetzen. Und beides sind Bilder, die uns von Gott als der Liebe wie kaum andere erzählen können.

Vielleicht denken Sie an Situationen, in denen Sie Ihre Kinder als Mütter oder Väter, als Großmütter oder Großväter getröstet haben, als sie vielleicht hingefallen waren oder abgelehnt worden waren; oder als sie größer wurden und den ersten Liebeskummer hatten. Vielleicht erinnern Sie sich, wie Sie selbst als Kind auf den Schoß Ihrer Mutter, Ihres Vaters oder eines anderen nahen Menschen gesessen haben. Vielleicht sind selbst die Gefühle von Geborgenheit, die sich da in Ihnen ausbreiten, noch heute nachzuspüren. Vielleicht haben Sie sich dieses Gefühl aber auch nur sehnlich erwünscht und es doch entbehren müssen. Weiterlesen →

Gottes Trost ist anders | Andächtiges zur Jahreslosung #3

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. (Jesaja 66,13)

Die Worte der Jahreslosung für das neue Jahr 2016 hören sich gut an. Gott will uns trösten. Er will uns trösten, wie eine Mutter tröstet. Wer denkt da nicht an seine Kindheit zurück? Wie war das, als ich mit dem Roller hingefallen bin und mir das Knie aufgeschlagen habe? Wie war das, als mir beim Rodeln der Schlitten auseinanderbrach und ich mit ein paar Holzstücken in der Hand nach Hause kam? Wie war es, wenn ich eine schlechte Note in der Klassenarbeit nach Hause brachte? Da war es immer gut, wenn meine Mutter tröstete. Und das war keine bloße Vertröstung, das war richtiger Trost; denn ich wusste: es wird alles wieder gut; der Schmerz am Knie lässt nach und die Wunde wird heilen, den Schlitten wird Papa wieder zusammenbauen und für die nächste Klassenarbeit lernst du besser, und Mama wird dir dabei helfen.

Solchen Trost verspricht auch Gott. Das ist doch toll. Alles wird wieder gut. Ist das wirklich so? Kann ich mich auf die Worte der Jahreslosung verlassen? Weiterlesen →

Wer um Trost bittet, macht sich verdächtig | Andächtiges zur Jahreslosung #2

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. (Jesaja 66,13)

Wer nach Trost verlangt oder um Trost bittet, macht sich verdächtig: Er erweckt den Eindruck, dem Leben nicht gewachsen zu sein. „Selbst ist der Mann, selbst ist die Frau“ ist die Maxime unserer Welt – und wir haben gelernt, dass wir unser Leben anpacken, es gestalten dürfen und müssen.

Die Begriffsgeschichte des Trostes ist damit auch die Geschichte eines Niedergangs. Dieser begann damit, dass die Gemeinschaft der Menschen immer weniger betont und der Einzelne zum Hauptverantwortlichen für sein Seelenheil erklärt wurde. Genau diese Bewegung hat auch den Trostbegriff ergriffen: von der Beziehung zur Vereinzelung. Für den Trost sind mindestens zwei Personen notwendig: der zu Tröstende und der Tröster. Mehr und mehr wird aber heute betont, dass ein Mensch mit seinem Schmerz und Leid allein fertig werden muss. Weiterlesen →