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Die Vielfalt in der Gemeinde macht uns reich

Der Körper des Menschen ist einer und besteht doch aus vielen Teilen. Aber all die vielen Teile gehören zusammen und bilden einen unteilbaren Organismus. So ist es auch mit Christus: mit der Gemeinde, die sein Leib ist. (1. Korinther 12)

Ein Leib mit vielen Gliedern – es ist nicht schwer nachzuvollziehen, was Paulus hier vor Augen hat. Eine Gemeinde, die aus vielen Menschen besteht, jeder ist anders, jeder hat einen anderen Hintergrund, jeder ist auch anders in das Christsein hineingewachsen. Jeder ist ein anderer Charakter und hat ein anderes Temperament. Jeder hat etwas Anderes, was ihm wichtig ist. Eine große Vielfalt, eine bunte Vielfalt. Wenn alles gut geht, vielleicht sogar eine zarte Vielfalt.

Doch es gibt natürlich auch eine andere Seite: es könnte sein, dass diese Vielfalt zu einer bitteren Vielfalt wird. Dass Reibungspunkte entstehen, dass wir uns in die Haare bekommen, auf einmal unüberbrückbare Differenzen sehen. Das ist eben die Gefahr bei so vielen Unterschieden.

Vielleicht schmunzeln wir bei dem Gedanken der sich unterhaltenden Körperteile, die miteinander im Wettstreit stehen, doch in der Wirklichkeit erkennen wir: Ja, tatsächlich empfinden wir, reden wir, handeln wir genauso.

Paulus schreibt: diese Vielfalt ist ein großes Geschenk Gottes an uns. Diese Vielfalt in der Gemeinde macht uns reich. Jede und jeder von uns hat eigene Gaben. Und der Geist möchte diese Gaben bestärken, ja manchmal ist es so, dass wir durch den Geist auf Wegen geführt werden, auf denen wir neue Gaben in uns entdecken. Und gerade im Hinblick auf diese schwere Zeit, in der wir gerade leben: unsere Gaben und vor allem unsere Gemeinschaft enden nicht da, wo Corona anfing.

Das durften wir auch bei den Konfirmandeninnen und Konfirmanden sehen, die gerade in unserer Gemeinde konfirmiert wurden. Trotz räumlicher Trennung zeigten sich ihre unterschiedlichen Gaben und Talente. Und dadurch wurde die Gruppe einzigartig, wie sie es sind.

Wenn wir eines durch Corona gelernt haben: wie wichtig es ist, dass wir diese Einheit im Herzen behalten. Wir sind eine Gemeinde. Dieser eine Leib funktioniert nur, wenn alle Glieder ihren Beitrag leisten. Und vor allem wenn alle verstehen: keiner ist besser oder schlechter als der oder die andere. Jeder hat seine Talente und es ist wichtig, dass wir diese einbringen. In unserem Alltag, aber eben auch in unserer Gemeinde.

Und ich wünsche uns allen sehr, dass wir erkennen, wie einzigartig wir sind und wie wichtig für unser Umfeld. Wir alle sind mit unserer Einzigartigkeit von Gott gemacht und bringen Vielfalt und Leben in das Leben anderer Menschen und auch in die Gemeinde. Gott sei Dank!

Wir beten:

Vater, schenke uns immer wieder die Gewissheit, dass wir mit unserer Einzigartigkeit ein wichtiger Teil für die Gemeinde sind und das Leben anderer Menschen bereichern. Schenke uns das Vertrauen, dass du uns wunderbar gemacht hast, auch wenn wir das manchmal selbst vielleicht nicht sehen oder spüren könne. Lass uns durch deine Augen sehen. Amen

Rebecca Lackmann