Gott hat es gesagt… aber wie?

Mit diesem Beitrag starten wir unsere neue Rubrik „Persönliches“: In dieser Kategorie veröffentlichen wir Antworten auf individuelle Fragen, ob zu Glaubensdingen oder zu theologischen Begriffen, die nicht immer leicht verständlich sind. Wenn Sie ebenfalls eine Frage haben und der Meinung sind, dass andere Leser von der Antwort profitieren könnten, freuen wir uns, wenn Sie Ihre Frage per Mail an unsere Redaktionsanschrift info@himmelrauschen.de senden. Sobald uns die Antwort auf Ihre Frage vorliegt, werden wir sie in unserem Blog veröffentlichen.

Die erste Frage lautet:

Warum wird in der Bibel eigentlich oft so leichthin behauptet „Gott hat das so gesagt“, „Gott findet das gut“ oder „Gott hat das so gewollt“? Wie können wir sicher sein, dass das stimmt? Gott selbst hat ja nicht gesprochen – es waren Menschen, die etwas gesagt oder getan haben. Ich habe diese Frage schon lange, habe ich mich aber nie getraut, sie zu stellen. Ich denke, es ist einfach eine Glaubenssache, oder? Weiterlesen

In eigener Sache: Zeit für ein Dankeschön

Liebe Abonnentin, lieber Abonnent,

seit dem Start von HIMMELRAUSCHEN am 1. Januar dieses Jahres sind über sieben Monate vergangen; Zeit für eine erste Bilanz. Bis heute haben wir in unserem Blog 81 Beiträge veröffentlicht, die insgesamt über 21.000 Mal angeschaut wurden; jeder Beitrag findet zurzeit somit im Durchschnitt 259 Leser. 36 Beiträge wurden über 300 Mal gelesen. Es zeigt sich also – und die Kommentare, die wir bislang erhielten, bestätigen dies –, dass das, was unsere Autoren zu sagen haben, die Menschen interessiert, sie oft auch berührt: Eigene Gedanken über biblische Verse, Fürbitten zu aktuellen Ereignissen, Reaktionen auf etwas gerade Erlebtes, Kommentare zu kirchlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen bis hin zu Aufzeichnungen, die mich auch persönlich sehr bewegt haben – etwa darüber, wie jemand neu zum Glauben findet, oder über die letzten Tage in einem Hospiz. Weiterlesen

Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger

Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt. (Lukas 19,7)

Ich spiele weder Fußball noch Geige. Vor zwei Berufsgruppen aber habe ich eine große Hochachtung: vor Fußballtrainern und vor Dirigenten bzw. Chorleitern, sowohl männlichen wie auch weiblichen. Solche Leute bewundere ich: Ich glaube, dass es zu ihrem Beruf gehört, in Menschen ihre Begabungen zu erkennen und deren Entfaltung hervorzulocken. Talententdecker sehen, was dem vordergründigen Blick verborgen bleibt.

Als Jesus den reichen, aber unbeliebten Oberzöllner Zachäus auf einem Baum hocken sieht, da sieht er nicht nur den kleingewachsenen Mann, der sich angesichts der Menschenmenge nicht anders zu helfen weiß. Jesus ruft ihn herunter vom Baum: Ich muss heute in dein Haus einkehren! Er sieht nicht nur den Raffgierigen. Er sieht Zachäus, und in ihm dessen Sehnsucht nach einem stimmigen Leben. Weiterlesen

Stadtgesellschaft

Wer sich einer neuen Umgebung einlebt, lernt automatisch ein paar neue Vokabeln. Eine Vokabel ist mir schon bei meiner Einführung als neuer Diakoniepfarrer im Dezember 2014 aufgefallen. Sie steht in keinem Wörterbuch für Ruhrpott-Deutsch und scheint mir dennoch viel über Essen auszusagen: Es geht um die „Stadtgesellschaft“. Weiterlesen

Von Schafen, Wölfen, Schlangen und Tauben

Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Seid klug wie die Schlangen, aber zugleich aufrichtig wie die Tauben. (Matthäus 10,16)

Im Kindergarten sprechen wir vom Paradies und seiner Tierwelt, in der Vorbereitung der Kinderbibelwoche beschäftigen wir uns mit der Arche Noah und all den Tieren darauf. Aber dass auch Jesus gleich vier Tiere in einem Vers unterbringt, verblüfft wahrscheinlich nicht nur mich: Seinen Jüngern will Jesus mit diesen tierischen Vergleichen deutlich machen, wie sie als seine Gesandten in der Welt zurechtkommen sollen. Die Welt ist kein unschuldiger Kindergarten. In der Welt wird mancher Mensch dem anderen Menschen zum Wolf, ein böser, aggressiver Feind. Christen sollen aber – im Sinne Jesu – Schafe sein: friedlich und mit Gemeinschaftssinn unterwegs, um den Frieden zu verkünden, mit dem einen Hirten Jesus Christus, dem sie folgen. Dabei dürfen sie aber nicht in die Irre gehen, sich nicht einwickeln oder abschrecken lassen, und sie sollen natürlich auch nicht zum Opfer werden. Weiterlesen

Was ich von H. über Gottesdienste gelernt habe

Wieder einmal war ich stolz auf meine Gemeinde: es war ein guter Gottesdienst. So, wie ich ihn mir wünsche. Nicht nur der Kirchenmusiker und ich haben ihn gestaltet: Weitere acht Frauen und Männer haben sich kraftvoll und ermutigend eingebracht. In sehr persönlichen und teilweise bewegenden Worten schilderten sie, wie sich ihr Glauben im Laufe ihres Lebens entwickelt hat. Weiterlesen

Nicht vom Brot allein

Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht. (Matthäus 4,4)

Was nehmen wir im Laufe eines Tages alles zu uns? Es beginnt morgens mit dem Frühstück, setzt sich dann je nach Essgewohnheiten mit Zwischen- und Hauptmahlzeiten den Tag über fort. Dabei gibt es Speisen, die wir gern essen, an denen wir auch schlecht vorbeigehen können, wenn wir sie irgendwo liegen sehen. Andere Speisen können wir dagegen gut liegen lassen. Sie wecken nicht unseren Appetit. Wenn wir abends zurückblicken auf das, was wir im Laufe des Tages gegessen haben, kommt da schon einiges zusammen. Spannend ist dabei auch die Frage: Was ist eigentlich gesund von dem, was wir essen? Was tut unserem Körper und damit auch unserer Seele gut? Wir wissen in der Regel, was gesund ist, doch essen das, was uns gut schmeckt. Gesund und gut schmecken muss nicht deckungsgleich sein. Weiterlesen

Auf den Flügeln der Morgenröte

Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. (Psalm 139,9)

Ich erinnere mich noch daran, wie mein kleiner Sohn am Nordseestrand eine Feder fand, einer Möwe am Himmel hinterher sah und zu mir sagte: „Ich möchte auch fliegen können!“ Ja, Fliegen ist ein alter Traum der Menschheit. Wir können es als Menschen zwar immer noch nicht selbst, wir haben aber die Möglichkeit, in ein Flugzeug zu steigen und in ferne Länder zu fliegen. Diesen Traum haben wir uns wahr gemacht. Seit Beginn der Sommerferien hoben und heben unzählige Flieger vom Boden ab und bringen Sonnenhungrige und Erholungssuchende nach Mallorca, zu den Kanaren, nach Übersee oder an andere weit entfernte Orte.

Der Psalm 139 nimmt diesen Traum vom Fliegen auch auf, und er benutzt weitere Bilder, die unsere Sehnsüchte, aber auch dunkle Erfahrungen und Zweifel, denen wir in unserem Leben begegnen, ausdrücken. Sätze wie: „Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; ich liege oder gehe, so bist du um mich.“ Und wir lesen „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ Aber eben auch: „Wohin soll ich gehen vor deinem Geist? Bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.“ Weiterlesen

Zum selben Thema: Kirche und Werbung

Hat die Kirche es wirklich nötig, Werbung zu machen, wo sie doch schon seit mehr als eineinhalb Jahrtausenden besteht? Und ist nicht Werbung etwas eher Anrüchiges, ein Angriff auf das Unbewusste von uns Menschen mit der Absicht, uns zu verführen, zu etwas zu veranlassen, das wir eigentlich gar nicht wollten?

Werbung hat mit Glück zu tun. Und dieses „Glück“ enthält viele Glücksaspekte. Dieses „Glück“ umschließt die Verheißungen auf Genuss, Zugehörigkeit, Ansehen, Freiheit, Sicherheit und vieles mehr. Wer einen Porsche fährt, genießt die Beschleunigung, gehört zu einer Gruppe Gleichgesinnter, hat Ansehen (welches auch immer) in der Nachbarschaft, steigt ein in das Freiheitsversprechen der rapid schnellen Kilometerbewältigung und verlässt sich auf die werbliche Versicherung einer bergenden Karosse. Weiterlesen

Apple unser im Himmel

Einige Fragen stehen heute im Raum: Wie verständlich agiert Kirche mit ihrem Auftreten in der Öffentlichkeit? Wird sie von Menschen in einer multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft noch wahrgenommen und verstanden? Oder spricht sie mit ihren Riten und ihrer normierten Sprache nur noch ihre Binnen-Milieus an? Ist Kirche noch Kirche für das Volk, also Volkskirche? Oder zieht sich Kirche auf ihre vertrauten und verschlossenen Rückzugs-Räume zurück?

Angesichts der globalen Veränderungen im digitalen Zeitalter ist die Kirche gefragt, ihre Botschaft von der verändernden Kraft des Evangeliums zu bezeugen. Sie braucht dazu Mut über sich selbst hinaus zu sehen und zu reflektieren. Sie muss wieder auf des „Volkes Maul“ (Martin Luther) schauen und zuhören. Und sie braucht dazu ein Handwerkszeug für ihre Antworten auf die gestellten Fragen und Herausforderungen. Weiterlesen