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Emmaus

Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, brach’s und gab’s ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. (Lukas 24,31-32)

Am 14. und 15. Mai fanden in Rüttenscheid die Konfirmationen statt. Endlich wieder an einem Maiwochenende, so wie wir es gewohnt waren. Wir hatten eine intensive Zeit mit vielen verschiedenen Themen und die Jugendlichen haben sich wunderbar mit all ihren Ideen, Fragen und Gedanken eingebracht. Was dann Mitte Februar in Europa geschehen ist, hat uns natürlich auch in der Gruppe sehr beschäftigt.

Aber gerade in dieser politischen Situation, in der wir uns befinden, war es den Konfirmand*innen absolut wichtig, ein besonderes Zeichen zu setzen. So hatten sie sich ausdrücklich als Thema – oder ich könnte auch sagen als Motto – für ihre Konfirmationsgottesdienste „Hoffnung“ gewünscht. Sie sind der Meinung: Hoffnung ist überall. Hoffnung begleitet uns jeden Tag.

Was für ein starker Satz! Sie wollten von der Osterhoffnung erzählen und so kamen wir auf die Geschichte der Emmaus-Jünger. Die beiden Freunde, die sich nach Jesu Tod tieftraurig und verzweifelt von Jerusalem auf den Weg nach Emmaus machen. Plötzlich gesellt sich ein fremder Wanderer zu ihnen. Auf wunderbare Weise kann er Trost spenden und vieles erklären, was ihnen so unverständlich erscheint.

In Emmaus angekommen, bitten sie den Fremden, mit ihnen zu Abend zu essen. Als dieser das Brot teilt, erkennen sie in ihm den verloren geglaubten Freund. Auf einmal wird ihnen klar, wie sehr seine Worte und seine Nähe ihren Herzen gutgetan hat. Schnell zieht es die beiden Freunde zurück in die Stadt, um den anderen Jünger*innen voller Freude mitteilen zu können: Jesus lebt! Wir haben ihn erlebt und er hat uns in unserem tiefsten Innersten berührt.

Das wünschen wir den Jugendlichen – und uns allen: dass wir in unserem Leben immer wieder berührt werden von Menschen, die unsere Wege teilen, die uns begleiten, uns zuhören, uns trösten und uns Hoffnung schenken. Manchmal sind sie vielleicht von Gott geschickt, manchmal erzählen sie von ihm.

Jesus hat damals seinen Freund*innen versprochen: Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt. Wir wünschen unseren Konfirmand*innen und uns allen, dass wir immer darauf vertrauen können, dass Jesus, dass Gott uns begleitet an jeden Ort, zu aller Zeit. Und wir wünschen uns, dass unsere Herzen jeden Tag neu von Hoffnung berührt und durch Hoffnung gestärkt werden.

Wir beten:

Du unser Gott, Du begleitest uns an jedem neuen Tag, dafür danken wir Dir. Zeige uns, dass wir Dir niemals gleichgültig sind und lass uns aus Deiner Liebe leben, die grenzenlos ist.

Sabine Grüneklee-Herrmann