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Du lässt die Ängste schwinden

Und Jona betete zu dem HERRN, seinem Gott, im Leibe des Fisches 3 und sprach: Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, und er antwortete mir. (Jona 2,3)

Der ganze Fisch war voll Gesang – so lautet der Titel einer Nacherzählung der Jona-Geschichte in Gedichtform von Klaus-Peter Hertzsch. Einfach wunderbar – und sehr treffend. Denn genau darum geht es im ersten Kapitel des Jona-Buches: Jona bekommt den Auftrag von Gott, nach Ninive zu gehen und den Menschen dort zu verkünden, dass Gott nicht länger zusehen möchte, wie sie ihr Leben führen. Da liegt einfach zu viel im Argen.

Eines ist Jona schnell deutlich: die Möglichkeit, hier mit heiler Haut herauszukommen, ist doch sehr überschaubar; und er flüchtet auf ein Boot, das ihn ans andere Ende der Welt bringen soll. Nach kurzer Zeit zieht ein Sturm auf und der Mannschaft ist sehr schnell klar, dass Jona der Grund dafür ist. Nach einigem Hin und Her werfen sie ihn über Bord.

Jona hat eigentlich schon mit allem abgeschlossen, als ein großer Fisch kommt und ihn kurzerhand verschluckt. Und es ist für ihn keine Frage, dass Gott diesen Fisch geschickt und damit die Rettung gebracht hat.

Und gerade in dieser wahrlich unwirklichen Umgebung in allem Schaukeln und Schütteln hat Jona den Eindruck, zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder Boden unter den Füßen zu haben. Er weiß sich in Gottes Hand geborgen. In allem und trotz allem. Und eben das lässt ihn singen und beten.

Der ganze Fisch war voll Gesang.

Er dankt Gott dafür, dass er bei ihm war und ihm geholfen hat, als er genau damit nicht mehr gerechnet hat. Gott hört uns und lässt sich zu Herzen gehen, was uns auf dem Herzen liegt. Das möchte uns Jona singend und betend sagen. Zu dieser Hoffnung möchte er uns einladen.

Er verspricht damit keine Wunder, die auch uns einfach verschlucken und an sicherem Ufer wieder ans Land befördern. Aber er sagt uns zu, dass wir nicht allein sind auf unseren Wegen durch die Zeit, durch unser Leben, durch Corona.

Er will nicht vergessen machen, was uns das Herz schwer macht. Aber er möchte uns ermutigen, dass wir uns an unseren Gott halten können. Bei ihm wird kein Wort ungehört, keine Bitte ins Leere gehen. Er steht an unserer Seite und begleitet uns auf allen Wegen, die vor uns liegen. Fisch hin, Fisch her – das ist sicher.

So kann uns Jona an die Hand nehmen und mit uns hoffnungsvoll nach vorne sehen: wir sind begleitet und in Gottes Hand geborgen, gerade wenn es mal wieder um uns herum ziemlich stürmt. Gott sei Dank.

Wir beten:

Du, unser Gott, so vieles liegt uns auf dem Herzen, so vieles hält uns zwischen Hoffen und Bangen. Du machst einen Raum frei in deiner Nähe und hältst in allem deine schützende Hand über uns und lässt unsere Ängste schwinden. So lass geschehen, dass dein Wort uns verändert. Amen.

Jörg Herrmann