Gottes Segen stärkt und ermutigt, heilt und tut gut

Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. (1. Mose 32,27)

Schon immer haben Menschen um den Segen Gottes gebeten, bevor sie sich auf einen neuen Weg im Leben gemacht haben. So ist das ja auch bis heute geblieben in unseren Gemeinden. Wir feiern besondere Gottesdienste, in denen wir die Menschen segnen, vor denen ein neuer, noch unbekannter Lebensabschnitt liegt. Weiterlesen

Gott macht uns stark für das, was vor uns liegt

Ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht. (Philipper 4,13)

Nicht kleckern, sondern klotzen: „Ich vermag alles!“
Nicht nur einiges oder etwas, sondern alles. Der Mensch, der diesen Satz formuliert hat, wird jemand sein, dem vieles gelingt und der vor wenig zurückschreckt. Ein Mensch mit vielen Freiheiten und großen Ideen.
Der Schein trügt: Der Apostel Paulus war zwar ein Mensch, der viele Ideen hatte und dem vieles gelang. Diesen Satz schrieb er allerdings, als er gerade im Gefängnis einsitzen musste. Ganz ohne Freiheiten, mit ungewisser Zukunft. Weiterlesen

Ohne Erinnerung keine Zukunft

Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu. (Offenbarung 21,1-5a)

Siebzig Jahre Kriegsende in Deutschland, in Europa – der 8. Mai 1945 ist der Tag der Befreiung. Aus dieser Befreiung leben wir. So tun wir gut daran, uns zu erinnern. Nicht auszudenken, wie Europa, wie die Welt heute aussähe, wenn Deutschland den Krieg gewonnen und die nationalsozialistische Gewaltherrschaft den Sieg davongetragen hätte. Das wir heute so selbstverständlich in Freiheit leben, ist ganz und gar keine Selbstverständlichkeit. Weiterlesen

Stärke, die aus dem Vertrauen kommt

Alles vermag ich durch den, der mich stark macht! (Philipper 4,13)

Ein echter Power-Satz ist uns da aufgeschlagen worden. Ein Anti-Satz vielleicht zu den Gefühlen, die uns selbst oft genug überfallen mögen.
Werde ich diese oder jene Hürde schaffen? Bin ich dieser besonderen beruflichen oder persönlichen Herausforderung gewachsen? Bewältige ich meine Trennung? Schaffe ich meinen Alltag im Spagat zwischen Kindern, Beruf und betreuenden Eltern? Schaffe ich es, mich einzuschränken, manche Bedürfnisse zurückzuschrauben? Eine Krankheit zu bewältigen, Trauer durchzustehen?
So viele Situationen, in denen uns die Energie ausgeht, in denen wir uns eher schwach als stark fühlen.
Solche Gefühle in uns treffen auf die Worte von Paulus, den großen Missionar, der auf seinen Reisen und bei seinen Gemeindegründungen wahrhaftig mit vielen Niederlagen, mit widrigen Umständen und seiner eigenen körperlichen Schwäche zu kämpfen hatte. In seinem Brief an die Gemeinde in Philippi hat er schon einen weiten äußeren und inneren Weg hinter sich. Weiterlesen

Tolle Tage in Thailand

Wenn die Christen im Frühjahr Ostern feiern, gibt es etwa zeitgleich im buddhistischen Thailand drei (oder auch mehr) „tolle Tage“, bei denen man riskiert aus Wasserpistolen bespritzt zu werden, oder gar einen Eiswasserschwall aus einem Eimer abzubekommen, der mit Schwung quer über die Straße geschüttet wird.
Songkran – so heißt dieses Fest. Und was einmal sehr gesittet begonnen hat – dass nämlich zu Songkran öffentlich ausgestellte Buddhafiguren mit Wasser übergossen werden, oder auch ältere Menschen geehrt werden, indem man ihnen zu Songkran Blütenwasser über die Hände gießt – das ist mittlerweile zu einer ausgelassenen Straßenparty geworden, an der sich auch nicht wenige ausländische Touristen hingebungsvoll beteiligen. Weiterlesen

Und Gott wird abwischen alle Tränen

Möge die Straße uns zusammenführen / und der Wind in deinem Rücken sein; / sanft falle Regen auf deine Felder / und warm auf dein Gesicht der Sonnenschein. / Und bis wir uns wiedersehen, / halte Gott dich fest in seiner Hand. / Und bis wir uns wiedersehen, / halte Gott dich fest in seiner Hand.

Das „Irische Segenslied“ gehört zu den Lieblingsliedern meiner Konfirmanden an der Auferstehungskirche. Vielleicht liegt es daran, dass die Bilder, die hier beschrieben werden, so reichhaltig und ausdrucksstark sind. Sie erinnern an schöne, an lustige, an fröhliche Zeiten im Leben. Es sind Bilder für Menschen, die auseinander gegangen sind: Man hat sich verabschiedet, sich vielleicht noch einmal gesagt, wie schön die Zeit war, die man zusammen hatte, gegessen, getrunken, gelacht und geweint miteinander – und nun ist die Zeit des Abschieds gekommen. Weiterlesen

Thomas, der glaubt… und zweifelt

Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand an seine Seite lege, kann ich’s nicht glauben. (Johannes 20,25).

Jesus Christus – auferstanden von den Toten, so bekennen wir die Osterbotschaft im Apostolischen Glaubensbekenntnis. Und gleichzeitig übersteigt das unser Verstehen. Über den Tod hinaus zu glauben ist alles andere als leicht. Da kann ich fröhlich singen und doch tief zweifeln. Wie Thomas. Der zweifelt. Auch er hat sich den Glauben nicht leicht gemacht. Ihm geht das, was ihm die befreundeten Jünger erzählen, zu schnell und zu glatt. Thomas sagt, dass er nicht an die Auferstehung des Gekreuzigten glauben wird, bevor er nicht die Finger in die Wunde legen kann. Er will es buchstäblich begreifen, mit den Händen spüren. Er macht einen Schritt nach vorn… und wieder zurück. Er vertraut… und misstraut…
Thomas, der Zweifler, ist in uns oft lebendiger als Jesus der Auferstandene. Denn es ist ja unbestreitbar: Man kann, wie Thomas, Jesus nachfolgen, von seinem Geist ergriffen sein, und trotzdem ratlos vor den Ostergeschichten stehen. Weiterlesen

Es ist vollbracht und es ist viel zu tun

Es ist vollbracht. (Johannes 19,30)

Jesus Christus: gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes – so bekennen wir im Apostolischen Glaubensbekenntnis den Sohn Gottes, der in die tiefsten Tiefen hinabgestiegen ist. Ob man sie nun Totenreich oder Hölle nennt: Jesus geht dem menschlichen Leiden auf den Grund, er geht ihm nach bis in den tiefsten Abgrund.
Am Karfreitag werden wir über Jesus mit hineingenommen in Leid, Schmerz, Verzweiflung und entwürdigende Aussichtslosigkeit im Alltagsleben vieler Menschen. Wir brauchen so gesehen keine jenseitige Höllenvorstellung, um zu wissen, dass es sie gibt, die Hölle, hier und jetzt. Dass es sie immer gab, quer durch Kontinente und Kulturen. Es gibt diese Orte, an denen Menschen verzweifelt sind und sich zutiefst verlassen fühlen. Hier mitten unter uns.
Die Hölle heute – sie heißt auch Demenz und Alzheimer. Ich bin mir sicher: zu den an Demenz Erkrankten würde Jesus heute hinabsteigen, um dem Leid der Menschen auf den Grund zu gehen. Weiterlesen

…und mitten im Leben der Tod

Wir sind betroffen, entsetzt und sprachlos. Wir verstehen nicht, wir begreifen nicht. 150 Menschen sind tot, 149 von ihnen mit in den Tod gerissen, weil der Co-Pilot mutmaßlich die Maschine bewusst zum Absturz gebracht hat, um seinem Leben ein Ende zu setzen. Es ist unfassbar. Zum Entsetzen und zur Betroffenheit kommt die Wut: der Selbstmörder ist zum Mörder von 149 Menschen geworden. Die Hinweise darauf verdichten sich. Unsagbares Leid ist über die Familien und Freunde der Opfer hereingebrochen und ihnen gilt unsere ganze Anteilnahme. Wer kann ihre Verzweiflung ermessen? Worte haben ihre Kraft verloren, noch ehe wir sie sagen. Mitten im Leben der Tod. Weiterlesen

Ungeheuerliche Einsicht

Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen! (Matthäus 27,54)

Wie selbstverständlich klingt dieser Satz nach zweitausend Jahren Christenheit für Leute, denen ihr Glauben wichtig ist?! Und: Wie fremd, sinnlos und unvorstellbar ist er nach zweitausend Jahren Christenheit für moderne Skeptiker und Menschen, die mit der christlichen Gedankenwelt nichts (mehr) anfangen können!? Im Augenblick seines Entstehens aber enthält dieser Satz eine ungeheure Sprengkraft. Gerade weil er nicht aus dem Mund eines nach damaligen Maßstäben Frommen kommt, sondern aus dem Mund eines Heiden; schlimmer noch: eines heidnischen römischen Soldaten, dem seine religiösen Zeitgenossen keine geistliche Einsicht, sondern nur zynische Grausamkeit zutrauen. Ist er doch gerade noch daran beteiligt, drei Menschen festzunageln – am Kreuz. Weiterlesen