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Stadtradeln #4: Stellen Sie sich vor…

Stellen Sie sich vor… Sie schnappen sich morgens Ihr Rad und fahren gemütlich zur Arbeit, zur Universität – oder wohin auch immer Sie müssen… Sie fahren auf einem Radweg, der breit genug ist, damit Sie sich im Straßenverkehr sicher fühlen, und der vielleicht sogar eine sichtbare Abgrenzung zur Straße und zum Fußweg hat… Sie fahren auch nicht allein auf diesem Radweg, denn das Radfahren ist so attraktiv, dass nur wenige Autos fahren und viele Radfahrende unterwegs sind – die alle respektvoll miteinander umgehen… Sie stellen Ihr Rad an einem sicheren Abstellplatz ab und können es – wenn Sie ein E-Rad fahren – mit Solarstrom laden… Der Radschnellweg – und andere Radverbindungen – sind fertig ausgebaut…

Positive Zukunftsvisionen motivieren mich immer wieder. Und obwohl mich heute Morgen wieder einige Baustellen auf meinem Radweg geärgert haben, weiß ich: die sind irgendwann wieder verschwunden und dafür ist der Radweg umso netter. Die Begeisterung, die mich heute Morgen erfasst hat, weil wieder ein Teil des Radschnellwegs fertiggestellt war, ist immer noch greifbar.

Natürlich habe ich noch viele Wünsche an meinen Radweg offen. Vor allem wünsche ich mir Sicherheit auf den öffentlichen Straßen und Geduld bei allen Beteiligten – den Autofahrenden und mir selbst. Wichtig ist deshalb: wenn Sie Mängel im Radverkehrsnetz entdecken – melden Sie das der Stadt, bspw. über den Mängelmelder. Oder auch über die Stadtradeln-App, wenn Sie an dieser Aktion teilnehmen.

Mein Antrieb, mich morgens aufs Fahrrad zu setzen, um zur Arbeit zu fahren, ist Überzeugung: Zum einen die Überzeugung, dass ich damit meinen eigenen Beitrag zum Klimaschutz leiste. Ich habe das zum Spaß einmal für mich ausgerechnet. Wenn ich mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre, statt mit dem Zug oder mit dem Auto, lässt sich einiges an Emissionen einsparen.

Ich fahre mit dem Rad aber auch aus Überzeugung, damit etwas Gutes für meine Gesundheit zu tun. Natürlich bewege ich mich auch ein wenig, wenn ich zum Bahnhof gehe, um mit der Bahn zu fahren, oder zum Parkplatz meines Autos laufe. Bewege ich mich aber eine knappe Stunde am Stück? Und fahre dabei durchs Grüne? Im Sommer empfinde ich das Radfahren als eine besondere Wohltat – ist man einmal aus der Stadt heraus und auf dem grünen Radweg angekommen, merkt man sofort den Temperaturunterschied. Und ich sitze nicht den ganzen Tag auf dem Bürostuhl oder auf dem Sitz eines Fahrzeugs.

Nicht zuletzt fahre ich mit dem Fahrrad aus der Überzeugung, dass es mich glücklich macht. Ich freue mich über die Tiere, die ich beobachten kann, und vor allem über die verschiedenen Menschen, denen ich auf dem Rad begegne.

Und ich vermute, dass es Ihnen ähnlich geht. Natürlich weiß ich, dass jede Lebenssituation anders ist. Deshalb spreche ich bewusst aus meiner Perspektive. Und natürlich muss auch nicht jeder Meter mit dem Rad zurückgelegt werden – oder jeder Arbeitsweg (ich sitze auch gerne mal im Zug und lese dabei). Aber jeder Kilometer – jeder Meter, den wir mit dem Rad zurücklegen, zählt. Nicht nur für das Stadtradeln, vor allem für uns selbst und den Klimaschutz.

Deshalb lasst uns weiter mit dem Fahrrad fahren – auch, wenn der diesjährige  dreiwöchige Aktionszeitraum der Aktion Stadtradeln in Essen bereits beendet wurde. Für uns und für den Klimaschutz.

Danke, dass Sie bis hierher gelesen haben! Als Klimaschutzmanagerin des Kirchenkreises Essen freue ich mich auf die nächste Fahrrad-Aktion mit Ihnen. Bis dahin wünsche ich Ihnen eine gute Fahrt.

Lisa Springborn

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