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Mit Gottes Hilfe die Wüstenzeit überstehen

Denn der Herr, dein Gott, bringt dich in ein gutes Land… Dort wirst du nicht armselig dein Brot kauen. Nichts wird dir fehlen… (5. Mose 8,7-9)

Was für ein Versprechen – beinahe märchenhaft. Ein Paradies, ein Schlaraffenland wird beschrieben. Alles wächst, alles ist reichlich da. Nichts wird dir fehlen. Vielleicht mögen diese Worte auf den einen oder die andere in diesen Tagen als pure Träumerei wirken. Fernab von jeder Realität; obwohl viele von uns ja sehr lange in einem guten Land leben durften.

Aber bei einer Inflationsrate in Nordrhein-Westfalen von momentan 10,1 Prozent und der Aussicht auf einen Winter, in dem unsere Wohnungen relativ kalt bleiben werden, scheinen doch auch wir von diesem Nichts wird dir fehlen momentan weit entfernt.

Diese Sätze wollten aber auch schon damals keine realitätsfernen Fantasien sein, sondern sollten im Gegenteil Mut machen und Hoffnung wecken. Wollten Trost-Worte sein für ein Volk, das vierzig Jahre Wüste hinter sich hatte. Entbehrungen, Not, Hunger und Durst, Gefahren und Ängste.

In dieser Zeit waren die Menschen aber eben nie allein: Gott begleitete sie Tag und Nacht. Das hatten sie zwar nicht immer gespürt und daran hatten sie oft nicht glauben können. Doch Gott hörte ihre Klagen und spürte ihre Verzweiflung. Er sorgte für sie und zeigte ihnen immer wieder Möglichkeiten zum Überleben:

Während dieser vierzig Jahre ist deine Kleidung nicht zerrissen, und deine Füße bekamen keine Blasen. (5. Mose 8,4)

Und jetzt ist diese Wüstenzeit mit Gottes Hilfe tatsächlich überstanden – und der zeigt ihnen, was vor ihnen liegt… Wenn wir nun überlegen, was wir bis heute mit Gottes Hilfe geschafft haben, welche Wüstenzeiten wir schon überstanden haben und wie oft wir uns in schwierigen Situationen vielleicht trotzdem begleitet fühlen durften… vielleicht können dann auch wir uns von diesen alten Verheißungen gerade heute anrühren lassen?

Denn diese Zusagen, Versprechen Gottes, gelten immer noch: Ihr werdet haben, was ihr zum Leben braucht, die herrlichsten Dinge. Und das sind neben allem, was man essen und trinken kann, vor allem auch: Liebe, Geborgenheit, Zusammenhalt, Gemeinschaft und Freundschaft. Und wenn wir uns dann wirklich satt und gestärkt fühlen können, im tatsächlichen wie im übertragenen Sinn, dann sollten wir allerdings Gott auch nicht vergessen:

Wenn du isst und satt wirst, dann danke dem Herrn, deinem Gott! Er hat dir dieses gute Land gegeben. (5. Mose 8,10)

Dankbar sein für das, womit er uns – mit Sicherheit auch in den kommenden Zeiten – die Hände und die Tische und auch unsere Herzen füllen wird. Und dankbar sein, für alle Wünsche und Sehnsüchte, die uns schon erfüllt wurden, und auch für alles Gute, das wir schon erleben durften. Gott wird uns auch weiterhin begleiten, in guten wie in schwierigen Zeiten, darauf dürfen wir fest vertrauen.

Wir beten:

Du, unser Gott, wir möchten Dir danken für Deine Liebe und für unzählige Kleinigkeiten, die wir brauchen und die uns so guttun. Wir bitten Dich, schenke uns immer auch offene Augen, Ohren und Herzen, wo wir anderen Gutes tun können.

Und wir bitten dich, sei du bei allen Menschen, denen es am Nötigsten fehlt. Sei Du bei denen, die Gewalt und Kriegen ausgesetzt sind und die Ängste haben. Schenke Mut, Hoffnung und Heilung. Amen.

Sabine Grüneklee-Herrmann