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Stadtradeln #3: In Bewegung bleiben

Denn in ihm leben, weben und sind wir. (Apostelgeschichte 17,28)

Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, kennt dieses besondere Gefühl: Der Fahrtwind im Gesicht, das gleichmäßige Treten der Pedale, der eigene Atem, der ruhiger wird. Der Körper arbeitet, der Kopf wird frei, und manchmal ordnen sich die Gedanken beinahe von selbst. Bewegung tut gut – nicht nur den Muskeln, sondern auch Geist und Seele.

Manche Probleme wirken nach einigen Kilometern kleiner. Und dann geschieht etwas Seltenes: Ich bin ganz im Moment. Ein echtes Geschenk, wenn gleichzeitig so vieles meine Aufmerksamkeit fordert: Mails, die beantwortet werden wollen, Erwartungen, Termine … Die Bewegung hilft mir, die Verbindung zu mir selbst zu halten und mich wirksam und lebendig zu erleben.

Die Bibel erzählt immer wieder von Menschen in Bewegung. Abraham bricht auf, ohne das Ziel genau zu kennen. Die Jünger:innen Jesu sind zu Fuß unterwegs zwischen Dörfern, über staubige Straßen, im Gespräch miteinander und mit Gott. Glaube ist ein Weg, ein Suchen, manchmal auch ein Ringen.

Der Satz aus der Apostelgeschichte – „Denn in ihm leben, weben und sind wir“ – erinnert daran, dass unser Leben eingebettet ist in etwas Größeres. Wir verdanken uns nicht allein uns selbst. Jeder Atemzug ist Geschenk, jede Kraftquelle letztlich nicht machbar. Vielleicht spüre ich deshalb auf dem Fahrrad diese Freiheit: ich bewege mich aus eigener Kraft und merke zugleich, wie sehr ich getragen bin – von der Luft, vom Gleichgewicht, von Wegen, die andere vor mir gebaut haben, von Menschen, die mich begleiten.

Fahrradfahren verbindet auch neu mit der Schöpfung. Wir riechen den Sommerregen noch bevor er fällt. Wir spüren Gegenwind und freuen uns über Rückenwind. Wir nehmen wahr, wie verletzlich und zugleich wie schön diese Welt ist. Wer radelt, erlebt unmittelbarer, dass wir nicht außerhalb der Natur stehen, sondern Teil von ihr sind.

Das Stadtradeln ist deshalb mehr als eine Aktion für Klimaschutz oder Fitness – so wichtig beides ist. Es ist eine Einladung, bewusster unterwegs zu sein: achtsamer mit der Welt, freundlicher mit anderen, sorgsamer mit sich selbst. Vielleicht sogar offener für Gott, der uns nicht nur am Ziel begegnet, sondern mitten in der Bewegung, auf dem Weg.

So wünsche ich Ihnen in diesen Tagen gute Wege und bewahrte Fahrten. Momente, in denen der Kopf frei wird und die Seele aufatmet. Begegnungen, die guttun. Und die Erfahrung, dass wir – auf allen unseren Wegen – getragen sind. Gott begleite Sie mit seinem Segen!

Marion Greve

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