An den Freund Hermann Reineck, Auschwitzhäftling Nr. 63.387

Hermann Reineck

Hermann Reineck

Lieber Hermann,

es ist jetzt schon fast 35 Jahre her, dass ich Dir begegnet bin, und du bist schon vor 20 Jahren gestorben. Wir haben uns Briefe geschickt, jetzt kommt noch ein verspäteter dazu. Dass ich Dich „Freund“ nenne, erschreckt mich fast. Es gab etwas unüberwindbar Fremdes, Anderes in Dir, an dem ich nur von außen teilnehmen konnte. Du warst Auschwitzhäftling.
Es war kaum auszuhalten, was Du mir alles erzählt hast, als wir während der langen Busfahrt nach Auschwitz unterwegs waren. Ich hatte Dir, dem Menschen aus dem politischen Widerstand in Österreich, erzählt, dass ich als junger Student in Wien einen ganzen Tag mit Übelkeit zu kämpfen hatte, als ich zum ersten Mal in der Universitätsbibliothek von den Gräueln in Auschwitz gelesen hatte, zu einer Zeit, als in Deutschland noch ein großes Schweigen herrschte. Ich habe danach viel zu Auschwitz gelesen. Weiterlesen

Über den Geschmack des Glaubens

„Fusion“ ist das Zauberwort. Die viel beschworene Fusionsküche ist vielfältig und leicht, schmackhaft und bekömmlich. Die thailändische Küche ist das Paradebeispiel: Inspiriert vom Besten, was die Küchen anderer Nationen zu bieten haben, kombiniert und veredelt sie diese Einflüsse zu etwas Neuem und Eigenem, das kulinarisch Weltruf genießt. Eine echte Thai-Mahlzeit ist immer auch Fusion in der Zusammenstellung – eine Kombination aus süßen und sauren, salzigen und scharfen Speisen auf dem Tisch garantiert, dass das Geschmackserlebnis rund und bekömmlich ist.

„Fusion“ – das ist auch das Thema der biblischen Jahreslosung für das Jahr 2015: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob“ (Römer 15,7). Weiterlesen

Einander annehmen und aufs Dach steigen gehören zusammen

Der Mann stand auf, nahm seine Trage und ging. Alle, die es sahen, waren fassungslos, priesen Gott und sagten: So etwas haben wir noch nie gesehen. (Markus 2,12)

Was für eine Geschichte! Sie enthält fast alles, was man von der Jesus-Bewegung wissen muss. Und sie sagt mehr aus als wohlmeinende Beteuerungen der „Liebe Gottes“ und Ermunterungen zu mehr Freundlichkeit untereinander. Weiterlesen

Nehmt einander an!

Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.
(Römer 15,7 | Jahreslosung 2015)

Das alte Jahr ist zu Ende gegangen. Wir spüren, es war kein gutes Jahr, was den Frieden in der Welt angeht.

Im Gegenteil, die kriegerischen Auseinandersetzungen nehmen zu und werden immer brutaler. Besondere Sorge macht uns die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS), die immer brutaler gegen Yesiden, aber auch Muslime vorgeht, die nicht ihre verquere Art des Glaubens leben wollen. In Syrien und im Irak verbreiten sie Angst und Schrecken. Längst haben ihre Drohungen den Westen erreicht, deren Staaten den Kurden und Yesiden zur Hilfe kommen wollen. Medienwirksame Enthauptungen gehen durch die Presse.

Demgegenüber stehen die Worte des Apostels Paulus, die uns durch das neue Jahr geleiten. In seinem Brief an die Gemeinde in Rom erinnert er uns daran, dass „Christus sowohl für das jüdische Volk als auch für die anderen Völker gekommen ist“. Von daher ruft er alle zu Christus Gehörenden auf, dessen Vorbild zu folgen und „Gott zu ehren, indem wir einander annehmen, wie Christus uns angenommen hat”. Weiterlesen