Bleibt in meiner Liebe!

Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe! (Johannes 15,9)

Die Liebe gehört zu den großen Rätseln des menschlichen Lebens. Solange es Menschen gibt, wird über die Liebe nachgedacht. Solange es Menschen gibt, hat die Liebe Freud und Leid in die Welt gebracht. Wo die Liebe zum Zuge kommt, gibt es Freude und Frieden. Wo sie aber vermisst wird, gewinnt Traurigkeit die Oberhand. Gerade heute fragen sich viele: Leben wir in einer lieblosen Welt? In der Arbeitswelt scheint sie gleich gar keine Rolle zu spielen. Allenfalls in der Familie, der Partnerschaft kann man noch dergleichen erwarten.

Im Neuen Testament kommt das Wort „Liebe“ unzählige Male vor. Bei dem, was Jesus zu sagen hatte, spielt die Liebe eine entscheidende Rolle. Weiterlesen

Das Krippenkind

War Jesus eigentlich „souverän“? Der Mann, der am Kreuz endet, weil er den Mund nicht halten konnte? Der nicht besonnen genug war, sich aus der Schusslinie zu ziehen, als schon klar war, wie es enden würde mit einem, den man „Fresser und Weinsäufer“ und einen Verschwender schimpfte? Der seine Wut nicht zügeln konnte und die Tische der Geldwechsler zertrümmerte – viel gebracht hat es ihm dann nicht: der Wiederaufbau des Establishments ging reibungslos vonstatten, kaum dass er ihnen den Rücken gekehrt hat. Weiterlesen

Sieh, dein König kommt zu dir

Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütigt und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin. (Sacharja 9,9)

Vor kurzem traf ich in Steele zufällig die Mutter eines ehemaligen Konfirmanden wieder. Wir kamen ins Gespräch, und sie erzählte mir:

„Ich war schon lange nicht mehr in der Kirche, viele Jahre nicht. Als ich letzten Donnerstag an der Friedenskirche vorbeikam, ich weiß nicht warum, schaute ich, ob die Tür offen war. Sie war offen und ich ging hinein. Es war ruhig in der Kirche. An den Wänden hingen Bilder einer Kunstausstellung. Außer mir sah ich nur noch zwei Leute. Ich setzte mich in eine Bank. Die Ruhe tat mir gut. Ganz unterschiedliche Gedanken gingen mir durch den Kopf. Weiterlesen

Umkehr heißt auch, die eigenen Maßstäbe zu überdenken

Sich nicht abhängen lassen, erfolgreich sein; gut dastehen – das sind doch hohe und hehre Lebensziele, oder!? Ziele, mit denen wir etwas aus unserem Leben machen und unsere Gaben nicht brachliegen lassen. Wer etwas aus sich macht, der hat doch zumindest die Chance, auch zum Gelingen in unserer Gesellschaft beizutragen.

Ich will die Gaben und den Ehrgeiz nicht kleinreden. Aber ich kenne auch die Kehrseite: Kinder und Jugendliche, die gute und sehr gute Noten nach Hause bringen und trotzdem gefragt werden, wer denn (noch) besser war. Ich kenne Ehrgeiz, der zum Neid wird, und Stolz, der im Hochmut endet und Menschen auf andere herab blicken lässt. Macht das am Ende nicht ärmer statt reicher? Weiterlesen

Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger

Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt. (Lukas 19,7)

Ich spiele weder Fußball noch Geige. Vor zwei Berufsgruppen aber habe ich eine große Hochachtung: vor Fußballtrainern und vor Dirigenten bzw. Chorleitern, sowohl männlichen wie auch weiblichen. Solche Leute bewundere ich: Ich glaube, dass es zu ihrem Beruf gehört, in Menschen ihre Begabungen zu erkennen und deren Entfaltung hervorzulocken. Talententdecker sehen, was dem vordergründigen Blick verborgen bleibt.

Als Jesus den reichen, aber unbeliebten Oberzöllner Zachäus auf einem Baum hocken sieht, da sieht er nicht nur den kleingewachsenen Mann, der sich angesichts der Menschenmenge nicht anders zu helfen weiß. Jesus ruft ihn herunter vom Baum: Ich muss heute in dein Haus einkehren! Er sieht nicht nur den Raffgierigen. Er sieht Zachäus, und in ihm dessen Sehnsucht nach einem stimmigen Leben. Weiterlesen