Der Trost Gottes ist die Erfahrung seiner Nähe | Andächtiges zur Jahreslosung #5

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. (Jesaja 66,13)

Bei den Worten „trösten wie einen seine Mutter tröstet“ fallen mir sofort Szenen aus meiner Kindheit ein. Ich bin in einem kleinen Dorf groß geworden mit vielen Wiesen, Feldern, Obstbäumen, Bauernhöfen. Einer meiner Freunde kam von einem Bauerhof. Wir beiden waren immer gerne draußen und unternahmen viel zusammen, kletterten auf Bäume, ließen uns an Ästen kopfüber runter hängen, fuhren Roller um die Wette, tobten im Stroh und halfen bei der Ernte. Dabei kam es natürlich vor, dass ich mit dem Roller stürzte, im Zaun hängen blieb, ungünstig fiel und mir aufgeschlagene Knie, Schürfwunden, Schnittwunden, Verstauchungen zuzog. Was dann folgte, lief immer in ähnlicher Weise ab. Weiterlesen

Auf den Flügeln der Morgenröte

Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. (Psalm 139,9)

Ich erinnere mich noch daran, wie mein kleiner Sohn am Nordseestrand eine Feder fand, einer Möwe am Himmel hinterher sah und zu mir sagte: „Ich möchte auch fliegen können!“ Ja, Fliegen ist ein alter Traum der Menschheit. Wir können es als Menschen zwar immer noch nicht selbst, wir haben aber die Möglichkeit, in ein Flugzeug zu steigen und in ferne Länder zu fliegen. Diesen Traum haben wir uns wahr gemacht. Seit Beginn der Sommerferien hoben und heben unzählige Flieger vom Boden ab und bringen Sonnenhungrige und Erholungssuchende nach Mallorca, zu den Kanaren, nach Übersee oder an andere weit entfernte Orte.

Der Psalm 139 nimmt diesen Traum vom Fliegen auch auf, und er benutzt weitere Bilder, die unsere Sehnsüchte, aber auch dunkle Erfahrungen und Zweifel, denen wir in unserem Leben begegnen, ausdrücken. Sätze wie: „Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; ich liege oder gehe, so bist du um mich.“ Und wir lesen „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ Aber eben auch: „Wohin soll ich gehen vor deinem Geist? Bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.“ Weiterlesen